Konferenz „healthcare in europe“ findet starke Resonanz

Europäische Gesundheitssysteme stehen vor vielfältigen Herausforderungen: Wirtschaftskrisen, steigende Gesundheitskosten, Migration oder bahnbrechende Fortschritte in der Biomedizin beeinflussen Versorgungsstandards. Mit der Konferenz ”healthcare in europe – a safe haven? standard of care from a multidisciplinary perspective” wurden diese Spannungsfelder ausgelotet.
Die Organisator_innen der Konferenz „healthcare in europe“.
Bild: Die Organisator_innen (von links nach rechts): Gabriele Werner-Felmayer (Medizinischen Universität Innsbruck), Magdalena Flatscher-Thöni und Verena Stühinger (UMIT), Caroline Voithofer und Michael Ganner (Leopold-Franzens-Universität Innsbruck) und Markus Frischhut (MCI). (Credit: Bianca Taxer)

Um Spannungsfelder in den europäischen Gesundheitssystemen auszuloten, organisierten Expert_innen der UMIT, der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (LFU), der Medizinischen Universität Innsbruck (MUI) und des Management Center Innsbruck (MCI) am 26. und 27. September 2016 eine internationale Konferenz am Management Center Innsbruck unter dem Motto ”healthcare in europe - a save haven?“. Ein wichtiges Ziel dabei war es, unterschiedliche Perspektiven zu beleuchten und Fachdisziplinen wie Recht, Medizin, Gesundheitsmanagement und -ökonomie, Sozialwissenschaften u.a.m. in Dialog zu bringen.

Mit rund 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 21 Nationen und 4 Kontinenten fand die Konferenz sowohl national als auch international starke Resonanz und wurde auch von zahlreichen Studierenden besucht. Das Programm umfasste 11 Sessions mit 42 Kurzbeiträgen und eine Poster Session. Die Abstracts können im Konferenzband (erschienen bei innsbruck university press) nachgelesen werden. Umrahmt wurde dieses Programm durch drei Keynote-Vorträge zu aktuellen Herausforderungen der Gesundheitsversorgung, ergänzt durch Fachkommentare aus einer jeweils anderen Perspektive.

So sprach Prof.in Dr.in Ineta Ziemele (Richterin am litauischen Verfassungsgerichtshof, vormals Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (2005-2015)) über den generellen Zugang zur Gesundheitsversorgung und Menschenrechte. Ihr Beitrag wurde von ao. Univ. Prof. Dr. Engelbert Theurl (Institut für Finanzwissenschaft, LFU) aus gesundheitsökonomischer Sicht kommentiert.

Univ.-Prof. Dr. Herbert Tilg, Direktor des Departments für Innere Medizin I, Medizinische Universität Innsbruck, stellte in seiner Keynote die internationale Initiative „Choosing wisely“ („Klug entscheiden“) vor, die darauf abzielt, diagnostische und therapeutische Maßnahmen in der medizinischen Versorgung zu identifizieren, die nicht fachgerecht zum Einsatz kommen, was zu Überbehandlung, aber auch zu mangelnder Behandlung führt. Dr. André den Exter, Jean Monnet Chair und Experte für Europäisches und Internationales Gesundheitsrecht der Universität Rotterdam, kommentierte diese medizinische Initiative aus rechtlicher Sicht.

Univ.-Prof. Dr. Karl Søvig, Professor für Gesundheitsrecht an der Universität Bergen, Norwegen, sprach schließlich über den rechtlichen Zugang zu Gesundheitssystemen für Migrantinnen und Migranten in Europa, mit einem speziellen Fokus auf die nordischen Länder und wurde aus medizinischer Sicht und der Erfahrung vor Ort von Univ. Prof.in Dr.in Barbara Sperner-Unterweger (Stv. Direktorin des Departments für Psychiatrie und Psychotherapie, Medizinische Universität Innsbruck) kommentiert.

Die Konferenz stand unter Schirmherrschaft der „European Association of Health Law“, sowie des Europäischen Zweigs des UNESCO Chair in Bioethics (Haifa) International Network und wurde finanziell seitens der Tiroler Landesregierung und des Erasmus+ Programms der Europäischen Union unterstützt.

(Konferenz-Organisationsteam)


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