TRANSFORMATION

GL:OSS:IER_02 | Ein gutes Leben für alle innerhalb der planetaren Grenzen: Wie gelingt eine sozial-ökologische Transformation?

News-Redaktion der Uni Innsbruck, Dezember 2025

I used to think the top global environmental problems were biodiversity loss, ecosystem collapse and climate change. I thought that with 30 years of good science we could address these problems. But I was wrong. The top environmental problems are selfishness, greed and apathy, and to deal with these we need a spiritual and cultural transformation, and we scientists don't know how to do that. 
(James Gustave Speth, Amerikanischer Umweltanwalt)

Immer öfter wird in der Klimaforschung und -kommunikation der Begriff der sozial-ökologischen Transformation verwendet. Im Zweiten Österreichischen Sachstandsbericht zum Klimawandel (AAR2) tragen zwei Abschnitte die Titel Transformation der Nachfrage (Kap. 5) und Transformationspfade (Kap. 8). Doch was bedeutet eine sozial-ökologische Transformation und (wie) grenzt sich das Konzept von ähnlichen Begrifflichkeiten wie Nachhaltigkeit ab?

Dieses GL:OSS:IER beleuchtet die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Nachhaltigkeit, Transition und Transformation. Es gibt einen Ausblick darauf, was wir mit einer sozio-ökologischen Transformation erreichen wollen: ein gutes Leben für alle. Wie das gelingt, verraten die Kapitel „Wie funktioniert das?“, „Soziale Kipppunkte“ und „Transformation im Mehrebenensystem“. Eine Einordnung für den Umgang mit den Begrifflichkeiten in der Klimakommunikation bieten die „DOs and DON´Ts“ am Ende des Beitrags.

Nachhaltigkeit, Transition und Transformation

Nachhaltigkeit (Sustainability) wird sowohl im AAR2 als auch im Glossar des Internationalen Klimasachstandsberichts (AR6) als ein „dynamischer Prozess“ verstanden, „der das Fortbestehen natürlicher Systeme und solcher des Menschen in angemessener Weise garantiert“. Das Nachhaltigkeitskonzept für globale Entscheidungsfindungsprozesse zur Reduktion der Armut im globalen Süden und zum Schutz der Umwelt gibt es seit mehr als 30 Jahren. 2015 wurden die gemeinsamen Bemühungen in den 17 Zielen für eine Nachhaltige Entwicklung zusammengefasst (Sustainable Development Goals, SDGs). Unter diesem Dach wurden zwar einige Meilensteine erreicht – man spricht von nachhaltiger Ernährung, nachhaltiger Mobilität u.Ä. Gleichzeitig wird kritisiert, der Begriff habe sich zu einem feel-good-term entwickelt, der immer mehr zu (Werbe-)Zwecken für Produkte und Dienstleistungen eingesetzt wird, die nicht nachhaltigen Ideen entsprechen (Green Washing). Irreführende Kommunikation erschwert es der Bevölkerung bzw. Konsument:innen, ihr Verhalten entsprechend ihrer umweltfreundlichen Präferenzen zu ändern.

„Allerdings halte ich es für falsch, den Begriff der Nachhaltigkeit ganz der Marketingbranche zu überlassen“, sagt Severin Hornung, vom Institut für Psychologie der Universität Innsbruck, der sich eingehend mit der sozial-ökologischen Verantwortung in Krisen beschäftigt. In akademischen Debatten wurde der Begriff der Kritischen Nachhaltigkeit entwickelt, um sozialpolitische und sozio-ökonomische Konzepte zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele den kapitalistischen Prozessen und Narrativen entgegenzustellen.

Gleichzeitig lässt sich in der Literatur feststellen, dass der Begriff der sozio-ökologischen Transformation immer öfter anstelle des Nachhaltigkeitsbegriffs gesetzt wird, bzw. inhaltlich darüber hinausgeht. „Die Begriffe sagen nicht dasselbe aus: Eher könnte man sagen, die Nachhaltigkeit stellt das Ziel der sozio-ökologischen Transformation dar“, so Hornung.

