Neuigkeiten 

 

News 1    - Know-how zum Thema Bergsport -  R. Daurer (Bergwelten, 28. April 2021)

Bergsportler und Freizeitbegeisterte aufgepasst! Im Onlinemagazin "Bergwelten" findet ihr unter der Sektion "Berg-Know-How" grundlegendes Wissen, welches für einen erfolgreichen und sicheren Aufenthalt am Berg essenziell ist. Im verlinkten Artikel erfährt man beispielsweise, welche elf Dinge in einen sorgfältig gepackten Wanderrucksack gehören und warum man diese bei jeder Tour mitführen sollte.

News 1    - Statistische Daten 2020 des Nationalen und des Trentiner Berg- und Höhlenrettungskorps -

Am 20. April berichteten die beiden Bergrettungskorps über ihre Aktivitäten im vergangenen Jahr. Die Statistik zeigt, dass trotz Pandemie die Zahl der Rettungseinsätze gestiegen ist. Der Grund dieses Anstieges liegt vor allem in der durch das Coronavirus hervorgerufenen Situation, insbesondere in den Beschränkungen der Bewegungsfreiheit zwischen Regionen bzw. Staaten, die dazu geführt haben, dass viele Italiener ihren Urlaub in den Bergen verbracht haben. 

Links: 

Nationale Berg- und Höhlenrettung: https://news.cnsas.it/dati-2020-del-soccorso-alpino-e-speleologico-record-di-interventi/ 
Berg- und Höhlenrettung Trient: https://www.soccorsoalpinotrentino.it/i-dati-2020-del-soccorso-alpino-e-speleologico-trentino/ 

 

News 1    - Neuregelung der Sicherheitsmaßnahmen im Wintersport - Gesetzesvertretendes Dekret vom 28. Februar 2021, Nr. 40

In Ausführung des Artikels 9 des Gesetzes vom 8. August 2019, Nr. 86, wurde von der Regierung am 28. Februar 2021 das G.v.D. Nr. 40 erlassen (im Gesetzesanzeiger der Republik Italien veröffentlicht am 19. März 2021), mit welchem neue Maßnahmen zur Sicherheit im Wintersport auf- und außerhalb der Skipisten eingeführt wurden. Deren Inkrafttreten wurde allerdings auf den 01.01.2022 aufgeschoben (Artikel 30, Absatz 11 des Gesetzesdekretes vom 22. März 2021, Nr. 41)

Von diesen sticht insbesondere die für die Touren- bzw. Variantenskifahrer und die Schneeschuhwanderer eingeführte Verpflichtung hervor, die Sicherheits- bzw. Notfallausrüstung (LVS-Gerät, Sonde und Schaufel) mit sich zu führen, sollten sie sich bei Lawinengefahr außerhalb der präparierten Pisten bewegen. Die Untersuchung der rechtlichen Auswirkungen dieser neuen Verhaltensnorm, deren Verstoß mit einer Verwaltungsstrafe von Euro 100 bis Euro 150 geahndet wird, fließt in die im Rahmen des vorliegenden Projektes durchgeführte Forschungstätigkeit ein.

Es wird auf die zu diesen neuen Maßnahmen erfolgten Stellungnahmen des AVS und des CAI Italien verwiesen.

 

News 1    - La natura umana degli incidenti da valanga – M. Tonelli (Lo Scarpone, 15. Februar 2021)

In dem in der Zeitschrift Lo Scarpone (herausgegeben vom Club Alpino Italiano) veröffentlichten Artikel wird auf einen besorgniserregenden Trend hingewiesen: Immer mehr Menschen wagen sich unvorbereitet in die schneebedeckten Berge. Der technische Direktorder AINEVA, dott. Geol. Igor Chiambretti, erklärt welche Gefahren davon ausgehen können.

 

News 1    - Lawinenlagebericht - was steht da eigentlich drin? – M. Stadler (Bergzeit, 11. Februar 2020

Im Onlinemagazin „Bergzeit“ wird erklärt, welche Informationen ein Lawinenbericht enthält, wie man diese für die Tourenplanung einsetzt und welche Unterschiede es zwischen den verschiedenen Warndiensten gibt.

