Cover98

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Veronika Schuchter (Hg.):
„Der Kritiker kann auch eine Kritikerin sein“.
Literaturkritikerinnen im deutschsprachigen Raum: Porträts und Perspektiven vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Germanistische Reihe, Band 98
2025. 156 Seiten. Euro 34,00
ISBN978-3-99106-171-7

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Der feministischen Literaturgeschichtsschreibung ist es gelungen, die Marginalisierung von Autorinnen nachzuweisen, vergessene Autorinnen ins kulturelle Gedächtnis zurückzuholen und den androzentrisch ausgerichteten Kanon, wenn nicht zu revidieren, so doch konsequent in Frage zu stellen. Versuche, weibliche Kritikerinnentätigkeit aus dem Dunklen zu holen, blieben bisher spärlich und stark auf Einzelbeispiele beschränkt. Hartnäckig hält sich das Bild von vereinzelten Kritikerinnen, denen es gelungen sei, meist über den Umweg von männlichen Verwandten oder Ehemännern, eine Rezension in einer Zeitschrift unterzubringen. Die Beiträge in diesem Band stellen Literaturkritikerinnen vor, die nicht nur als Einzelbeispiele hochspannend sind, sondern darüber hinaus 250 Jahre weibliche Literaturkritik illustrieren.

 

Inhalt

  • Veronika Schuchter (Innsbruck): Einleitung
  • Mareike Sophie Drünkler (Oxford/Berlin): Charlotte von Hezels Wochenblatt für’s Schöne Geschlecht (1779): Inklusive Literaturkritik im Werk der ersten Journalistin
  • Daniela Henke (Gießen): Literaturkritik in Briefen. Formen dialogischer Kritik bei Rahel Levin Varnhagen
  • Marius Reisener (Bonn): „Die geringere Differenzierung des Weiblichen ist zugleich gerade seine schöpferische Kraft“. Wissenspoetologische Überlegungen zu Bedingungen und Möglichkeiten ‚weiblichen Schreibens‘ bei Lou Andreas-Salomé
  • Veronika Jičínská (Usti nad Labem): Weibliche Literaturkritik in den Böhmischen Ländern. Hedda Sauers Kritiken in der Deutschen Arbeit in den Jahren 1907–1914
  • Anna-Dorothea Ludewig (Potsdam): „Das Generalisieren ist überhaupt eine häßliche Sache und denkender Menschen unwürdig“ – Marie Holzers (Literatur-)Kritiken
  • Sigurd Paul Scheichl (Innsbruck): Ann Tizia Leitich als Vermittlerin amerikanischer Literatur
  • Charlotte Coch (Köln): Ilse Schneider-Lengyel: Begründerin und Außenseiterin der Gruppe 47
  • Marc Reichwein (Leipzig): Kulturkorrespondentin als kritischer Beruf. Hilde Spiel und die Kompetenz der Außenperspektive
  • Tim Preuß (Münster): „Kunstfreude und gesellschaftliches Bewußtsein in einem“ – Annemarie Auer als Repräsentantin von Literaturkritik in der DDR
  • Veronika Schuchter (Innsbruck): Ruth Klüger: „anders geschliffene Gläser“
  • Johannes Spengler (Berlin): #lesesucht auf TikTok und Instagram – Funktionen der Selbstbeschreibung junger Leser:innen als ReadingAddicts in sozialen Medien

 

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