Portrait Severin Hornung

Eine Transformation ist eine „Veränderung der fundamentalen Eigenschaften natürlicher Systeme und solcher des Menschen“, wird im AAR2 präzisiert. Die ökologische Perspektive einer sozial-ökologischen Transformation umfasst den Schutz von Klima, Umwelt und Biodiversität sowie einen schonenden Umgang mit Ressourcen. Gleichzeitig soll der Wandel sozial gerecht gestaltet werden, wobei das Hauptaugenmerk auf vulnerablen Bevölkerungsgruppen liegt. Essenziell ist die demokratische und partizipative Umsetzung der Transformation.

Ein Begriff, der ebenfalls – vor allem im englischsprachigen Raum – in diesem Zusammenhang verwendet wird, ist Transition. Gemeint ist „der Prozess des Übergangs von einem Zustand oder einer Situation zu einem anderen innerhalb eines bestimmten Zeitraums.“ Der Begriff wird insbesondere in Zusammenhang mit der Energiewende verwendet oder auch gleichbedeutend mit Transformation.

Transformation: Wo wollen wir hin?

Esther Blanco

„Ob Nachhaltigkeit, Kritische Nachhaltigkeit, Nachhaltige Entwicklung, Transition oder Transformation, im Grunde geht es nicht um die Begrifflichkeiten, sondern um das, was wir damit erreichen wollen“, findet die Umweltökonomin Esther Blanco klare Worte. Sie ist Koordinierende Leitautorin im Kapitel 5 des AAR2 Transformation der Nachfrage: „Das Ziel ist ein gutes Leben für alle innerhalb der planetaren Grenzen.“

Die Wissenschaftler:innen entwickelten im Sachstandsbericht wissenschaftsbasierte Vorschläge für Österreich, die zu einer öko-modernen, klimaneutralen Zukunft führen. Notwendig ist eine Reihe wirtschaftlicher, technologischer und verhaltensbezogener Änderungen. Im Zentrum steht, wie Energie und Infrastrukturen genutzt und produziert werden, wie mit natürlichen Ressourcen umgegangen wird, wie Entscheidungen getroffen und Handlungen vollzogen werden. Mitigations- und Anpassungsstrategien sind dabei von zentraler Bedeutung.

Eine Transformation gelingt nur, wenn sämtliche gesellschaftliche Ebenen miteinbezogen werden: Es geht um das individuelle Verhalten, gesellschaftliche Normen, institutionelle und politische Strukturen bis hin zu religiösen und spirituellen Überzeugungen.

Ein gutes Leben für alle

Der Begriff der klimafreundlichen Transformationspfade prägt den AAR2: Es handelt sich um Narrative möglicher Zukünfte, um lösungsorientierte Entscheidungsprozesse zur Erreichung der Klimaziele zu fördern. Betont werden die Vorteile des Handelns, während die Kosten des Nicht-Handelns aufgezeigt werden. Gleichzeitig werden Hemmnisse und Förderer eines klimafreundlichen Lebensstils berücksichtigt, um realitätsnahe und umsetzbare Lösungswege zu generieren.

Der zentrale Gedanke: ein gutes Leben für alle zu schaffen, bei dem die Grenzen des Planeten nicht überschritten werden. Das "Donut-Ökonomie-Modell" zeigt, wie das aussehen könnte: Die Mitte des Kreisdiagramms ist abgebildet, was ein gutes Leben ausmacht: Sauberes Wasser, Ernährung, Zugang zu Energie, Ausbildung, Einkommen, Soziale Unterstützung, Politische Stabilität, Gleichheit, auch Lebenszufriedenheit und Lebenserwartung spielen eine Rolle. Sind diese Grundbedürfnisse gerade ausreichend gedeckt, spricht man von der Sozialen Basis. Eine darüberhinausgehende Erfüllung der einzelnen Bereiche ist innerhalb der planetaren Grenzen möglich. Doch die Berechnungen zeigen eine Ökologische Decke – im Durchschnitt überschreitet Österreich diese Grenze in allen Bereichen.

