Von Karten und Manuskripten
Bei einem gemeinsamen Besuch des HILUC-Projektteams und seiner Partner im Tiroler Landesarchiv (TLA) wurden Einblicke in die historische Forschungsarbeit gewonnen.
Nach einer kurzen allgemeinen Einführung in die Archivforschung lag der Schwerpunkt auf der Präsentation von Waldbeschreibungen und Waldkarten aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Auf Grundlage dieser sich ergänzenden Quellengattungen lässt sich die historische Landnutzung vor Ort rekonstruieren.
Die Waldbeschreibungen liefern Informationen zu den regionalen sozioökonomischen Bedingungen und enthalten quantifizierbare Daten nicht nur zur Größe und Zusammensetzung der Waldgebiete, sondern auch zur lokalen Nachfrage nach Forstprodukten. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf bestimmte Waldnutzungspraktiken wie Waldweide, Astfällung oder Laubstreunutzung ziehen. Mithilfe der den Manuskripten zugehörigen Waldkarten können geeignete Flächen lokalisiert werden.
Die Herausforderung besteht darin, vollständige Datensätze zu erstellen, die sowohl geeignete Waldkarten als auch ausreichend detaillierte Beschreibungen enthalten. Ein besonderes Problem ist, dass die Beschreibungen nicht für alle Regionen gleich detailliert sind, da die zeitgenössischen Autoren der Waldbeschreibungen unterschiedliche Schwerpunkte setzten. Aufgrund der Gebietsreformen der Napoleonischen Kriege wurden einige Gebiete zudem genauer beschrieben als andere, da ihre Wälder von Grund auf neu erfasst wurden.
Um aus dieser Vorauswahl die vier endgültigen Testgebiete zu bestimmen, muss in einem nächsten Schritt ein Vergleich mit den Forschungsergebnissen zu historischen Hochwasserereignissen erfolgen. Auch hydrologische Modellierungsfaktoren müssen berücksichtigt werden.




