Ausgründungs- und Beteiligungsstrategie
der Universität Innsbruck

1. Ausgangslage

Neben Forschung und Lehre zählt seit dem Inkrafttreten des UG 2002 der Wissenstransfer zu den zentralen Aufgaben österreichischer Universitäten. Dazu gehört auch die kommerzielle Verwertung von neuen Erkenntnissen und Technologien. Seit über 20 Jahren forciert und unterstützt die Universität Innsbruck universitäre Ausgründungsvorhaben. Diese akademischen Spin-offs sind in besonderem Maße innovativ und richtungsweisend. Durch die Anwendung und Verwertung neuer Erkenntnisse in die Wirtschaft sind sie in der Lage, grundlegend zu einer verbesserten Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft beizutragen und mit Hilfe des hohen technologischen Potentials dessen Zukunftsfähigkeit zu steigern. Weiters tragen sie zur Standortentwicklung (Schaffung neuer Unternehmen und hochwertiger Arbeitsplätze) und der Erhöhung der Anzahl forschungsintensiver Betriebe in Tirol bei. An der Universität Innsbruck wird in enger Verzahnung mit der IP-Strategie das Modell der gesellschaftsrechtlichen Beteiligung an universitären kommerziellen Ausgründungen seit 2008 erfolgreich gelebt. Die Universität Innsbruck nahm damit viele Jahre eine Vorreiterrolle im deutschsprachigen Raum ein und wurde im Zuge der ersten Spin-off Austria Konferenz und Datenerhebung zu einer der „Leading Austrian Institutions“ gekürt. Aufbauend auf den bereits erfolgreich implementierten Modellen und Maßnahmen verfolgt die Universität Innsbruck das Ziel, die Gründungskultur weiter zu stärken, indem klare Werte definiert und Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Innovation sowie Zusammenhalt fördern.

2. Universitäre Unternehmensbeteiligung

Die Universität Innsbruck (UIBK) führt seit 2008 eine eigene Unternehmensbeteiligungsgesellschaft (kurz Uni-Holding), in welcher sie ihren kommerziell ausgerichteten Beteiligungsunternehmen (Spin-offs) eine unbürokratische Beteiligungsstruktur mit einem klaren Beteiligungsprozess ermöglicht. Im Rahmen des Beteiligungsmanagements der Universität Innsbruck ist eine professionelle Vertretung der Eigentümerrechte als Mitgesellschafterin sichergestellt. Außerdem erhöht sich dadurch das Potential, innovative Forschungsergebnisse erfolgreich in marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu über-führen. Das Büro für Beteiligungen und Spin-offs bündelt die Aktivitäten des Beteiligungsmanagements, der Gründungsberatung und des IP-Managements in einem integrierten Verwertungsprozess. Dadurch wird ein professionelles und förderliches Umfeld für Ausgründungen geschaffen.


Mithilfe einer gesellschaftsrechtlichen Beteiligung der UIBK haben die Unternehmen außerdem die Möglichkeit gezielte Services, beispielsweise im Bereich der Infrastrukturnutzung, für ihre Tätigkeiten in Anspruch zu nehmen. Die Kriterien für die Nutzung der Infrastruktur der Universität Innsbruck durch Spin-offs wurden in den letzten Jahren geschärft. Klare Regeln schaffen auch ausreichend Transparenz für die Institute, an welchen die Infrastruktur genutzt wird.


Durch ihre aktive Rolle, welche die UIBK als Gesellschafterin ausübt, können zudem Forschungskooperationen zwischen universitären Beteiligungen und der UIBK gestärkt werden. In Anlehnung an die Drittmittelstrategie kann der Anteil von Drittmittel über eine universitäre Beteiligung stimuliert und wenn möglich ausgebaut werden.


Akademische Gründungsteams sind sehr unterschiedlich zusammengesetzt. Entsprechend der Komplexität der IP-verwertungsrelevanten Gegebenheiten und den unternehmerischen Kompetenzen ist das Ausmaß des Beratungs- und Betreuungsangebotes individuell anzupassen. Wichtig ist dabei die Einglie-derung in Standardprozesse sowie die Aufrechterhaltung des Informationsflusses zwischen dem Beteiligungsmanagement und dem Gründungsteam. Ein nachfrageorientiertes Beratungs- und Betreuungsangebot, bei und nach der Gründung eines Spin-offs ist dementsprechend unerlässlich. An der UIBK wird überdies ein besonderes Augenmerk auf die Erhöhung der Frauenquote unter den Gründer:innen gelegt. Zur Erhöhung der Beteiligung von Frauen an Spin-off-Ausgründungen werden Maßnahmen speziell in den Bereichen Training und Mentoring über eine direkte Universitäts-Beteiligungsgesellschaft im Rahmen des AplusB-Programms angeboten.