Kreisdiagramm

Das Donut-Ökonomie-Modell für Österreich veranschaulicht: Der Mittelpunkt stellt die soziale Grundlage dar, bei der alle Indikatoren erfüllt sind. Um diesen herum befindet sich die ökologische Obergrenze, die die planetarischen Grenzen darstellt, die nicht überschritten werden dürfen, um eine nachhaltige Zukunft zu gewährleisten. Österreich überschreitet die planetarischen Grenzen für den ökologischen und materiellen Fußabdruck, CO2-Emissionen, Phosphor, Stickstoff und Landnutzungsänderungen.

Balkendiagramm zum Emissions-Fußabdruck nach Einkommen in Österreich

Pro-Kopf-Treibhausgasemissionen nach Dezilen der Haushaltseinkommen sowie Emissionen des höchsten Einkommensperzentils.

Die x-Achse zeigt zehn Einkommensdezile, die y-Achse die jährlichen Emissionen pro Person in Tonnen CO₂-Äquivalent.
Die Emissionen steigen mit dem Einkommen deutlich an: vom untersten Dezil mit etwa 3 Tonnen bis zum zehnten Dezil mit rund 27 Tonnen pro Person und Jahr.
Das oberste ein Prozent ist gesondert markiert und liegt bei etwa 50 Tonnen.
Die untere Hälfte der Bevölkerung verursacht 31 Prozent der Emissionen, die obersten 20 Prozent 37 Prozent, das oberste ein Prozent allein 4 Prozent.

Zentrales Ziel der sozio-ökologischen Transformation ist es, die soziale Ungleichheit nicht weiter zu verschärfen, im Gegenteil: Differenziert betrachtet, bedeutet ein gutes Leben für viele Menschen ein Weniger, aber für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen bedeutet es ein Mehr – weltweit und auch in Österreich: Das einkommensstärkste Zehntel der österreichischen Bevölkerung verursacht durchschnittlich mehr als das Vierfache der Emissionen des einkommensschwächsten Zehntels.

Die Grafik veranschaulicht die prozentuelle Verteilung des Emissionsfußabdrucks nach Einkommen: Das reichste Prozent der Bevölkerung verursacht vier Prozent der Emissionen, die reichsten 20 Prozent sind für 37 Prozent verantwortlich, die einkommenschwächeren 50 Prozent der Österreicher:innen 31 für Prozent der Emissionen.

Transformation: Wie funktioniert das?

„Transformation bedeutet, dass sich Menschen an veränderte Gegebenheiten anpassen und ihr Verhalten weiterentwickeln – nicht aus Zwang oder Verzicht, sondern als bewusste, zukunftsorientierte Anpassung mit möglichen Gewinnen“, sagt Michael Kirchler, Verhaltensökonom und Leitautor in Kapitel 5 des AAR2.

Meist scheitere eine Änderung des Verhaltens hin zu einem klimafreundlichen Lebensstil an psychologischen Aspekten: „Menschen empfinden Veränderungen oft als Verlust, auch wenn sie langfristig Vorteile bringen würden. In der Psychologie kennt man das als Verlustaversion“, sagt Kirchler. Damit in Zusammenhang steht der ‚Present Bias‘ – kurzfristige Bedürfnisse werden als gewichtiger gewertet als langfristige Gewinne, „etwa beim Klimaschutz, wenn unmittelbarer Komfort bevorzugt wird“, so Kirchler. Manchmal scheitere es auch an der Informationsaufnahme zum Thema Klimawandel: „Es gibt den ‚Confirmation Bias‘“, erklärt der Ökonom, „hier werden Informationen, die nicht zur eigenen Sicht passen, ignoriert; stattessen sucht man Bestätigung für bestehende Überzeugungen.“

Michael Kirchler

Doch selbst wenn langfristige Faktoren im Bewusstsein der Menschen sind und die Bereitschaft zum Handeln besteht, kann eine komplexe Herausforderung wie die Klimakrise für Einzelpersonen ebenso wie für gesellschaftliche und politische Organisationen überfordernd wirken, erklärt Esther Blanco. Es helfe, den Prozess der Transformation in den Vordergrund zu stellen und in kleinen Schritten zu denken: „Was kann ich heute besser machen als gestern, und was in einem Jahr besser als heute?“