Euregio Lawinenlagebericht: für Tirol, Südtirol und Trentino.

Lawinenwarndienste AINEVA und Meteomont: für ganz Italien.

 

News 1    - Die Justiz wedelt mit – M. Larcher (ff 5/2021, 4. Februar 2021)  

Im Artikel Die Justiz wedelt mit“, erschienen im Südtiroler Wochenmagazin ff, wurde Dr. Stefan Tappeiner, Richter am Landesgericht Bozen, zur rechtlichen Bewertung einer Lawinenauslösung in Italien interviewt.

 

News 1   - Beyond the Expected—Residual Risk and Cases of Overload in the Context of Managing Alpine Natural Hazards, S. Hartmann/L. Pedoth/C. Dalla Torre/S. Schneiderbauer (in Int J Disaster Risk Sci, 2021). 

Bauliche Schutzmaßnahmen sollen die Bevölkerung und die Infrastruktur bis zu einem bestimmten vordefinierten Schutzziel vor Naturgefahren schützen. Extremereignisse mit Intensitäten, die die Kapazität dieser Schutzbauten übersteigen, werden als "Überlastfälle" bezeichnet und sind mit "Restrisiken" verbunden, die nach der Umsetzung von Schutzmaßnahmen verbleiben. Um den Restrisiken zu begegnen und die Schäden aus Überlastereignissen zu reduzieren, ist eine Kombination von baulichen Schutzmaßnahmen und zusätzlichen, nicht baulichen Maßnahmen erforderlich. Basierend auf Daten, die durch eine Literaturrecherche, eine Fragebogenerhebung, Experteninterviews und einen Expertenworkshop gesammelt wurden, beleuchten die Autoren dieser Studie den Status quo sowie die wichtigsten Herausforderungen im Umgang mit Restrisiken und Überlastfällen in den Alpenländern im Zusammenhang mit geohydrologischen Gefahren und gravitativen Massenbewegungen. Dieser Artikel stellt einen ganzheitlichen konzeptionellen Rahmen vor, der die Beziehungen zwischen Restrisiken, Überlastfällen und Schutzzielen sowohl im Kontext von Risk Governance als auch von integriertem Risikomanagement beschreibt. Dieser Rahmen ist wertvoll für Entscheidungsträger, die ein verbessertes Management von Naturgefahren anstreben, das das Restrisiko und Überlastfälle in Alpenländern und Berggebieten weltweit angemessen berücksichtigt.

 

Buch   - Diritto penale e autoresponsabilità, Tra paternalismo e protezione dei soggetti vulnerabili, herausgegeben von M. Helfer/M. Ronco (Buchreihe Menschenwürde und Menschenrechte, EUPHUR, Band 3, Nomos/Giappichelli, Baden-Baden/Torino, 2020).  

Diritto penale e autoresponsabilità, Tra paternalismo e protezione dei soggetti vulnerabili

Für das Forschungsprojekt „Naturgefahr Berg: Riskomanagement und Verantwortung“ ist das kürzlich erschienene Buch „Diritto penale e autoresponsabilità, Tra paternalismo e protezione dei soggetti vulnerabili“ von größtem Interesse. Der Band dokumentiert die Referate der rechtsvergleichenden Tagung zur Eigenverantwortung im Strafrecht an der Universität Innsbruck. Im Zentrum steht die rechtliche Relevanz des freiwilligen Beitrags des Opfers zum Tatgeschehen unter dem Gesichtspunkt der Einschränkung der Haftung des mutmaßlichen Täters. Die Beiträge zeigen die Hauptlinien der aktuellen wissenschaftlichen Debatte, in deren Mittelpunkt schuldhafte Erfolgsdelikte auf dem Gebiet des Arbeitsschutzes und ähnlicher Bereiche mit enger Interaktion zwischen Täter und Opfer stehen. Die in Deutschland, Österreich und Italien abweichenden Lösungen sind auf unterschiedliche paternalistische Rechtsgrundhaltungen zurückzuführen, die es kritisch zu hinterfragen gilt.