Mehrwert eines Beteiligungsmodells

Zusammenfassend kann der Mehrwert des Beteiligungsmodells der Universität Innsbruck wie folgt dargestellt werden:

Mehrwert von universitären Beteiligungen

Faire Verteilung und gute Startbedingungen

  • von Gewinn und Risiko; durch die Beteiligung kann auf eine (zu) frühe monetäre Bewertung von geistigem Eigentum/ Know-how verzichtet werden. Damit wird das Risiko einer Fehlein-schätzung geringer und Gewinn- und Risikoaussichten auf alle Gesellschafter fair verteilt.
  • Durch die Beteiligung kann beim parallel abzuschließenden Lizenzvertrag auf beispielsweise Upfrontpayments verzichtet werden - dies berücksichtigt die Liquiditätssituation des Spin-offs

Einblick in und Mitwirkung an

  • der Konzeptionierung, Umsetzung und Anpassung eines Geschäftsmodells
  • der Wertentwicklung von geistigem Eigentum/Know-how welches an der UIBK generiert wurde
  • strategischer und operativer Geschäftsentwicklung
  • unternehmerische/n Kompetenzen des Gründungsteams
  • Gegebenheiten und Angebots- und Nachfrageverhalten der jeweiligen Absatz- / Beschaffungsmärkte
  • Evaluierung und Entwicklung des jeweiligen Standes der Technik
  • Entwicklung der Nachfrage nach bzw. des Angebotes von neuen Technologien/Produkten/Dienstleistungen
  • Weiterentwicklung des Wertschöpfungspotentials durch universitäre Ausgründungen (e.g.: Auswirkungen auf Beschäftigung und Wirtschaftsleistung)

Stimulierung von

  • unternehmerischem Denken und Handeln an der Universität – sowohl in der Wissenschaft, der Lehre als auch in der Verwaltung
  • Drittmittelakquisition und Stimulierung von industrieller Forschung
  • Vernetzung von Wissenschaft mit Wirtschaft und Gesellschaft

3. Beteiligungsstrategie: Ziele und Maßnahmen

Die Third Mission im Verwertungsbereich zeigt sich in der gezielten Überführung wissenschaftlicher Er-kenntnisse in gesellschaftlich und wirtschaftlich verwertbare Anwendungen. Durch Technologietransfer, Patente, Lizenzen und akademische Ausgründungen - sogenannte Spin-offs - werden Forschungsergebnisse nachhaltig nutzbar gemacht. Auf Grundlage der in den vergangenen 20 Jahren gewonnenen Erfahrungen im Beteiligungsmanagement der Universität Innsbruck sowie in enger Abstimmung mit den Vorgaben des zuständigen Ministeriums (unter Berücksichtigung internationaler Best Practices) wird neben der Förderung von Gründungsvorhaben insbesondere die Gesellschaftsrechtliche Beteiligung an universitären Spin-offs als zentrale Maßnahme systematisch umgesetzt und forciert:

  • Beteiligung an zwei bis vier kommerziellen Ausgründungsvorhaben pro Jahr über die Universität Innsbruck Unternehmensbeteiligungsgesellschaft (Uni-Holding)
  • Fokus auf Frühphasenbeteiligungen
  • Minderheitsbeteiligung der Uni-Holding zum Gründungszeitpunkt
  • Beteiligung in Kombination mit Lizenzmodellen

Im Sinne der Third Mission soll künftig das erfolgreiche Beteiligungsmodell der Universität Innsbruck für eine permanente Sichtbarkeit und einen nachhaltig positiven Effekt auch der breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Ziel ist dabei vor allem die Aufklärung über die erfolgreiche Umsetzung des Third-Mission-Gedankens an der UIBK im Sinne der gesellschaftlichen Wirkung im Spin-off Bereich.
Folgende Maßnahmen sollen verstärkt eingesetzt werden zur Steigerung der Aufmerksamkeit:

  • Pressearbeit/digitale Kanäle:
    • Artikel über Success-Stories von Spin-offs
    • Veröffentlichung erfolgreicher Exits/Mergers
    • Frühzeitige Erfolgsgeschichten in Fach- und Regionalmedien,
  • Ausbau der Kooperationen mit dem Gründungszentrum, InnCubator und Health Hub (Präsenz bei regionalen Netzwerken),
  • Events & Wettbewerbe: Teilnahme an Startup- und Businessplan-Wettbewerben,
  • Gestaltung von „hauseigenen Formaten“ – Ausbau der Spin-off Meetings (intern über Büro für Beteiligungen und Spin-offs),
  • Open Labs / Demo Days: Forschung und Prototypen öffentlich präsentieren, z. B. im Rahmen von „Innovation Days“ oder „Science to Business“-Formaten.

