Partner und Kooperationen

Institut für LehrerInnenbildung und Schulforschung (ILS)

Das Sparkling-Science-Projekt steht ebenfalls in enger Kooperation mit dem Institut für LehrerInnenbildung und Schulforschung an der School of Education der Universität Innsbruck. Parallel zu den projektorientierten Workshops und Unterrichtseinheiten an den beiden Partnerschulen werden von Universitätsseite für die Lehramtsstudierenden über vier Semester verteilt mehrere Lehrveranstaltungen zum Sparkling-Science-Projekt angeboten. Inhalt der Lehrveranstaltungen sind der projektbezogene Unterricht und die Ausstellungskooperation mit den SchülerInnen und LehrerInnen an den Partnerschulen. Die im Studienplan des Lehramtsstudiums fix verankerten Praktikumsstunden, die von Studierenden an einer Schule absolviert werden müssen, werden ebenfalls im Rahmen dieses Projekts nutzbar gemacht.

Über diese Maßnahmen des ILS können in den vier Semestern Laufzeit des Projekts mehrere Dutzend Lehramtsstudierende jeweils über mehrere Monate in das Projekt involviert werden.

Kontakt
Univ.-Prof. Mag. Dr. Christian Kraler
Leiter Institut für LehrerInnenbildung und Schulforschung
Christian.Kraler@uibk.ac.at
+43 512 507 4657

Bereich Wirtschaftspädagogik am Institut für Organisation und Lernen (IOL) der Universität Innsbruck

Neben dem ILS qualifiziert der Bereich Wirtschaftspädagogik am Institut für Organisation und Lernen ebenfalls Studierende, die später im Lehramt an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen unterrichten können und zudem über eine betriebswirtschaftliche Ausbildung verfügen. Im Bereich E-Learning werden zwei Lehrveranstaltungen vom Institut angeboten, die den Wirtschaftspädagogik-Studierenden theoretisches Wissen für das Sparkling-Science-Projekt vermitteln. Im Rahmen dieser Lehrveranstaltungen entstehen vielfältige Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den SchülerInnen im Bereich neue Medien, beispielsweise der Einsatz von Smartphones oder Tablets im Zuge der Ausstellungsbesichtigung.

Kontakt
Univ.-Prof. Dr. Annette Ostendorf
Leiterin Bereich Wirtschaftspädagogik am Institut für Organisation und Lernen
Annette.Ostendorf@uibk.ac.at
+43 512 507 71490

Die Zusammenarbeit mit den Schulen startet im Wintersemester 2017/18 und zieht sich dann über zwei Jahre bis zur Ausstellung im Sommersemester 2019. Die Schulen werden dabei Stunden aus den unterschiedlichen Unterrichtsfächern für die Ausstellungsvorbereitung zur Verfügung stellen.

KontaktlehrerInnen an den Schulen, BetreuungslehrerInnen, Lehramtsstudierende an der School of Education und dem Bereich Wirtschaftspädagogik am Institut für Organisation und Lernen sowie Sparkling Science- bzw. FWF-ProjektmitarbeiterInnen werden in einer ersten Phase die wissenschaftlichen Eckpfeiler der Thematik in Form von schulischen Workshops behandeln. Parallel dazu und teilweise darauf aufbauend werden in einem weiteren Schritt die spezifischen wissenschaftlichen Themen bzw. Perspektiven und Herangehensweisen von Jugendlichen für die Ausstellung ergebnisoffen erarbeitet. 

Durch die Betreuung von Vorwissenschaftlichen Arbeiten (VWAs) und Diplomarbeiten kann die Zusammenarbeit mit den Schulen auch nach Projektende punktuell fortgeführt werden.

Das AGI eignet sich als Partner insofern ideal als es als International School in der 7. und 8. Klasse die Vorbereitung für das International Baccalaureate anbietet. Damit besitzt das AGI einen sehr hohen Anteil an internationalen SchülerInnen, die aus unterschiedlichsten Regionen der Welt stammen und für die pluralistische Ausrichtung des Projekts im Sinne von Multikulturalität, Multiethnizität und Religionenvielfalt ideale Voraussetzungen bieten.

Geplante Hauptklasse für die Kooperation mit der Universität Innsbruck ist die sogenannte Netzwerkklasse. Der besondere Stellenwert, den die SchülerInnenmitbestimmung an diesem Schulzweig (Netzwerkklasse) hat, fließt als Ressource für das SLAVES-Projekt mit ein. Darüber hinaus können mit dem Sparkling-Science-Projekt verbundene Themen auch für die Vorwissenschaftlichen Arbeiten der Schülerinnen und Schüler genutzt werden, die ein verpflichtender Teil der österreichischen Reifeprüfung sind.

