Fritz-Feigl-Preis für Inns­brucker Chemiker

Auch heuer wurde von der Österreichischen Gesellschaft für Analytische Chemie (ASAC) wieder der Fritz-Feigl-Preis für wissenschaftliche Leistungen im Bereich der Analytischen Chemie vergeben. In diesem Jahr ging der Preis an den Innsbrucker Chemiker Matthias Rainer vom Institut Analytische Chemie und Radiochemie.
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Bild: Preisträger Matthias Rainer mit dem Präsidenten der ASAC, Wolfgang Buchberger, bei der Preisübergabe am 24. November 2016 an der AGES in Wien. (Credit: Christian Klampfl)

Der Fritz-Feigl-Preis wird bevorzugt an jüngere Chemikerinnen und Chemiker mit Fokus auf eine akademische Laufbahn vergeben und gilt als Auszeichnung für deren wissenschaftliche Entwicklung. Der Namensgeber dieses Preises, Fritz Feigl, zählte zu den schillerndsten Analytikern Österreichs, dessen bewegter Lebensweg gezeichnet war durch die politischen Verhältnisse in den Dreißigerjahren. Fritz Feigl ist der Begründer der Tüpfelreaktionen und der Tüpfelanalyse, die vielfach auch heute noch in verschiedenen Bereichen der Chemie und Pharmazie Anwendung findet. Mit dem Preis wurde in diesem Jahr der Innsbrucker Chemiker assoz.-Prof. Dr. Matthias Rainer ausgezeichnet. Der Fritz-Feigl-Preis ist mit 1.500 Euro dotiert und wurde heuer durch Bruker Daltonics finanziert.

Matthias Rainer studierte von 1999 bis 2003 am MCI Innsbruck Verfahrenstechnik und Umwelttechnik und schloss sein Studium mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Thema seiner Diplomarbeit war die „Spektrale Messung der optischen Dicke des atmosphärischen Aerosols in Großraum Innsbruck“. Die Durchführung der Arbeit erfolgte am Institut für Biomedizinische Physik der Medizinischen Universität Innsbruck. Nach Erfüllung der Voraussetzungen und der Zulassung zum Doktoratsstudium für Chemie begann er seine Forschungsarbeiten am Institut für Analytische Chemie und Radiochemie an der Universität Innsbruck unter der Betreuung von Prof. Günther Bonn. Sein neuer Forschungsschwerpunkt widmete sich der Entwicklung von neuen hochselektiven Anreicherungsmaterialien für die Massenspektrometrie. Im Dezember 2007 promovierte er sich mit ausgezeichnetem Erfolg zum Doktor der Naturwissenschaften und trat in weiterer Folge eine Stelle als Universitätsassistent am Institut für Analytische Chemie und Radiochemie an. Im Oktober 2014 habilitierte sich Dr. Rainer mit der Arbeit: „Development of Novel Sample Preparation Technologies for Mass Spectrometry“ zum Privatdozenten. Ein Jahr darauf erhielt er im Rahmen einer erfolgreich evaluierten Qualifizierungsvereinbarung einen permanenten Vertrag als Assoziierter Professor an der Leopold-Franzens-Universität. Seine wissenschaftlichen Arbeiten sind als exzellent einzustufen und wurden in hochwertigen internationalen Zeitschriften sehr lobend akzeptiert. In seiner jungen Karriere kann Rainer bereits auf 62 begutachtete Publikationen und drei Buchkapitel verweisen. Zentrale Ziel seiner Forschungsarbeit ist nach wie vor die Entwicklung von neuen Anreicherungsmethoden, die im Vergleich zu bestehenden Technologien selektiver und empfindlicher sind. Die neuen Verfahren werden vor allem im Bereich der sogenannten Proteomforschung und in der Phyotanalytik eingesetzt. Sein Forschungsbereich umfasst die Immobilisierung von Biomolekülen aus biologischen Proben für die anschließende Analyse mittels Massenspektrometrie, sowie die Etablierung von neuen massenspektrometrischen Methoden für die Detektion von kleinen Molekülen.

(Redaktion)


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