Betont wird im AAR2, dass die Umsetzung einer sozio-ökologischen Transformation differenziert zu sehen ist und nicht allein auf individuellen Entscheidungen und Verhaltensweisen aufgehängt werden kann: „Viele gesellschaftliche Prozesse lassen sich durch politische und institutionelle Maßnahmen unterstützen“, so Blanco. „Auch in großen politischen und institutionellen Systemen, Unternehmen, Vereinen, sind es Menschen, die die Entscheidungen treffen und eine Veränderung bewirken.“ 

Ein ausgebautes Radweg- und Öffi-Netzwerk, klare Herkunfts- und Qualitätskennzeichnung bei Nahrungsmitteln, finanzielle Anreize (Förderungen für erneuerbare Energien, Klimabonus) oder eine CO2-Bepreisung führen gesamtgesellschaftlich zu Verhaltensänderungen. Explizit beschrieben wird im AAR2 auch die Bedeutung sozialer Normen: Energieintensive Produkte wie große Autos und viel Wohnraum gelten (derzeit noch) als gesellschaftliche angesehene Statussymbole.

Soziale Kipppunkte

Soziale Kipppunkte beschreiben, wie sich Soziale Normen, Verhaltensweisen und Technologien rasch von einer kleinen Gruppe von Menschen auf die Mehrheit auswirken können. „Zuerst die Freaks und dann alle anderen“, bringt die Klimajournalistin Verena Mischitz das Konzept auf den Punkt. Den Grundgedanken ‚liehen‘ sich die Sozialwissenschaftler:innen von den Kipppunkten im Klimasystem aus: Einmal überschritten, ist ein Zurück zum Ausgangspunkt herausfordernd. Soziale Kipppunkte haben damit das Potenzial, sowohl gewünschte als auch unerwünschte Dynamiken anzustoßen.

„Wie soziale Kipppunkte funktionieren, sehen wir zum Beispiel beim Thema Anschnallen beim Autofahren, Tragen eines Helms beim Skifahren oder bei der Mülltrennung“, sagt Esther Blanco. „Zunächst waren es nur einige wenige; heute wäre Autofahren, ohne den Gurt anzulegen, unvorstellbar.“  

Um von der kleinen Gruppe, der im AAR2 als ‚early adopters’ bezeichneten Menschen, zu einer Verhaltensänderung der Mehrheit zu kommen, sind entsprechende politische und gesetzliche Maßnahmen von Vorteil: im Sinne von Restriktionen oder hinsichtlich einer Erleichterung des gewünschten Verhaltens.

Eine Verhaltensänderung setzt immer voraus, dass ein Mensch Fähigkeit, Möglichkeit und Motivation (COM-B-Modell) dazu hat: Beispielsweise setzt umweltfreundliche Mobilität in Form des Radfahrens voraus, Radfahren zu können (Fähigkeit), sichere Radwege zur Verfügung zu haben (Möglichkeit) und das Vorhandensein intrinsischer oder extrinsischer Anreize, auf das Rad zu steigen (Motivation).

„Nicht alle Menschen und Organisationen haben die gleichen Möglichkeiten, ihr Verhalten zu ändern“, betont Esther Blanco. Wer in einem Mietobjekt wohnt, kann nicht einfach Solarpaneele installieren, einkommensschwächere Haushalte können nur erschwert in effiziente Haushaltsgeräte investieren, eine global wirtschaftende Firma hat andere Handlungsspielräume als ein kleines lokales Unternehmen.

„Trotzdem kann jeder Beitrag leisten – je nach Rolle und Kontext. Transformation gelingt, wenn individuelle Verantwortung und strukturelle Veränderungen zusammenwirken”, so Blanco.

Interventionen zu sozialen Kipppunkten lassen sich insbesondere über den sozialen Status eines klimafreundlichen Lebensstils, die Produktion erneuerbarer Energien durch Kostenreduktion und die Förderung von E-Mobilität umsetzen, halten die Forschenden im AAR2 fest. Die Darstellung zeigt, wie zeitnah soziale Kipppunkte in unterschiedlichen gesellschaftlichen Systemen, je nach Struktur und Wertehaltung, möglich sind.

