Die ehr­würdige Aula wird zur Theater­bühne

Am Vorabend des Weltfrauentages am 8. März 2017 wurde das Theaterstück „Geheimsache Rosa Luxemburg“ als gemeinsame Veranstaltung des Büros für Gleichstellung und Gender Studies (LFU), der Koordinationsstelle für Gleichstellung, Frauenförderung und Geschlechterforschung (MUI) sowie den Arbeitskreisen für Gleichbehandlungsfragen beider Universitäten in der Aula aufgeführt.
Schauspielerin Anita Zieher (portraittheater) als Rosa Luxemburg.
Bild: Schauspielerin Anita Zieher (portraittheater) als Rosa Luxemburg. (Credit: Reinhard Werner)

Nachdem bereits im März 2015 die Aufführung des Stücks „Curie_Meitner_Lamarr_unteilbar“ als  eine gemeinsame Veranstaltung der beiden Innsbrucker Universitäten großen Anklang gefunden hatte, wurde am 7. März 2017 die aktuelle Produktion des Portraittheaters gezeigt. Sie brachte in einer „Geheimsache“ das faszinierende Leben und Schaffen von Rosa Luxemburg auf die Bühne – einer außergewöhnlichen Frau, deren Wirken nicht nur für das vorige Jahrhundert bemerkenswert war und ist.

Zu dem spannenden Theaterabend in der bis auf den letzten Platz besetzten Aula begrüßten Vizerektor Wolfgang Meixner von der Universität Innsbruck und die Vorsitzenden der beiden Arbeitskreise für Gleichbehandlungsfragen Margarethe Hochleitner und Sabine Engel.

Die Aufführung in der Aula war sehr gut besucht. (Credit: Büro für Gleichstellung und Gender Studies)

„Unpolitisch sein heißt politisch sein ohne es zu merken.“

Das Leben und Wirken der polnisch-deutschen Politikerin und Theoretikerin der europäischen Arbeiterbewegung Rosa Luxemburg (1871–1919) hat auch heute nichts an Faszination verloren. Im Stück legt das Portraittheater in 90 Minuten das Denken dieser Vordenkerin der Sozialdemokratie mit all seinen Dualitäten und Ambivalenzen offen und stellt über die Themen Pazifismus, Kapitalismus und Arbeitswelt einen Bezug zur Gegenwart her. In der Regie von Sandra Schüddekopf lassen Anita Zieher (Schauspiel) und Ingrid Oberkanins (Percussions) ein komplexes Bild der bedeutenden und umstrittenen Frau entstehen, die unerschrocken gesagt hat, was ist – letztlich die „revolutionärste Tat“.

Entlang einer Fülle von Originalzitaten wird das Leben von Rosa Luxemburg jeweils mit Blickrichtung auf biografische Eckpunkte, Privatleben, theoretisches Werk und politische Karriere in einem weiten Bogen aufgespannt, schnell wird aber klar, wie untrennbar alle Lebensbereiche miteinander verbunden sind.

Die Verwandlung der Aula zur Theaterbühne war eine gelungene Premiere, die sprachlich dichte und fesselnd aufbereitete Biografie erlaubte einen differenzierten Blick auf diese Frau mit all ihren Widersprüchen – passenderweise unter dem Wandrelief „In veritate libertas“. Dass sie selbst im Gefängnis in ihren Briefen aufrief „heiter trotzdem“ zu sein, die Schönheiten der Natur bewusst wahrzunehmen und vor allem „Mensch zu bleiben“ berührt und macht Hoffnung.

Im Anschluss an die Veranstaltung lud der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen der Universität Innsbruck noch zu einem Umtrunk ein.

Von rechts: Wolfgang Meixner, Margarethe Hochleitner, Anita Zieher, Ingrid Oberkanins, Maria Furtner, Sabine Engel, Claudia Beyer. (Credit: Büro für Gleichstellung und Gender Studies)

Zitate von Rosa Luxemburg

„Unpolitisch zu sein heißt politisch zu sein ohne es zu merken.“

„Zu sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat.“

„Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei – mögen sie noch so zahlreich sein – ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.“

„Dann sieh, dass du Mensch bleibst. Mensch sein ist vor allem die Hauptsache.“

 

(Claudia Beyer)

Unileben aktuell – die neuesten Beiträge

weitere Beiträge