Kontakt

Claudia Rauchegger-Fischer
Lehrerin AGI, Lehrbeauftragte ILS und Institut für Geschichte
Claudia.Rauchegger@uibk.ac.at

Irmgard Senhofer
Lehrerin AGI, Lehrbeauftragte ILS
i.senhofer@tsn.at

Homepage AGI

Die HAK/HAS eignet sich besonders für die Zusammenarbeit im Rahmen des Sparkling-Science-Projekts, da sie vielfältige Schwerpunkte hat, die für eine Ausstellung und deren Organisation von zentraler Bedeutung sind. Dabei können wichtige Aspekte des geplanten Sparkling-Science-Projekts schon fast direkt den einzelnen Schulzweigen der Handelsakademie zugeordnet werden.

Beispielsweise setzen sich SchülerInnen im Zweig HAK International besonders intensiv mit lebenden Fremdsprachen auseinander, wodurch sie perfekt darauf vorbereitet sind, sich mit europäischen Sklavenerzählungen zu befassen. SchülerInnen im Zweig HAK Multimedia erlangen ein fundiertes Wissen in Bereichen wie Präsentation, Moderation und Verkauf, Homepage-Erstellung und Social-Media-Diensten, welche auch bei der Ausstellung und ihrer Vermarktung eine wichtige Rolle spielen. SchülerInnen aus dem Bereich Controlling, Wirtschaftspraxis, Steuern können als praktisches Beispiel im Fach Case Studies die Kostenaufstellungen und den Business Plan der Ausstellung erarbeiten bzw. auf ihre Angemessenheit hin untersuchen. Die Mitarbeit im Sparkling-Science-Projekt soll auch in HAK-Diplomarbeiten münden, die einen verpflichtenden Teil der österreichischen Reifeprüfung darstellen.

Zu guter Letzt können durch die Zusammenarbeit mit der HAK/HAS auch HandelsschülerInnen, also SchülerInnen, die kein Matura anstreben, erreicht werden. Damit wird SchülerInnen aus traditionell bildungsferneren Gesellschaftsschichten eine direkte Zusammenarbeit mit universitären Einrichtungen und Forschern ermöglicht und im besten Fall durch die außergewöhnliche Thematik ihr Interesse an universitärer Forschung geweckt.

Kontakt

Viktoria Moser-Lieblein
Lehrerin HAK
v.moser-lieblein@tsn.at

Homepage HAK/HAS

Als neueste Partner des SLAVES Projekts werden die SchülerInnen der HTL Bau und Design Innsbruck im Besonderen motiviert dreidimensionale Objekte zur Ausstellung beizutragen. So bekommen die Zweige Hochbau und Tiefbau zum Beispiel die Möglichkeit, als Diplomarbeitsprojekt ein Städtemodell von Algier basierend auf kartographischem Material der frühen Neuzeit für die Ausstellung zur Mittelmeerpiraterie auf Schloss Ambras im Sommer 2019 zu erstellen. Die SchülerInnen der Design Zweige werden angehalten, fantasievolle Designstudien im inhaltlichen Zusammenhang mit dem Projekt zu kreieren, die durch die Ausstellung potentiell öffentlichkeitswirksam präsentiert werden können. Alle Zweige der HTL erfahren dabei Unterstützung durch Projektmitarbeiter, in Form von Ideenfindungs-Workshops, Aushändigung von visuellem Material und Texten, Universitätsbesuchen und Orientierungshilfe im Prozess der Diplomarbeitsverfassung.

Kontakt

Timo Gassner
Studentischer Mitarbeiter und Absolvent der HTL
Timo.Gassner@student.uibk.ac.at

Markus Warzilek
Lehrer HTL Bau und Design
office@warzilek.at

Homepage HTL

Die Zusammenarbeit mit Schloss Ambras ist aus mehreren Gründen optimal für die Durchführung der Ausstellung bzw. des Sparkling-Science-Projekts. Zum einen ist Schloss Ambras ein idealer Ausstellungsort, da es mit der sogenannten "Türkenkammer" eine der bedeutendsten Sammlungen von Gegenständen osmanischer Herkunft aus dem 16. Jahrhundert besitzt. Die Sammlung an "Turcica", gegründet von Erzherzog Ferdinand II. (1529-1595), ist eine Reminiszenz an historische Konflikte und diplomatische Kontakte zwischen den Habsburgern und dem Osmanischen Reich. Die Sammlungsobjekte stammen aus denselben historischen und geografischen Regionen wie wichtige historische Persönlichkeiten des Ausstellungsthemas, z.B. Portraits von Chaireddin Barbarossa, einem bedeutenden osmanischen Korsarenkapitän, und Andrea Doria, Admiral der kaiserlichen Seemacht.