Österreichs Gesellschaft - Soziale Strukturen

Soziale Kipppunkte in Österreich mit dem Potenzial, einen schnellen Übergang zu Netto-Null in der österreichischen Gesellschaft voranzutreiben.

nfografik zu sozialen Strukturen in Österreich und dem Zeitpunkt sozialer Kipppunkte im Zusammenhang mit Klimaschutz.
Vier Ebenen sind von unten nach oben dargestellt: Lebensstil und Konsum, Technologie und Governance, institutionelles Umfeld, Weltanschauung.
Je weiter unten, desto schneller können Veränderungen wirken – von unter einem Jahr bis zu über 30 Jahren ganz oben.
Genannt werden unter anderem soziale Bewegungen, klimafreundliche Technologien und Städte, gerechtere Gesellschaften, das Anerkennen von Wachstumsgrenzen und ein Bewusstseinswandel zu fossilen Brennstoffen.
Zusätzlich werden internationale Spillover-Effekte sowie klimawandelbedingte Risiken und Auswirkungen für Österreich hervorgehoben.

Transformationen im Mehrebenensystem

Soziale Veränderungen funktionieren nur dann, wenn sie auf sämtlichen Ebenen ermöglicht, forciert und oder mitgetragen wird. In einer Tabelle stellen die Wissenschaftler:innen des AAR2 dar, wie und auf welchen Ebene Möglichkeiten für eine sozio-ökonomische Transformation bestehen und welche Faktoren eine Entwicklung zu einem guten Leben innerhalb der planetaren Grenzen verhindern.

Überblick über Hindernisse und Hebel für die Umsetzung der klimafreundlichen Transformation:

Hindernisse für die Umsestzung der klimafreunlichen Transformationspfade

Hebel für die Umsetzung der klimafreundlichen Transformationen

Global Governance

  • Umstrittene globale Klima-Governance
  • Marktorientierte Governance schränkt politischen Spielraum ein
  • Nationale Sicherheitspolitik steht über kooperativer Governance
  • Demokratischer Spielraum für effektive Politik

  • Steigerung der strategischen Autonomie und Verringerung der Importabhängigkeit durch Suffizienzmaßnahmen

Demokratie, Recht und Wissenschaft

  • Politische Entscheidungen, die Klimaschutzmaßnahmen verzögern

  • Wissenschaftsskepsis

  • Verknüpfung repräsentativer, beratender und partizipativer Formen der Demokratie sowie wissenschaftlicher Expertise
  • Aufzeigen der Vorteile von Klimaschutzmaßnahmen im Vergleich zu den Kosten des Nicht-Handelns
  • Klimaklagen und Gerichtsverfahren zum Klimawandel

Politisch-wirtschaftliche Rahmenbedingungen

  • Makro- und mikroökonomische Wachstumsimperative
  • Macht und Interessen großer Unternehmen
  • Dominanz von Risikominderungsmaßnahmen
  • Umstrittener europäischer Green Deal
  • Koordinierte Wirtschaftsplanung zur Förderung von Innovation und Exnovation
  • Begrenzung der Interessen großer Unternehmen
  • Steuer-, Geld- und Wirtschaftspolitik, die Anreize und Regulierung verknüpft

Soziokulturelle Rahmenbedingungen

  • Festhalten am Status quo, einschließlich der Verteidigung nicht-nachhaltiger und unfairer Konsummuster
  • Diskrepanz zwischen Problembewusstsein und tatsächlichem Handeln
  • Werbung für den Mehrverbrauch fossiler Brennstoffe
  • Ökosoziale Maßnahmen zum Abbau von Ungleichheiten und zur Steigerung des Wohlergehens aller
  • Breitere Allianzen, die auf Vorteilen für das tägliche Leben basieren

Anpassung

  • Festhalten am Status quo, einschließlich der Verteidigung nicht-nachhaltiger und unfairer Konsummuster
  • Diskrepanz zwischen Problembewusstsein und tatsächlichem Handeln
  • Werbung für den Mehrverbrauch fossiler Brennstoffe
  • Ökosoziale Maßnahmen zum Abbau von Ungleichheiten und zur Steigerung des Wohlergehens aller
  • Breitere Allianzen, die auf Vorteilen für das tägliche Leben basieren

Wie setze ich den Begriff Transformation in der Klimakommunikation ein?