Mit Beiträgen von Cornelius Prittwitz, Uwe Murmann, Klaus Schwaighofer, Luigi Cornacchia, Ombretta Di Giovine, Gabriele Civello, Enrico Mario Ambrosetti, Vincenzo Militello, Salvatore Dovere, Donato Castronuovo, Antonella Massaro, Kolis Summerer, Silvia Tordini Cagli, Margareth Helfer und Mauro Ronco.  

 

Video    - Recht & Lawine – Dr. Stefan Tappeiner, Richter am Landesgericht Bozen (Vortrag im Rahmen des Seminars Sicher durch den Winter, 5/5, vom 21. Dezember 2020)  

AVS Seminar - Sicher durch den Winter

Im Rahmen des vom AVS organisierten Seminars „Sicher durch den Winter“ hielt Dr. Stefan Tappeiner, Richter am Landesgericht Bozen, einen Vortrag mit dem Titel Recht & Lawine, wobei er die rechtliche Situation in Italien bzgl. der Auslösung von Lawinen anhand von konkreten Beispielen aus der Praxis, sowie unter Berücksichtigung der jüngsten Rechtsprechung des Kassationsgerichtshofes darlegt. 

Vortrag Recht und Lawine abspielbar über die Online-Plattform YouTube 

Der Vortrag Recht & Lawine von Dr. Stefan Tappeiner ist der letzte der insgesamt fünfteiligen Beitragsreihe, die vom AVS zum Thema Lawine organisiert wurde. In den vorherigen Vorträgen wird auf die richtige Vorbereitung und das korrekte Verhalten bei Lawinengefahr eingegangen. Alle fünf Videobeiträge sind auf der Onlineplattform YouTube abrufbar.

 

Buch    - La sentieristica nella normativa e nella giurisprudenza – G.P. Boscariol (Buchreihe Montagna e Diritto, herausgegeben vom Club Alpino italiano, 2020).  

Das im Rahmen der Buchreihe Montagna e Diritto vom Club Alpino Italiano (CAI) herausgegebene Buch setzt sich mit den verschiedenen Normen auseinander, die in Italien die Wanderwege und die damit zusammenhängenden Aspekte regeln. Das vom Autor verfolgte Ziel ist die Darlegung und der Vergleich der in den einzelnen Regionen und Autonomen Provinzen geltenden Regelungen. Bei der eingehenden Behandlung der verschiedenen verfassungsrechtlichen und institutionellen Zuständigkeiten geht der Autor auch auf die Rolle des CAI ein, der sich um die Instandhaltung der Wege kümmert.

Das Buch ist im Online-Shop des CAI erhältlich

 

News 1    - Vorsicht „Werte“, H. Peskoller (Bergauf, 01.2020). 

Sicherheit oder Freiheit? Oder geht auch beides gleichzeitig? Im Online Magazin Bergauf des ÖAV (Österreichischer Alpenverein) ist ein spannender Beitrag erschienen, der die Frage nach den Werten beleuchtet, die in der Gesellschaft im Hinblick auf den Bergsport existieren. Ausgegangen wird hierbei von jenen Werten, die sich der ÖAV in seiner Satzung festgeschrieben hat und wie diese in der Gesellschaft interpretiert und diskutiert werden, wobei vor allem auch auf das Spannungsverhältnis zwischen den eingangs erwähnten Grundwerten „Sicherheit und Freiheit“ eingegangen wird.

Besonderes Augenmerk verdient auch die Betrachtung der Eigenverantwortung aus einer ethisch-sozialen Sichtweise, die mit dem Wert der Freiheit in einem unausweichlichen Abhängigkeitsverhältnis steht.

 

Buch    - Prevenzione dei sinistri in area valanghiva. Attività sportive, aspetti normativo-regolamentari e gestione del rischio, herausgegeben von A. Melchionda/S. Rossi (Buchreihe Quaderni della Facoltà di Giurisprudenza, Universität Trient, Band Nr. 41, Editoriale Scientifica, Neapel, 2019).

