KI-Leitfaden in der Lehre
Stand 14.04.2026
Dieser Leitfaden zur Nutzung von KI (Künstliche Intelligenz – insbesondere generative KI und Large Language Models) ergänzt die bestehenden Vorgaben der Universität Innsbruck und ist im Sinne des EU AI Act sowie der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) auszulegen.
Das Ziel des Leitfadens ist es Studierenden und Lehrenden Leitlinien zur Dokumentation von KI-Einsatz, insbesondere in Seminararbeiten, Bachelorarbeiten und Masterarbeiten zu geben. Der Leitfaden dient der Dokumentation und Qualitätssicherung der KI-Nutzung und stellt keine zusätzliche pauschale Einschränkung zulässiger Arbeitsmittel dar. Studierende nutzen KI-Tools ethisch korrekt, verantwortungsbewusst und datenschutzkonform: Personenbezogene, vertrauliche oder schützenswerte Daten dürfen ohne Rechtsgrundlage nicht in externe Systeme eingegeben werden; die Nutzung verbotener oder offenkundig riskanter Funktionen ist zu unterlassen; die Verwendung von KI-Werkzeugen mit gesicherter, interner Datenhaltung soll in Betracht gezogen werden. Den Studierenden ist bewusst, dass eine KI-basierte Zusammenfassung oder Recherche nicht den Aufbau eines eigenen tieferen Verständnisses für ein Fachgebiet ersetzen kann.
Jede Nutzung ist transparent zu machen: Es ist anzugeben, welches Tool in welcher Version verwendet wurde, wozu genau (z. B. Ideengenerierung, Strukturvorschlag, Sprachstil, Rechtschreibkorrektur, Code), an welchen Stellen im Arbeitsprozess und mit welchen Eingaben oder Einstellungen. Die Dokumentation hat in angemessenem Umfang zu erfolgen. Bei rein unterstützender Nutzung genügt eine zusammenfassende Beschreibung. Bei substanzieller inhaltlicher Nutzung ist der Einsatz nachvollziehbar darzustellen; eine vollständige Dokumentation aller Prompts ist nicht zwingend erforderlich, sofern Art und Wirkung des KI-Einsatzes klar erkennbar sind. Wenn der KI-Einsatz unterstützenden Einsatz übersteigt ist die Verwendung zusätzlich zum Statement im Methodenteil der Arbeit zu beschreiben.
Der wissenschaftliche Anspruch bleibt unberührt: KI kann Halluzinationen, subtile Fehler oder unzulässige Vereinfachungen erzeugen. Alle von der KI gelieferten Inhalte sind kritisch zu prüfen, zu verifizieren und gegebenenfalls zu korrigieren um das Restrisiko zu minimieren. Eine Generierung von Quellenangaben, Daten und Berechnungen ist aufgrund der bekannten Fehleranfälligkeit zu vermeiden. Die inhaltliche, rechtliche und formale Verantwortung liegt vollumfänglich bei der Verfasserin bzw. dem Verfasser. In jedem Fall sind die KI-Nutzung sowie akzeptable Restrisiken laufend mit dem Leiter bzw. der Leiterin der Lehrveranstaltung abzuklären. Eine nicht gekennzeichnete Übernahme von KI-Texten kann als Täuschung gewertet werden.
Der eigene wissenschaftliche Beitrag muss klar ersichtlich sein und ist gegenüber dem KI-Anteil verhältnismäßig zu gestalten: Zulässig sind insbesondere unterstützende Funktionen mit geringem Einfluss auf die Substanz (z. B. Rechtschreib- und Grammatikprüfung, sprachliche Glättung mit anschließender eigener Kontrolle), während inhaltserzeugende Einsätze nur in dem Maße akzeptabel sind, in dem die eigenständige Leistung eindeutig erkennbar, prüfbar und maßgeblich bleibt. Der KI-Einsatz darf nicht dazu führen, dass aus minimalem Input umfangreicher, unreflektierter Output entsteht, der den Prüfenden / Beurteilern der Arbeit unverhältnismäßigen Mehraufwand verursacht.
PDF: KI-Leitfaden in der Lehre (Stand 14.04.2026)
Beispiel zur Angabe der Verwendung von KI in einer Abschlussarbeit:
Statement zur Verwendung künstlicher Intelligenz
Für das Verfassen dieses Textes wurden die in der folgenden Tabelle angeführten KI-Werkzeuge verwendet. Die KI-generierten Inhalte wurden von mir geprüft und ich übernehme die volle Verantwortung für alle Inhalte der vorliegenden Arbeit.
Tabelle zur Angabe der Verwendung von KI-Werkzeugen:
| KI-Werkzeug | Wie verwendet | Qualitätssicherung / Restrisiko |
|---|---|---|
| DeepL (online, 23.2.2026) | Übersetzung von Absätzen in der Einleitung | Es wurden nur Texte übernommen, die mir bekannt und klar waren. |
| ChatGPT / GPT4o | Überprüfung der Kurzfassung und Einleitung auf Rechtschreibfehler | Übernahme nur derjenigen Satzteile, die von mir akzeptierte Korrekturen betrafen. |
| ChatGPT / GPT4o | Kurzfassung: Überarbeitung und Verbesserung der Formulierungen | Aussagen wurden auf ihre Notwendigkeit und Korrektheit geprüft und gegebenenfalls angepasst. |
| Copilot mit GPT5.2 | Erstellung des Programmcodes zur Erstellung der Plots in Abbildungen 3.4, 4.1 und 4.2. | Die Richtigkeit des Codes wurde auf Plausibilität überprüft und Plots wurden mit den Messdaten stichprobenartig verglichen. Restrisiko: falsche Darstellung in Bereichen, die nicht geprüft wurden. |
| ChatGPT5 | Transkription von handschriftlichen Temperaturaufzeichnungen | Die umfangreichen Messdaten wurden stichprobenartig geprüft; Restrisiko: nicht geprüfte Daten könnten Fehler enthalten. |