DOs

Soziale Dimension der Transformation mitdenken

  • Klimaschutz als soziales Projekt kommunizieren: Fragen von Gerechtigkeit, Verteilung, Teilhabe und unterschiedlichen Handlungsspielräumen sichtbar machen.
  • Unterschiedliche Lebensrealitäten anerkennen (Einkommen, Wohnsituation, Stadt–Land, Alter, Beruf).
  • Ein gutes Leben für alle hat unterschiedliche Bedeutungen – für manche ein Weniger, für andere ein Mehr.

Positive Zukunftsbilder/Transformationspfade aufzeigen

  • Klimakommunikation lösungs- und zukunftsorientiert gestalten.
  • Narrative eines guten Lebens innerhalb planetarer Grenzen nutzen: Gesundheit, Lebensqualität, Zeitwohlstand, soziale Beziehungen, Sicherheit.
  • Vorteile des Handelns klar benennen und gleichzeitig die Kosten des Nicht-Handelns verständlich machen.

Klimaschutz als Verbesserung des Alltags darstellen

  • Klimafreundliches Verhalten mit Komfort, Lebensqualität und Sinn verknüpfen (z. B. saubere Luft, leisere Städte, gesunde Ernährung, Bewegung).
  • Themenwahl und Sprache darauf ausrichten, dass Transformation als bewusste, zukunftsfähige Weiterentwicklung verstanden wird.
  • Klimaschutz nicht nur technisch, sondern auch kulturell, sozial und emotional erzählen.

Strukturelle und politische Hebel sichtbar machen

  • Nicht nur individuelles Verhalten thematisieren, sondern auch politische, institutionelle und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
  • Zeigen, wie Infrastrukturen, Gesetze, Anreize und soziale Normen klimafreundliches Handeln erleichtern oder erschweren.
  • Soziale Kipppunkte erklären: Wie aus einzelnen Vorreiter:innen gesellschaftliche Mehrheiten werden.

Empowerment statt Überforderung

  • Komplexität anerkennen, aber in machbare Schritte übersetzen.
  • Orientierung geben: „Was kann heute, morgen, in einem Jahr besser werden?“
  • Handlungsmöglichkeiten je nach Rolle und Kontext aufzeigen (Individuum, Gemeinde, Unternehmen, Politik).

DON'Ts

Transformation nicht als Verzicht framen

  • Vermeiden, Klimaschutz primär mit Verlust und Einschränkung zu verbinden.
  • Nicht suggerieren, dass ein gutes Leben nur durch „weniger von allem“ erreichbar ist.
  • Weg vom Krisen- und Mangel-Narrativ, hin zu Entwicklung, Anpassung und Gewinn.

Keine individuelle Moralisierung oder Schuldzuweisungen

  • Auf Appelle verzichten, die Einzelpersonen moralisch unter Druck setzen.
  • Keine Vereinfachung komplexer Probleme auf individuelles Fehlverhalten.
  • Verantwortung auch bei Politik, Wirtschaft und Institutionen verorten.

Greenwashing nicht reproduzieren oder verharmlosen

  • Sensibel mit Nachhaltigkeitsbegriffen umgehen und sie nicht unkritisch übernehmen.
  • Scheinlösungen, symbolische Maßnahmen und irreführende Versprechen klar benennen.
  • Transparenz fördern: Was ist tatsächlich wirksam, was nur Imagepflege?

Angst und Überforderung nicht verstärken

  • Katastrophennarrative nicht isoliert stehen lassen, sondern immer mit Handlungsoptionen verknüpfen.
  • Psychologische Barrieren (Verlustaversion, Present Bias, Confirmation Bias) berücksichtigen.
  • Kommunikation so gestalten, dass sie Motivation statt Abwehr erzeugt.
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© News-Redaktion der Universität Innsbruck 2025 / Anna Maria Huber

Fotocredit, wenn nicht anders angegeben:
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