Durch die langjährige Praxis haben sich an der Universität Innsbruck effiziente und klare Prozesse etab-liert. Diese sollen offen und verständlich kommuniziert werden, damit Gründer:innen Entscheidungen und Bedingungen der UIBK entsprechend nachvollziehen können.

Zusätzlich zur bereits etablierten „Informationsgrundlage für Gründer:innen zu Ausgründungsvorhaben“ wird das bewährte Beteiligungsmodell durch klare Richtlinien und Leitfäden weiter standardisiert und transparent zugänglich gemacht.
Als Unterziele zum offenen und transparenten Beteiligungsmanagement sind folgende Vorhaben definiert:

a) Gewährleistung von Kontinuität

Eine gesellschaftsrechtliche Beteiligung bietet sich dann an, wenn eine langfristige und enge Kooperation zwischen der Gesellschafterin und dem Beteiligungsunternehmen vorausgesetzt werden kann. Durch das Beteiligungsverhältnis sind Informationsrechte sowie die Einflussnahme auf Unternehmensentscheidungen verbunden. Dies impliziert jedoch nicht, dass sich die UIBK in das Tagesgeschäft der Beteiligungsunternehmen proaktiv einbringt, vielmehr geht es darum, gezielte Hilfestellung und Expertise in unternehmensrelevanten Fragestellungen anzubieten. Neben dem Gesellschaftsvertrag mit den entsprechenden Rechten und Pflichten gibt es meist auch andere vertragliche Abhängigkeiten (z.B. Infrastrukturnutzungsvertrag, IP-Vereinbarung, aktives Dienstverhältnis mit der UIBK, Kooperationsvereinbarung über Forschungsprojekte, Aufträge etc.). Diese enge Anbindung an die Universität ermöglicht den Spin-offs weiterhin eine nachhaltige Unterstützung durch die UIBK. Dazu sollen bereits bestehende Prozesse (z.B. Internes Kontrollsystem, Compliance-Regeln) und Entscheidungshierarchien weiter ausgebaut und standardisiert werden. Gerade in der Anfangsphase und frühen Entwicklungsphase (kritischer Entwicklungszeitraum) benötigen Spin-offs neben unternehmerischem Know-how und (fallweise auch) Kapital besonders das Infrastrukturnutzungsangebot an der Universität, um sich schnell am Markt etablieren zu können.

b) Verbesserung der erfolgreichen Geschäftsentwicklung der Beteiligungsunternehmen

Die Etablierung und Beibehaltung einer stimulierenden Gründungskultur an der Universität Innsbruck setzt die Aussicht auf eine Win-win-Situation voraus. Der Aufwand in der Betreuung kommerzieller Beteiligungen ist je nach vorhandenen Kompetenzen des Gründungsteams und Erfordernissen des Spin-offs unterschiedlich. Die bestmögliche Voraussetzung für die Umset-zung eines Betreuungsangebots ist eine gesellschaftsrechtliche Beteiligung. Die Unterstützung durch das Beteiligungsmanagement funktioniert in der Regel nur dann effizient, wenn eine vertrauensvolle und kooperative Zusammenarbeit zwischen dem Management und der Geschäftsführung der Beteiligungsunternehmen garantiert ist. Die Einbindung in wichtige Projekte, Vorhaben und Unternehmensstrategien ist von entscheidender Bedeutung, um frühzeitige Schritte, auch für optionale (Gegen-) Steuerungsmaßnahmen, zu gewährleisten. Zur Sicherstellung des Informationsaustauschs reicht es meist nicht aus, sich rein auf Protokollinformationen und jährliche Gesellschaftsversammlungen zu beschränken. Um unternehmensrelevante Detailinformationen zu erhalten und rechtzeitig Steuerungsmaßnahmen setzen zu können, muss das Büro für Beteiligungen und Spin-offs daher stark eingebunden werden.

