Universität Innsbruck
Irrgarten
Der Sozialroutenplan ist ein digitaler Wegweiser bei sozialen Problemen.

Weiter­bil­dung erfolg­reich geför­dert

Die chancengerechte Gestaltung von Digitalisierung wird von der Forschungsförderungsgesellschaft durch das Programm Laura Bassi 4.0 unterstützt. Die Förderung des Projektes „Ein digitaler Wegweiser bei sozialen Problemen. Der Sozialroutenplan für Westösterreich“ unter der Leitung von Andreas Exenberger wurde zum Jahresbeginn genehmigt.

Der Zugang zu sozialen Unterstützungsleistungen ist durch zahlreiche Hürden geprägt, wodurch die Gefahr der Mangelversorgung erhöht wird. Das Projekt „Ein digitaler Wegweiser bei sozialen Problemen. Der Sozialroutenplan für Westösterreich“ war eines von vier erfolgreichen Projekten unter 23 Einreichungen, das von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) durch das Programm Laura Bassi 4.0 unterstützt wird. „Unser Ziel ist es, mit dem Projekt dazu beizutragen, dass möglichst alle Personen, die eine soziale Unterstützungsleistung benötigen und Anspruch darauf haben, sie auch erhalten können. Denn niemand darf zurückgelassen werden“, so Andreas Exenberger, Professor am Institut für Wirtschaftstheorie, -politik und -geschichte und Projektleiter. Im Projektgebiet Vorarlberg, Tirol und Salzburg betrifft dieses Problem mindestens 300.000 Menschen. Dabei stehen potentielle Nutzerinnen und Nutzer aufgrund ihrer Heterogenität und zahlreicher relevanter Diversitätsdimensionen vor besonderen Herausforderungen. Dieses Problem ist eng mit dem Thema Digitalisierung verbunden. „Digitalisierung verstärkt infolge mangelnden Zugangs zu digitalen Werkzeugen die Ausgrenzung, kann aber auch eine Chance sein, wenn man sie richtig umsetzt. Beides wird durch die jüngsten Entwicklungen infolge der Corona-Pandemie unterstrichen“, erläutert Exenberger. Aufgrund von bislang unzureichenden Antworten auf diese Herausforderung wurde für dieses Projekt ein Dreiländer-Konsortium aus Partnerinnen und Partnern aus der Wissenschaft, der IT-Branche und aus Sozialeinrichtungen gebildet, das in einen integrierten und partizipativen Prozess zusammen mit potentiellen Userinnen und Usern eintritt, um auf der Basis eines bestehenden Printprodukts ein völlig neues digitales Werkzeug zu entwickeln. „Wir planen einen digitalen Sozialroutenplan für Westösterreich. Das Projekt kombiniert dafür einen Service-Design-Thinking- und einen Service-User-Involvement-Ansatz, um diese Lösung möglichst nahe an den Bedürfnissen der Betroffenen umzusetzen“, so Exenberger. Das Projekt strebt mehrere digitale Werkzeuge wie offene Schnittstellen, mobile Apps oder Web-Anwendungen als Ergebnis an, mittels derer Personen, die soziale Unterstützungsleistungen brauchen, Informationen über Beratungsstellen, konkrete Angebote und Voraussetzungen sowie rechtliche Rahmenbedingungen in möglichst flexibler und niederschwelliger Form erhalten. Dabei sind Barrierefreiheit, Usability und Nicht-Diskriminierung zentrale Grundprinzipien der Entwicklungsarbeit. Der Schwerpunkt liegt auf digitalen Lösungen, ein begleitender Reflexionsprozess stellt aber sicher, dass auch nicht-digitale Optionen nicht übersehen werden. Insgesamt ist ein derartig umfassendes Produkt, das auf einem so intensiven Beteiligungsprozess basiert, bisher nicht entwickelt worden und stellt daher eine völlige Neuerung dar.