Prevenzione dei sinistri in area valanghiva. Attività sportive, aspetti normativo-regolamentari e gestione del rischio

Das Buch sammelt die Ergebnisse eines Forschungsprojektes, das mit einer interdisziplinären Methode positive und kritische Aspekte im Zusammenhang mit der Ausübung von sportlichen Aktivitäten in Lawinengebieten analysiert hat. Immer häufiger kommt es zu Lawinenabgängen durch Skitourengeher, Freerider und Wanderer. Grund dafür ist die massive Anthropisierung der freien alpinen Gebiete, ausgelöst durch ein Tourismusmarketing, welches die Ausübung des Skifahrens abseits der Pisten bewirbt. Die Folgen gehen jedoch über die natürliche Dimension hinaus und ziehen präzise zivilrechtliche Haftungen und strafrechtliche Verantwortlichkeiten nach sich, die eine Untersuchung der Charakteristik, der Dynamik und der Lage einer Schneeentladung, sowie der Risikobereitschaft der Beteiligten erfordern. Das Buch behandelt diese Aspekte und skizziert den relevanten Beitrag der meteorologischen, statistischen, juristischen und psychologischen Wissenschaften für ein besseres Verständnis des komplexen Phänomens.

Digitale Ausgabe hier kostenlos erhältlich


Waage    - Urteil des Kassationsgerichtshof Nr. 14263/2019

Mit diesem Urteil wurden vom Höchstgericht einige wesentliche Aspekte zur Anwendung der Artt. 426 und 449 c.p. angesprochen.

So wurde das Prinzip der notwendigen Rechtsgutverletzung bestätigt, indem man, auch unter Verweis auf die eigene Rechtsprechung und jener des Verfassungsgerichtshofes, darauf hinwies, dass die in diesen Normen vorgesehenen Straftatbestände nicht als vermutete, sondern als abstrakte Gefährdungsdelikte zu qualifizieren seien und die Tat im Einzelfall ein Gefährdungspotenzial gegenüber dem geschützten Rechtsgut entfalten müsse.

In diesem Zusammenhang wurde auf die in der Rechtsprechung des Kassationsgerichtshofes bestehende, aus den Artt. 426 und 449 c.p. abgeleitete Definition des Begriffes Lawine laut Artt. 426 und 449 c.p. verwiesen (siehe hierzu z.B. KassGH, Sek. IV, 13.03.2015, Nr. 14859), laut der eine Lawine nur dann in den Anwendungsbereich der genannten Strafnormen fällt, wenn sie ein makroskopisches Ausmaß annimmt und entsprechend über eine solche Kraft verfügt, das Leben oder die Unversehrtheit einer unbestimmten Anzahl an Personen gefährden zu können.

Diesbezüglich gilt aber zu betonen, dass das Höchstgericht mit diesem Urteil die von den Verteidigern der Angeklagten hierzu eingebrachte Lehre des anthropisierten Gebietes nicht teilt. Für das Bestehen eines entsprechenden Gefährdungspotenzials sei nicht ausschlaggebend, dass die Lawine in einem anthropisierten Gebiet niedergeht, da auch in unbesiedelten Gebieten andere Personen (wie z.B. andere Skitourengeher) anwesend sein und durch die Lawine verletzt werden bzw. sterben könnten.

 

  Entwurf des Gesetzesvertretenden Dekrets zur Durchführung von Art. 9 des Gesetzes Nr. 86/2019

In Italien wird derzeit ein Entwurf eines Gesetzesvertretenden Dekretes diskutiert, mit dem unter anderem der alpine Wintersport neu geregelt werden soll. Generell sind strengere Regelungen und mehr Kontrollen auf und außerhalb der Piste vorgesehen.

Unter anderem sieht der Entwurf vor, dass all jene, die sich außerhalb der Pisten in „schneebedecktem Gebiet“ aufhalten, künftig verpflichtet sind eine Lawinenausrüstung (LVS-Gerät, Schaufel, Sonde) mit sich zu führen. Zum jetzigen Zeitpunkt besteht diese Pflicht lediglich für Skitourengeher und auch nur dann, wenn äußere Umstände auf eine konkrete Lawinengefahr hindeuten.

Der CAI (Club alpino Italiano) äußerte sich kritisch zu diesem Entwurf (Anmerkungen des CAI). 

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