Folgende Maßnahmen werden bereits gelebt und sollen intensiviert werden:

  • Evaluierung des Spin-offs nach Startphase und Abgleich mit Business Plan (Erstellung einer „Abweichungsanalyse“),
  • Regelmäßiges Monitoring von Spin-offs (Teilnahme an Generalversammlungen, Ein-sicht und Besprechung der Finanzplanung, Bereitstellung von Lageberichten, etc.),
  • Intensivierung von wiederkehrenden, anlassfreien Kontakten (z.B. jour fixe),
  • Sitz in Unternehmens-Gremien (Beirat, Aufsichtsrat, etc.),
  • Jährliche, gemeinsame Analyse der Gesellschafterrolle (Abwägung der Win-win-Situation).

c) Regelmäßige Evaluierung des Beteiligungsverhältnisses und des Beteiligungsportfolios

Mit ihrem Engagement in gesellschaftsrechtlichen Beteiligungen beabsichtigt die Universität Innsbruck einen nachhaltigen Mehrwert und einen positiven Gesamtnutzen zu generieren. Aus ideeller Sicht trägt die Förderung von Ausgründungen auch dazu bei, den Wissensaustausch zwischen Universität und Gesellschaft zu intensivieren.


Im Rahmen einer jährlichen Evaluierung werden die Werthaltigkeit des Gesamtportfolios sowie die erzielten Rückflüsse bzw. der erwartete Mehrwert analysiert und in Form eines Beteiligungsberichts an das Rektorat und den Universitätsrat übermittelt. Zentrale Aspekte dieser Evaluierung sind die Analyse des Verhältnisses zwischen Anzahl der Beteiligungen und interner Ressourcenverfügbarkeit, die Abwägung von Betreuungsintensität und Verwertungspotenzial unter Berücksichtigung der jeweiligen Verwertungsphase sowie die Einschätzung der Win-win-Situation für das Spin-off und die Universität Innsbruck.

d) Überprüfung und Umsetzung einer Exit-Strategie

Es gibt unterschiedliche Arten von Ausstiegsszenarien und dementsprechende Handlungsmög-lichkeiten für die Universität als Gesellschafterin. Die Übertragung von Geschäftsanteilen ist der häufigste Weg eines Exits. Auch die Liquidation (Auflösung der Gesellschaft) oder der Unternehmensverkauf als Ganzes können Exit-Möglichkeiten sein. Eine Exit-Entscheidung wird nie ad hoc gefällt, sie basiert auf vorausgegangenen intensiven Abstimmungsprozessen zwischen dem Büro für Beteiligungen und Spin-offs, der Geschäftsführung der Uni-Holding sowie der Geschäftsführung der Beteiligungsunternehmen und bezieht sich immer auf den Einzelfall.


Künftig wird ein stärkerer Fokus auf folgende Maßnahmen gelegt:

  • Das Beteiligungsportfolio wird noch engmaschiger evaluiert und Handlungsempfehlungen werden abgeleitet,
  • das Beteiligungsportfolio wird im Hinblick auf den Beteiligungslebenszyklus kategorisiert,
  • konkrete Exit-Szenarien werden formuliert.

Die wesentlichen Kriterien dabei sind die Werteentwicklung des Beteiligungsunternehmens, die Haltedauer der Beteiligung sowie die Analyse der Win-win-Situation.

e) Einschränkung wirtschaftlicher Risiken

Ein erweitertes Risikomanagement soll den gesamten Prozess – von der Gründung bis zum Ausstieg – unterstützend begleiten. Die vorgesehenen Maßnahmen knüpfen dabei bereits an den Ausbau bestehender Prozesse an:

  • Wirtschaftliche Risiken können bereits im Vorgründungsprozess festgestellt werden. Die Erfahrung zeigt, dass sich durch ein frühzeitiges und intensives Beratungs- und Leistungsangebot potenzielle finanzielle Risiken frühzeitig identifizieren und oftmals gezielt abfedern lassen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf ein laufendes Beteiligungscontrolling gelegt.
  • Der Beirat der Uni-Holding kann eine Beteiligungsempfehlung am Spin-off aussprechen, die der Uni-Holding eine zusätzliche Absicherung bietet und zu einer fundierten Einschätzung des wirtschaftlichen Risikos beiträgt.
  • Die „Richtlinie für die Gebarung“ impliziert u.a. einen eingeschränkten Handlungsspielraum für das Eingehen von finanziellen Verpflichtungen und Haftungen an der UIBK.
  • Standardisierte Vertragsmuster für bspw. Gesellschafts- und Geschäftsführungsverträge werden bei Bedarf den Organen der Gesellschaft angeboten. Diese werden zukünftig ergänzt durch Berechnungsmodelle, welche als Grundlage für Vergütungsrahmen von Geschäftsführer:innen, Beratungsverträgen etc. dienen können.
  • Eine regelmäßige Evaluierung der Beteiligungsunternehmen unter Berücksichtigung eines entsprechenden Exit-Szenarios soll künftig in den Prozess einfließen.

