Open-Source Kaffee-Ökosystem

Förderung: Tiroler Innovationsförderung – Kooperationsprojekte                                       

Förderzeitraum: 01/2026 – 12/2027

Projektpartner:

  • Datum Coffee OG, Innsbruck: Entwicklung von Kaffeemaschine, Mühle und digitaler Plattform
  • Universität Innsbruck, Institut für Infrastruktur, AB Umwelttechnik: Wissenschaftliche Bewertung und ökobilanzielle Betrachtung
  • Maschinenbau Grissemann GmbH: Unterstützung beim Prototyping und Fertigung

Projektbeschreibung:

Das Projekt verfolgt das Ziel, die Kaffeezubereitung im privaten und halbprofessionellen Bereich neu zu denken und ökologische Nachhaltigkeit, hohe Kaffeequalität und einfache Bedienbarkeit zu vereinen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass heutige Kaffeemaschinen in der Produktion energieintensiv sind und gleichzeitig durch mangelnde Reparierbarkeit kurze Lebensdauern aufweisen. Langlebigere Kaffeemaschinen sind hingegen durch eine komplexe Bedienung mit hohen Einstiegshürden gekennzeichnet.

Parallel dazu steigt das Aufkommen an Elektroaltgeräten kontinuierlich, während funktionierende Komponenten häufig verloren gehen und kaum in bestehende Kreisläufe zurückgeführt werden.

Im Zentrum des Projekts steht die Entwicklung einer modular aufgebauten Kaffeemaschine als Teil eines offenen, digitalen Ökosystems. Dabei soll die Verknüpfung von Software und Hardware eine gleichbleibende Kaffeequalität bei minimaler Kaffeeverschwendung ermöglichen. Ergänzt wird die Maschine durch eine passende Kaffeemühle sowie eine digitale Plattform, die langfristig für weitere Hersteller geöffnet werden soll.

Die technische Entwicklung folgt den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft. Bereits im Designprozess werden Modularität, Zerlegbarkeit, Reparierbarkeit und eine Reduktion der Materialvielfalt berücksichtigt. Eine besonders energieeffiziente Brühgruppe mit Durchlauferhitzung senkt den Stromverbrauch deutlich gegenüber herkömmlichen Systemen und ermöglicht eine sofortige Einsatzbereitschaft ohne lange Aufheizzeiten. Gleichzeitig wird der Materialeinsatz durch kompakte Bauweise, einfache Baugruppen und den Verzicht auf unnötige Elektronik reduziert.

Ergänzend zur Produktentwicklung werden neue Geschäfts- und Servicekonzepte untersucht, darunter Rücknahmesysteme, Refurbishment-Strategien sowie Pfand- und Mietmodelle. Ziel ist es, Geräte und hochwertige Komponenten über mehrere Nutzungszyklen hinweg wirtschaftlich weiter zu verwenden und den Bedarf an Primärrohstoffen deutlich zu senken. Dadurch soll der wirtschaftliche Erfolg des Produkts zunehmend vom Materialverbrauch entkoppelt werden.

Im Projekt arbeitet ein interdisziplinäres Konsortium aus Produktentwicklung, Fertigung und Forschung eng zusammen. Die Universität Innsbruck übernimmt dabei die wissenschaftliche Bewertung der ökologischen Auswirkungen des Produktsystems und der angedachten Rücknahmekonzepte. So werden z.B. ökobilanzielle Analysen entlang des gesamten Lebenszyklus durchgeführt, um Design-, Material- und Prozessentscheidungen zu unterstützen und die angestrebten Umweltwirkungen zu quantifizieren.

Symbolfoto der Kaffeemaschine und -mühle

Kontakt:

Universität Innsbruck
Dipl.-Ing. Julika Knapp
Technikerstrasse 13
6020 Innsbruck
julika.knapp@uibk.ac.at

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