Besonders erfreulich ist, dass wir mit Schloss Ambras Innsbruck einen starken Partner gefunden haben, der nicht nur thematisch zu unserem Ausstellungsprojekt passt, sondern mit seinen über 80.000 BesucherInnen pro Jahr ein Besucher-Magnet ist und damit sicherstellt, dass die Ausstellung auch sehr gut von einem internationalen Publikum wahrgenommen wird.

Dazu kommt noch, dass Schloss Ambras uns seine gesamte Infrastruktur zur Verfügung stellt. Diese umfasst die Räumlichkeiten, personelle Unterstützung und das Know-How von AusstellungsplanerInnen und HandwerkerInnen bis hin zu Personal für Ticketverkauf sowie Aufsicht und Reinigung. Als Teil des KHM-Museumsverbands kann Schloss Ambras Innsbruck außerdem auf österreichweite Ressourcen und ExpertInnenkontakte zurückgreifen. Zu erwähnen sind hier zum Beispiel die reichhaltigen Bestände zur Belagerung von Tunis 1535 durch Karl V. im Kunsthistorischen Museum Wien.

Aber auch neben der klassischen Museumsarbeit kann Schloss Ambras sich in das Projekt einbringen: Die museumspädagogische Abteilung vermittelt den SchülerInnen der Partnerschulen die genauen musealen Abläufe einer Ausstellung und unterstützt gemeinsam mit den anderen Projektpartnern die Ausstellungsvorbereitung in den jeweiligen Klassen.

Kontakt

Dr. Armin Berger
Kommunikation und Marketing Schloss Ambras Innsbruck
armin.berger@schlossambras-innsbruck.at
+ 43 1 525 24 4803

Das ESCAPE-Projektteam stellt für das Sparkling Science Projekt die Forschungsleistung aus ihrem vierjährigen FWF-Projekt ESCAPE über Piraterie und Sklaverei im Mittelmeer in der frühen Neuzeit zur Verfügung.

Was ist ESCAPE?

ESCAPE steht für European Slaves: Christians in African Pirate Encounters. Barbary Coast Captivity Narratives (1550-1780) . Das Projekt untersucht ein geopolitisch bedeutsames Phänomen der frühen Neuzeit, das heute vielfach vergessen ist, obwohl es weitreichende Auswirkungen hatte: Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert wurden von den beiden an das Mittelmeer angrenzenden Machtblöcken Europa und dem osmanisch beeinflussten Nordafrika intensiv Piraterie und Kaperei betrieben. Das Ziel der Überfälle, die auch an der Atlantikküste bis nach Island vorkamen, waren neben den Handelsgütern vor allem die Besatzung und Passagiere der Schiffe, die zur Erpressung von Lösegeld als Sklaven gefangen genommen wurden.

Bisher wurde Freibeuterei und Sklaverei in der frühen Neuzeit vor allem von HistorikerInnen erforscht, nur vereinzelt hat sich die Literatur- bzw. Kulturwissenschaft dieses Themas angenommen. Aber gerade für diese Disziplinen ist das Thema zentral, da überraschend viele der aus der Gefangenschaft Heimgekehrten autobiografische Berichte über ihre Erlebnisse vor allem in Nordafrika verfassten. Diese Erzählungen dienten trotz der persönlichen Ausrichtung als wichtige Informationsquellen über die Geschehnisse dieser Zeit, insbesondere in Hinblick auf die damalige islamische Welt, über die nur wenige verlässliche und allgemein zugängliche Quellen zur Verfügung standen.

Literatur- und kulturwissenschaftliche Perspektive

Der erste großangelegte Versuch, Berichte von Gefangenen, die in der frühen Neuzeit Opfer von Mittelmeer-Piraterie wurden, aus literatur- bzw. kulturwissenschaftlicher Perspektive zu erforschen, ist neben dem französischen CORSO-Projekt das FWF-Projekt ESCAPE. Im Rahmen des von 2014 bis 2018 laufenden FWF-Projekts wird ein Textkorpus von ca. 130 autobiografischen Erlebnisberichten aus dem Zeitraum von 1550 bis ca. 1820 aufgearbeitet. Derzeit beinhaltet das Korpus Beispiele in Dänisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Isländisch, Italienisch, Niederländisch, Portugiesisch, Schwedisch und Spanisch, aber auch in Arabisch und Türkisch.

Die enthusiastischen Reaktionen auf bisherige Öffentlichkeitsarbeit durch MitarbeiterInnen des ESCAPE-Projekts zeigen ein großes Interesse an den vom Projekt erforschten Themen auf. In Anbetracht der derzeitigen geopolitischen Spannungen zwischen christlicher und islamischer Welt bietet sich das Phänomen der frühneuzeitlichen Piraterie im Mittelmeer an, um einen unvoreingenommenen Blick auf eine scheinbar religiös konnotierte, aber vornehmlich ökonomisch motivierte historische Konfrontation zwischen Europa und Nordafrika und ihre Mechanismen zu werfen.

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