bilding: Kunst- und Archi­tektur­werk­statt ausgezeichnet

Das pavillonartige Werkstättengebäude mit seiner speziellen Bauweise im Innsbrucker Rapoldipark wurde in den letzten Monaten gleich mit vier Preisen ausgezeichnet. Der Rosenheimer Holzbaupreis, der Special Price in einem int. Studierendenwettbewerb, die Auszeichnung des Landes Tirol für Neues Bauen sowie der ZV-Bauherrenpreises würdigen das „bilding“ als einzigartig und zukunftsweisend.
Blick auf das bilding im Rapoldipark bei Nacht
Bild: Das bilding als Gebäude und sozialer Ort für kreative Bildung von Kindern und Jugendlichen ist in Form und Funktion einzigartig. (Credit: Günter R. Wett)

Das „bilding“, eine Kunst- und Architekturschule für Kinder und Jugendliche von 4 bis 19 Jahren, wurde im Juli 2015 im im Innsbrucker Rapoldipark fertiggestellt. Die pavillonartige Werkstatt fügt sich als heller und offener Raum in die Umgebung des Parkes ein. Das „bilding“ basiert auf Entwürfen von 27 Studierenden des ./studio3-Institut für experimentelle Architektur der Uni Innsbruck. Es versteht sich als kreatives Gewächshaus und bietet ein vielfältiges Programm, das für alle Kinder und Jugendlichen der Umgebung offen steht. Als low budget-Projekt angelegt wurden zur Erstellung des Gebäudes nur drei Materialien verwendet: Holz, Glas und eine weiße Abdeckfolie, die das „bilding“ umspannt. Entstanden ist so ein Gebäude mit 240 Quadratmeter Innen- und 200 Quadratmeter Terrassenfläche. Unter der Leitung von Verena Rauch und Walter Prenner, Architekten und wissenschaftliche Mitarbeiter am ./studio 3 – Institut für experimentelle Architektur, entstand in einem kreativen Prozess ein Raum für Kreativität.

Auszeichnungen

Die besonderen Leistungen des Teams aus Architekten und Studierenden wurde Mitte Juni 2016 mit dem 4. Rosenheimer Holzbaupreis ausgezeichnet. Die Jury des Wettbewerbs für architektonisch hochwertige Holzbauten wählte das „bilding“ aus 76 Einreichungen aus Bayern, Tirol und Salzburg auf den 1. Platz und betonte die „in gestalterischer Hinsicht außerordentlich gute gelungene“ Anwendung des Baustoffes Holz. Besonders hervorgehoben wurde darüber hinaus das „Überwinden traditioneller Beschränkungen des Holzbaus, der auf überzeugende Weise in eine neue Form gebracht wurde“.

 Einen „Special Price“ erhielt das „bilding“ auch im Rahmen des Blue Award, einem internationalen Studierendenwettbewerb für nachhaltige Architektur, Ende August in Wien. 2016 wurde erstmals ein Sonderpreis im Bereich Holzbau mit drei honorable mentions vergeben. Die Studierenden Niklas Nalbach, Tobias Dorsch und Ufuk Sagir nahmen die Auszeichnung am 24. August im Rathaus in Wien entgegen.

Alle zwei Jahre zeichnet das Land zusammen mit der Architektenkammer mit der „Auszeichnung des Landes Tirol für Neues Bauen“ vorbildliche Bauten aus. Aus den 70 Projekten, die 2016 zum Wettbewerb eingereicht wurden, wurden am 21. September 2016 im aut. architektur und tirol durch Landesrätin Beate Palfrader zwei Auszeichnungen und vier Anerkennungen für Bauten vergeben, die dem Kriterium einer besonders vorbildlichen Auseinandersetzung mit den architektonischen Herausforderungen unserer Zeit sowohl in ästhetischer wie auch in innovatorischer Hinsicht entsprechen. Studierende des ./studio3  unter Betreuung von Walter Prenner, ­Wolfgang Pöschl und Verena Rauch erhielten in diesem Jahr die Auszeichnung für die Planung und Gestaltung des „bilding“.

Am 4. November wurden im Rahmen einer feierlichen Abendveranstaltung in der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz die diesjährigen Gewinnerinnen und Gewinner des renommierten ZV-Bauherrenpreises ausgezeichnet. Aus insgesamt 100 Einreichungen wurden zuvor 27 Projekte für die Shortlist ausgewählt. Das Innsbrucker „bilding“ wurde als eine der 6 Gewinner des diesjährigen Bauherrenpreises ausgezeichnet. „Für eine freie Kunstschule für Kinder entstand eine ebenso frei gestaltete, höchst inspirierende, dynamische Raumlandschaft mit vielfältigen Außenbezügen, die den Unort hinter dem Hallenbad zum attraktiven Treffpunkt für die Kinder und Jugendlichen macht. Helle und kommunikative Räume unterschiedlichen Charakters stehen für Malerei, Bildhauerei, Architektur und neue Medien zur Verfügung. Das charismatische Gebäude mit seinen schrägen, kippenden Wänden und abgestuften Böden erscheint so abseits der Normen, dass sich auch rebellische Jugendliche darauf einlassen und ihre Lust an produktiver Kreativität, freiem Denken und ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entdecken und ausleben können", heißt es in der Jurybegründung.
Der Preis wird jährlich seit 1967 vergeben und honoriert Persönlichkeiten oder Personenkreise, die sich als Bauherrinnen und -herren, Auftraggeberinnen und -geber oder Mentorinnen und Mentoren in besonderer Weise für die Baukultur in Österreich verdient gemacht haben. Dabei steht die architektonische Gestaltung sowie der innovatorische Charakter im Vordergrund. Die Bauten sollen einen positiven Beitrag zur Verbesserung des Lebensumfeldes leisten.

 

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