Gletscherforscher warnen vor Folgen von weltweitem Eisverlust

Einen Appell für verstärkte Anstrengungen bei der Beobachtung der antarktischen und arktischen Eisschilde sowie der Gletscher weltweit richten 39 Wissenschafter, darunter Rainer Prinz vom der Uni Innsbruck, im Fachjournal "Nature" an die Teilnehmer der 25. UN-Klimakonferenz in Madrid.
Hintereisferner
Bild: Hintereisferner vom Gipfel Im Hinteren Eis (Credit: Whgler (CC BY-SA 3.0))

Die momentane Geschwindigkeit des Abschmelzens sei "beispiellos", die Auswirkungen auf die Wasserversorgung und den Meeresspiegel voraussichtlich groß. Gerade Massenveränderungen von Gletschern seien ein wichtiger Indikator für klimatische Veränderungen. Seit 1960 hat der Temperaturanstieg dafür gesorgt, dass Gletscher weltweit insgesamt rund 9.000 Gigatonnen Eis verloren haben, heißt es in dem von Michael Zemp von der Universität Zürich verfassten Artikel. Diese Eismasse würde ausreichen, um die Fläche von ganz Spanien unter einer 20 Meter dicken Eisschicht verschwinden zu lassen.

Meeresspiegel schon jetzt um drei Zentimeter gestiegen

Damit hat alleine der Eisverlust der Gletscher den Meeresspiegel schon jetzt um rund drei Zentimeter ansteigen lassen, heißt es in dem Schreiben, dem sich mit Rainer Prinz vom Institut für Atmosphären- und Kryosphärenwissenschaften der Universität Innsbruck und Andrea Fischer vom Institut für Interdiszplinäre Gebirgsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) auch zwei österreichische Forscher angeschlossen haben.
Geht das Tauen unvermindert weiter, würden bis zum Jahr 2300 voraussichtlich nahezu alle Gletscher weltweit Geschichte sein. "Die Gletscherschmelze wird die Verfügbarkeit von Trinkwasser erheblich beeinflussen und das Risiko für regionale Umweltkatastrophen erhöhen", schreibt Zemp.
Nicht zuletzt werde der Anstieg des Meeresspiegels Millionen von Menschen in Küstenregionen ihres Lebensraumes berauben. Das werde Menschenleben kosten, die Lebensqualität vielerorts verringern und wichtige kulturelle Stätten verschwinden lassen. Es sei daher vor allem mit Blick auf künftige Generationen von größter Bedeutung den Klimawandel einzudämmen.

(red/APA Science)

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