Nervensystem entscheidend bei Ganzkörper-Regeneration
Die Seeanemone Nematostella vectensis kann verlorene Körperteile vollständig regenerieren: Ein Kopf regeneriert einen Fuß und umgekehrt. Ein Team um Fabian Rentzsch der Uni Bergen in Zusammenarbeit mit der Leiterin der Elektronenmikroskopie Anna Seybold am Institut für Zoologie konnte nun zeigen, dass das Nervensystem der Tiere dabei eine zentrale Rolle spielt.
Die Geburtsstunde Europas neu gedacht: Athen und der erste Perserkrieg
Julian Degen, Althistoriker an der Universität Innsbruck, legt in einer aktuellen Publikation eine neue Interpretation der „Geburtsstunde Europas“ vor. Seine Analyse zeigt: Der persische Angriff auf Griechenland im Ersten Perserkrieg (um 490 v. Chr.) spiegelt weniger den Expansionismus des achaimenidischen Imperiums als den aufkommenden Imperialismus Athens wider. Die Forschungsarbeit entstand im Rahmen des FWF-Clusters of Excellence Eurasian Transformations und untersucht, wie imperiale Mächte die antiken Welten prägten und wie diese Perspektive unser Geschichtsverständnis bis heute beeinflusst.
European Joint Master DIGISOC: Internationale Perspektiven für die digitale Gesellschaft
Digitale Transformation, gesellschaftlicher Wandel und globale Verantwortung stehen im Mittelpunkt des European Joint Master Programme „Digital Society, Social Innovation and Global Citizenship (DIGISOC)”. Das interdisziplinäre, internationale und innovative Masterstudium wird gemeinsam von der Universität Innsbruck, der Universität Neapel Federico II (Italien) und der Palacký University Olomouc (Tschechien) angeboten.
Hygienische Bedingungen in Pompejis frühen Bädern waren schlecht
Eine neue Studie von Forschenden aus Mainz, Oxford, Berlin und Innsbruck zeigt, dass Pompejis frühe Bäder deutlich unhygienischer waren als lange angenommen. Geochemische Analysen von Kalkablagerungen aus Brunnen und Becken der Stadt enthüllen starke Verunreinigungen und geben Aufschluss über die antike Wasserversorgung in Pompeji. Der Innsbrucker Geologe Christoph Spötl war an der im renommierten Fachmagazin PNAS erschienenen Studie beteiligt.
Forschungsprojekt FishME: Kleine Fische, große Folgen
Das europäische Forschungsprojekt FishME zeigt, wie von Menschen ausgebrachte Fische Hochgebirgsseen verändern – und warum viele die weitreichenden Auswirkungen immer noch falsch einschätzen.
Zwischen Klimaschutz und Schneesicherheit: Die Zukunft der Olympischen Winterspiele
Olympische und Paralympische Winterspiele geraten durch die Klimakrise zunehmend unter Druck. Eine neue internationale Studie der Universitäten Waterloo, Innsbruck und Toronto zeigt, wie steigende Temperaturen und unsichere Schneeverhältnisse die Auswahl an möglichen Austragungsorten einschränken. Laut den Autor:innen sind Anpassungen nötig, damit die Spiele auch in Zukunft fair und sicher ausgetragen werden können. Federführend an der Analyse beteiligt ist Robert Steiger, Tourismusforscher an der Uni Innsbruck.
Grenzenlos mächtig
Imperien sind scheinbar Vergangenheit, doch ihre Machtlogiken prägen die Welt bis heute. Historiker Robert Rollinger zeigt, wie alte Strukturen in moderner Form fortleben und warum wir sie verstehen müssen, um die Gegenwart zu begreifen.
Optische Temperaturmessung von kalt bis sehr heiß
Eine internationale Kooperation unter Beteiligung von Forscher:innen der Universität Innsbruck hat ein neuartiges lumineszierendes Material entwickelt, das eine besonders robuste und präzise optische Temperaturmessung über einen außergewöhnlich breiten Temperaturbereich ermöglicht.