Um die beständig hohe Gründungsbereitschaft an der Universität Innsbruck weiterhin zu unterstützen und zu fördern, sind entsprechende Awareness-Formate erforderlich, die ausgebaut werden müssen :

  • Förderkreis 1669: Förderinstrument zur Unterstützung junger Forscher: innen,
  • Erweiterungsstudium Entrepreneurship: praxisnahe Zusatzausbildung über Verständnis zentra-ler Konzepte des Unternehmertums,
  • Fellowship-Programm: FFG-Förderprogramm zur Unterstützung von Forscher: innen bei der Weiterentwicklung ihrer Ideen in Richtung Unternehmensgründung,
  • Weiterbildungsangebot in Zusammenhang mit interdisziplinären generischen Kompetenzen.

An der Universität Innsbruck besteht ein hohes Innovationspotenzial das bereits zur Entstehung zahlreicher Unternehmensgründungen geführt hat. Dennoch sind diese Gründungen sowohl innerhalb der Universität als auch darüber hinaus bislang nur eingeschränkt sichtbar. Gleichzeitig stehen in der Wis-senschaft viele hochqualifizierte Forscher: innen in einem intensiven Wettbewerb um eine begrenzte Anzahl unbefristeter Stellen. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, frühzeitig Alternativen zur klassischen wissenschaftlichen Laufbahn in Betracht zu ziehen. Sichtbar erfolgreiche Spin-offs können dabei eine wichtige Rolle spielen: Sie wecken das Interesse von Wissenschaftler: innen und Forscher: innen am Thema Spin-off-Gründung, wirken als Motivation und ermutigen dazu, eigene Forschungsideen in die unternehmerische Praxis zu überführen.


Um die Wahrnehmung dahingehend zu schärfen, und um die Bekanntheit des Beratungs- und Leistungsangebots der Universität Innsbruck im Beteiligungsmanagement zu steigern werden folgende Vorhaben bei der universitätsinternen Zielgruppe intensiviert:

  • Frühe Sichtbarkeit in Lehr- und Forschungsformaten: Vorlesungen, Vorträge, Workshops, Veranstaltungen,
  • Entrepreneurship-Multiplikatoren: Dekan: innen, Professor: innen und Postdocs aktiv einbin-den und Weiterleitung im Kollegium,
  • interne Kommunikationskanäle nutzen: Newsletter, Intranet, Uni-Press,
  • „Lab-to-Market-Programme“: Frühzeitige Programme anbieten, die Forschende an den Grün-dungsgedanken heranführen (Karriere plus, RESI),
  • Zurverfügungstellung von Lehrinhalten zu Gründungs- und Beteiligungsthemen,
  • engere „In-House-Zusammenarbeit“ mit dem Büro für Öffentlichkeitsarbeit, der Personalentwicklung sowie dem Relationship Management.

Mentor:innen beschleunigen die Lernkurve, erhöhen die Chancen auf nachhaltigen Erfolg und können im entscheidenden Moment maßgeblich den weiteren Entwicklungsverlauf eines Spin-offs prägen. Für ein zielgruppenorientiertes Leistungsangebot und die bestmöglichste Ausgestaltung des Beteiligungsportfolios muss die Universität zusätzlich externe Know-how-Träger:innen einbinden.


Das Beratungs- und Leistungsangebot ist bereits sehr breit gefächert, muss jedoch noch stärker auf den Bedarf an branchenspezifischem Wissen für ihre Spin-offs ausgerichtet werden.


Dazu sind Maßnahmen bei unterschiedlichen Anlaufstellen vorgesehen:


Aktivierung universitätsinterner Kontakte:

  • Uni-Holding Beirat in seiner Beratungsfunktion,
  • InnCubator mit seinem Netzwerk,
  • Nutzung von Synergien zwischen den bestehenden Spin-offs,
  • Ansprache von erfolgreichen universitärer Gründer: innen sich als Mentor: innen einzubringen.

Aktivierung externer Netzwerke:

  • Wiederkehrende Kontaktaufnahme zu Wirtschaftskammer, Branchenverbände (Industriellenvereinigung; Standortagentur; AplusB Zentrum), Health Hub,
  • Regelmäßiger Austausch mit Business Angels & Venture Capital.

Verwendung ausgesuchter online-Mentoring-Programme:
Plattformen wie MentorMe (Mentoringprogramm für Frauen), Founders Network oder GrowthMentor


Verwendung digitaler Plattformen:
Zielgerichtete Expertensuche via LinkedIn

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