Martina Heßler und Daniel Martin Feige

KI ent­zau­bern (3): Anthro­po­lo­gie künst­li­cher Intel­li­genz

mit Prof. Dr. Martina Heßler (TU Darmstadt) und Prof. Dr. Daniel Martin Feige (ABK Stuttgart)

Organisiert von Dr. Andreas Beinsteiner (Institut für Philosophie) und Dr. Oliver Leistert (Institut für Medien, Gesellschaft und Kommunikation) an der Uni Innsbruck

Session 3.1: Prof. Dr. Martina Heßler (TU Darmstadt): Expert:innen des Nichtfunktionierens? Warum wir eine Geschichte technologischer Fehler brauchen.

23.04.2026 Abendvortrag (17:15 - 18.45 | Hörsaal 6, Geiwi-Gebäude, Innrain 52d, Erdgeschoss)

Abstract: Die Medienwissenschaftlerin Lisa Nakamura konstatierte, im Umgang mit digitalen Geräten seien wir alle „Expert:innen des Nichtfunktionierens“ geworden. Der Vortrag nimmt diese Beobachtung auf und fragt nach dem Umgang mit digitalen und KI-Fehlern. Während lange Zeit das menschliche Versagen und die Fehlerhaftigkeit der Menschen ein unhinterfragter Topos waren, wurde die Fehlerhaftigkeit der Technik seit den 1970er Jahren zur neuen Herausforderung. Der Vortrag möchte anhand historischer Beispiele die These eines neuen Zeitalters technologischer Fehlerhaftigkeit seit den 1970er Jahren diskutieren und die Bedeutung einer Geschichte technologischer Fehler sowie die Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Error Literacy aufzeigen. Denn die Frage, ob wir tatsächlich Expert:innen des Nichtfunktionierens sind, ist aus historischer Perspektive differenziert zu beantworten.

24.04.2026 Workshop (10:15-11:45 | Seminarraum EG004, Hotel Grauer Bär)

Lektüregrundlage: Martina Heßler: „Computerbugs, irrtümliche Kl und kaputte Superhumans. Fehlerhafte Maschinen von den 1970er Jahren bis heute“, Ausschnitt S. 167-214 in Dies. (2025): Sisyphos im Maschinenraum. Eine Geschichte der Fehlbarkeit von Mensch und Technologie. München: Beck.

Martina Heßler ist Professorin für Technikgeschichte an der TU Darmstadt. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Geschichte des Mensch-Maschinen-Verhältnisses, der Geschichte von Emotionen und der Geschichte technologischer Fehler.

Session 3.2: Prof. Dr. Daniel Martin Feige (ABK Stuttgart): KI und praktisches Wissen

07.05.2026 Abendvortrag (17:15 - 18.45 | Hörsaal 6, Geiwi-Gebäude, Innrain 52d, Erdgeschoss)

Abstract: Die Fortschritte in der Entwicklung von KI-Technologien wie ihrer Implementierung in nahezu alle Bereiche unserer Praxis werden orchestriert von Diskursen, die geltend machen, dass rationale Vermögen nur kontingenterweise mit Lebensprozessen verbunden sind. Es soll nichts dagegen sprechen, dass außer ,Kohlenstoff‘ auch ,Silikon‘ ihre materielle Grundlage sein könnte. Im Vortrag möchte ich aus primär handlungstheoretischer Perspektive zeigen, dass diese These unverständlich ist. Sie baut den Begriff praktischer Rationalität aus dem Geiste einer maschinen-logischen Sicht um, anstatt ihren Gehalt aufzuklären. Wir können, so wird die Argumentation zeigen, einer KI nicht ,Wissen‘ zuschreiben, wie wir es uns wechselseitig zuschreiben müssen. Der Umbau von Begriffen theoretischen wie praktischen Wissens im Geiste einer KI-Logik verdankt sich, so werde ich zeigen, einer politischen Grammatik, die die Grundlagen unserer deliberativen Fähigkeiten selbst angreift.

08.05.2026 Workshop (10:15-11:45 | Seminarraum EG004, Hotel Grauer Bär)

Lektüregrundlage: Daniel Martin Feige: „Technik und Gesellschaft“, S. 13-59 in Ders. (2025): Kritik der Digitalisierung. Technik, Rationalität und Kunst. Hamburg: Meiner.

Daniel Martin Feige ist Professor für Philosophie und Ästhetik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Er publiziert und forscht an der Schnittstelle von Themen der Philosophischen Ästhetik und der Philosophischen Anthropologie

Die Abendvorträge sind öffentlich zugänglich. Für die Workshops bitten wir um Anmeldung (bis eine Woche vor der Veranstaltung) unter der Email-Adresse ki-entzaubern@uibk.ac.at.
Sie bekommen dann ein PDF mit der Lektüregrundlage zugeschickt.

Die Workshopreihe „KI Entzaubern“ findet im Rahmen des AI Media Lab des Instituts für Medien, Gesellschaft und Kommunikation statt. Das Lab widmet sich zentralen Fragen, die sich im Zusammenhang rezenter Machine-LearningTechnologien aus medien-, bildungs-, kultur- und sozialwissenschaftlicher sowie philosophischer Perspektive ergeben.

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