Manuel Rotter, MA

Manuel Rotter absolvierte den Bachelor- und Master-Studiengang der Soziologie an der Universität Innsbruck. Dabei beschäftigte er sich zu Beginn vor allem mit Fragen globaler Ökonomie und neoliberaler Vergesellschaftung im Rahmen der Weltsystem-Theorie. Diese Auseinandersetzung unterfütterte die anschließende Hinwendung zur interdisziplinären Untersuchung gesellschaftlicher Naturverhältnisse und den ökologischen Krisen der Gegenwart. Seine Masterarbeit schrieb er über die sozialen Ursachen des anthropogenen Klimawandels, in der speziell die ‚industrielle Marktgesellschaft‘ als Triebkraft menschlicher Klimawirksamkeit thematisiert wurde.

Forschungsinteresse: Umweltsoziologie, Politische Soziologie, EU Klimapolitik, Nachhaltigkeit, Gesellschaftlicher Stoffwechsel

Das Thema seiner Dissertation ist:

Im Anschluss an Antonio Gramsci wird die Antwort auf die Frage, warum die sozial-ökologische Transformation ausbleibt, im Verhältnis von Staat und Zivilgesellschaft gesehen. In diesem Zusammenhang manifestiert sich die fragmentierte Hegemonie des Neoliberalismus in Form von aktiver und passiver Zustimmung zur gegenwärtigen Sozialordnung und den damit einhergehenden gesellschaftlichen Naturverhältnissen (Görg). Mittels der historisch-materialistischen Politikanalyse (Brand et al.) wird am Beispiel des European Green Deals untersucht, wie sich geteilte Problemdeutungen und Lösungsansätze um spezifische Hegemonieprojekte organisieren. Daraus resultieren Allianzen verschiedener sozialer Kräfte, die unterschiedliche Strategien und Machtmittel einsetzen, um ihre jeweiligen Ziele zu verfolgen. In der Arbeit wird soziologisch rekonstruiert, welche sozialen Kräfte ihre Interessen in der Agrarstrategie „From Farm to Fork“ verallgemeinern und legitimieren konnten. Das empirische Material für die Rekonstruktion der historischen Entwicklung der Policies sowie der Strategien beteiligter Akteure wird mittels qualitativer Forschungsmethoden aus Dokumentenanalysen und Expert:innen-Interviews gewonnen. Diese Erkenntnisse werden im Rahmen einer staats- und hegemonietheoretischen Erweiterung des weltökologischen Ansatzes nach Jason Moore reflektiert.


 

 


 

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