Mit dem Zollstock durch Innsbruck
Was Google Maps nicht zeigt, kann für Rollstuhlnutzer:innen entscheidend sein: abgesenkte Gehsteige, Rampen, Platz zum Aussteigen. Mit dem Projekt „Access Innsbruck“ werden diese Informationen gesammelt und öffentlich zugänglich gemacht, damit das Bus- und Straßenbahnfahren für Menschen mit Behinderung in Zukunft besser planbar ist.
Säure-Base-Reaktion im Rückwärtsgang
Auf Oberflächen von Meersalz-Aerosolen laufen Protonenübertragungen ab, die Säuren freisetzen. Überraschend können dabei schwache organische Säuren Chlorid-Ionen protonieren und Chlorwasserstoff bilden – im Widerspruch zur herrschenden Lehrmeinung. Eine Studie von Innsbrucker Forschenden um Martin Beyer gemeinsam mit der City University Hong Kong zeigt, dass eine vollständig trockene Salzumgebung die Reaktionsrichtung umkehren kann.
Mensch, bitte übernehmen!
Die Moderation in sozialen Medien ist in weiten Teilen vollautomatisiert, menschliche Moderator:innen braucht es aber nach wie vor. Wie Mensch und Maschine sinnvoll zusammenarbeiten können, haben Wissenschaftler:innen in einem weitreichenden Verhaltenskodex zusammengefasst.
Sonnenschirm hilft bei der Suche nach einer zweiten Erde
Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung von Stefan Kimeswenger, Astrophysiker an der Universität Innsbruck, hat einen neuen Ansatz getestet, um erdähnliche Exoplaneten zu untersuchen. Dabei soll ein großes, erdbasiertes Teleskop mit einem im Weltraum kreisenden „Sonnenschirm“ kombiniert werden.
Krebsforschung: Gegenspieler von MYC genauer entschlüsselt
Der Krebsfaktor MYC steht seit Jahren im Zentrum der Forschungsarbeit von Markus Hartl. Die Arbeitsgruppe um den Biochemiker verfolgt den Ansatz, BASP1 – einen natürlichen Gegenspieler von MYC – in Tumorzellen wieder zu aktivieren. Eine aktuell in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlichte Studie zeigt nun, dass dieser Ansatz funktionieren kann.
Fehlersuche im Quantenrechner
Forschende der Universität Innsbruck haben mit Partnern aus Sydney und Waterloo eine neue Diagnosemethode für Quantencomputer vorgestellt. Sie macht Fehler in einzelnen Quantenbits während logischen Rechenschritten sichtbar und bewertet sie. Demonstriert wurde die neue Methode auf einem Ionenfallen‑Quantenprozessor in Innsbruck. Mit ihr lassen sich kritische Fehlerquellen identifizieren – ein Schlüssel, um robustere, fehlertolerante Quantenprozessoren zu entwickeln.
Millionenförderung: Roboter lernen von der Natur
Das Team um Justus Piater am Institut für Informatik ist an einem neuen Emerging-Fields-Konsortium beteiligt, das vom Wissenschaftsfonds FWF mit über 5 Millionen Euro gefördert wird. Die Forscher:innen untersuchen, wie unterschiedliche Körperbauten, ökologische Nischen und kognitive Fähigkeiten die Entstehung neuer Verhaltensweisen prägen und wie das für die Entwicklung von neuen Robotersystemen hilfreich sein kann.
Spezieller Mechanismus schützt klonalen Fisch vor genetischem Verfall
Bei den Amazonenkärpflingen sind alle Individuen weiblich. Sie vermehren sich asexuell, alle Nachkommen sind demnach Klone der Mutter. Im Normalfall würden klonale Organismen rasch schädliche Erbgut-Mutationen ansammeln und die Art daher aussterben. Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung der Uni Innsbruck berichtet nun im Fachblatt "Nature" über den genetischen Mechanismus, wie die Tiere ohne sexuelle Fortpflanzung ein gesundes Genom aufrechterhalten können.