Veranstaltungsplakat (PDF, A4)
Auch wenn Jürgen Habermas daran festhielt, dass sich sein Leben nicht zur Heiligenlegende eigne, galt er bis zu seinem Tod vielen in Europa als der größte lebende Philosoph und als der bekannteste Vertreter der Kritischen Theorie. War der anfangs am westlichen Marxismus interessierte junge Assistent einem Max Horkheimer noch als „studentischer Propagandist“ verdächtig, prägten Formulierungen wie das „kommunikatives Handeln“, der „herrschaftsfreie Diskurs“, die „Neue Unübersichtlichkeit“, das „Projekt der Aufklärung“ oder aber ein nüchterner „Verfassungspatriotismus“ die intellektuellen Debatten ihrer Zeit. Im „Historikerstreit“ verhinderte er eine von Ernst Nolte und anderen intendierte Relativierung der Shoah. Zugleich wird er von heutigen Vertreter*innen der Philosophien Horkheimers, Adornos, Marcuses und Benjamins für seine Abkehr von deren Deutung der nationalsozialistischen Verbrechen als Ausdruck einer „Dialektik der Aufklärung“ kritisiert.
Nachdem Habermas am Samstag, dem 14. März, im Alter von 96 Jahren in Starnberg verstorben ist, möchten ehemalige Schüler und heutige Rezensenten ihm eine kritische Würdigung widmen.
Es diskutieren:
Stefan Gandler (Universidad Autónoma de Querétaro, MX)
Frank Welz (Institut für Soziologie