Über das Forschungszentrum
Im Rahmen des Forschungszentrums sollen die Forschungsaktivitäten der Universität Innsbruck im Bereich der Föderalismusforschung gebündelt, intensiviert und weiter ausgebaut werden. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Föderalismus in Innsbruck sowie dem Institut für Föderalismus- und Regionalismusforschung der EURAC Bozen soll das Forschungszentrum zu einem führenden Standort interdisziplinärer und grenzüberschreitender Föderalismusforschung werden.
Aspekte des Föderalismus rücken in Österreich selten – und wenn, dann meist punktuell und ohne Einbettung in einen größeren Forschungszusammenhang – in den Blickpunkt interdisziplinärer Analysen. Dabei verdient allein schon der sich mittlerweile über mehrere Jahrzehnte ziehende und mit wechselnder Intensität diskutierte Themenkomplex „Bundesstaatsreform“ besondere Beachtung. Fragen der Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern, des Finanzausgleichs, der Rolle des Bundesrats, der Stellung der Länder und Gemeinden im europäischen Mehrebenensystem sowie der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Regionen stehen dabei im Vordergrund der politischen und rechtlichen Diskussion. Neben politikwissenschaftlichen, verfassungsrechtlichen und rechtshistorischen Fragestellungen zum österreichischen Föderalismus widmet sich das Forschungszentrum aber auch europarechtlichen und rechtsvergleichenden Untersuchungen föderaler Systeme.
Die Universität Innsbruck bietet sich aus zwei Gründen als Standort eines Forschungszentrums zum Föderalismus an. Zum einen ist der Föderalismusgedanke in Westösterreich besonders ausgeprägt, was nicht zuletzt ausschlaggebend dafür war, dass sich auch die Föderalismusforschung in den letzten Jahrzehnten als ein traditionelles Forschungsgebiet der Universität Innsbruck entwickelte. Zum anderen bietet sich Westösterreich mit seiner geographischen Nachbarschaft zu föderalen und quasi-föderalen Staaten – Deutschland, Schweiz und Italien – für grenzüberschreitende Forschungskooperationen an. Durch die verstärkte Kohärenz und Synergieeffekte, welche die Zusammenarbeit des Forschungszentrums mit seinen externen Partnern im „Netzwerk Föderalismusforschung“ (Institut für Föderalismus, Innsbruck; Institut für Föderalismus- und Regionalismusforschung, EURAC Bozen) erbringen wird, lassen sich der Standortvorteil der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino als „best-practice“-Fall grenzüberschreitender Zusammenarbeit im europäischen Mehrebenensystem sowie der unterschiedliche Forschungsansatz und methodische Zugang der Teilnehmenden im Sinne eines wissenschaftlichen Mehrwerts nutzbar machen.
Aktuelles

Wahlen zwischen Recht und Politik - Österreich und Italien im Vergleich
Elezioni tra diritto e politica – un confronto tra Italia e Austria
Am 18.5.2026 fand im Landhaus in Bozen eine vom Forschungszentrum Föderalismus der Universität Innsbruck gemeinsam mit dem Land Südtirol organisierte interdisziplinäre Tagung zum Thema „Wahlen zwischen Recht und Politik“ statt. Nach der Eröffnung durch Landeshauptmann Dr. Arno Kompatscher wurden in vier Panels die Homogenität und Heterogenität des Wahlrechts im nationalen und europäischen Mehrebenensystem, Fragen der Kandidatur und Mandatszuteilung, die Wahlbeteiligung und das Wahlverhalten sowie die rechtlichen Rahmen für den Wahlkampf, dessen Finanzierung und den gerichtlichen Wahlrechtsschutz behandelt. Seitens der Universität Innsbruck trugen Peter Bußjäger und Anna Gamper (beide Institut für Öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungslehre), Esther Happacher (Institut für Italienisches Recht), Marcelo Jenny, Camila Montero Trujillo und Günther Pallaver (alle Institut für Politikwissenschaft) sowie Walter Obwexer (Institut für Europa- und Völkerrecht) vor. Zu den weiteren Mitwirkenden zählten Vortragende der Universität Sapienza und der Universität Trient, die ehemalige italienische Verfassungsrichterin Daria de Pretis sowie Francesco Palermo (EURAC Bozen, Universität Verona). In der lebhaften Diskussion standen unter anderem die jüngste Judikatur des EuGH zum Demokratiekonzept der EU, Minderheitenschutz im Wahlrecht, Probleme des e-voting und der Desinformation in sozialen Medien im Vordergrund.


Winter School on Federalism and Governance 2026
Winter School on Federalism and Governance
2026 Edition: Federalism and Innovation
Mitwirkende
Koordinatorin: Univ.-Prof. Dr. Anna Gamper
Stellvertretender Koordinator: Em.Univ.-Prof. DDr. Günther Pallaver
Univ.-Prof. Dr. Peter Bußjäger, Institut für Öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungslehre
Univ.-Prof. Dr. Anna Gamper, Institut für Öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungslehre
Univ.-Prof. Dr. Mag. Esther Happacher, LL.M., Institut für Italienisches Recht
Ass.-Prof. Dr. Lore Hayek, MSc, PhD, Institut für Politikwissenschaft
Univ.-Prof. Dr. Marcelo Jenny, Institut für Politikwissenschaft
ao.Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Karlhofer i.R., Institut für Politikwissenschaft
Univ.-Ass. Dr. Jonas Kaschka, Institut für Öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungslehre
Univ.-Prof. Dr. Thomas Müller, LL.M., Institut für Öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungslehre
Univ.-Ass. Mag. Julia Oberdanner, Institut für Öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungslehre
Univ.-Prof. Dr. Walter Obwexer, Institut für Europa- und Völkerrecht
Em.Univ.-Prof. DDr. Günther Pallaver, Institut für Politikwissenschaft
Andreas Pehr, MA, Institut für Politikwissenschaft
Dr. Clara Rauchegger, LL.M., Institut für Theorie und Zukunft des Rechts/Digital Science Center
Univ.-Prof. DDr. Martin P. Schennach, MAS, Institut für Römisches Recht und Rechtsgeschichte
Univ.-Ass. Mag. Isabella Walder, Institut für Öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungslehre
Kontakt
E-Mail: FZ-Foederalismus@uibk.ac.at
Nützliche Links
Dokumentation der Forschungsleistung


