Natasha Bianco, MA
Zur Person

seit 2026 | Kollegiatin des Doktoratskollegs „Geschlecht und Geschlechterverhältnisse in Transformationen“ an der Universität Innsbruck
seit 2025 | Universitätsassistentin – Dissertationsstelle im Bereich der italienischen Literatur- und Kulturwissenschaft am Institut für Romanistik der Universität Innsbruck
2021 - 2025 | Externe Lehrende für italienische Literaturgeschichte an der Universität Innsbruck (jeweils im Wintersemester)
2022 - 2024 | Senior Scientist / Lektorin für italienische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Paris Lodron Universität Salzburg
2018 -2022 | Studentische Mitarbeiterin in Forschung und Verwaltung im Bereich der italienischen Literatur- und Kulturwissenschaft sowie im FWF-Projekt „Kino der Migration in Italien seit den 90er-Jahren“ (Leitung: Univ.-Prof. Dr. Sabine Schrader) am Institut für Romanistik der Universität Innsbruck
2019 -2021 | Masterstudium Romanistik: Italienisch mit Ergänzung Filmwissenschaft – an der Universität Innsbruck (AT)
2015 -2019 | Bachelorstudium Italienisch an der Universität Innsbruck
Promotionsprojekt
Frauen im italienischen Thriller der Gegenwart: Genre, Gewalt, Transformation und ambivalente Agency
Das Dissertationsprojekt untersucht die Darstellung weiblicher Figuren im italienischen Thriller der Gegenwart und fragt danach, wie sich Geschlechterordnungen und Genrekonventionen seit 2000 wechselseitig verändern. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass weibliche Figuren im Thriller einerseits weiterhin über Verletzbarkeit, Objektivierung und Bedrohung inszeniert werden, andererseits jedoch zunehmend als handelnde, begehrende, kontrollierende oder gewaltfähige Akteurinnen auftreten. Im Zentrum steht daher die Frage, unter welchen Bedingungen weibliche Figuren von Objekten des Blicks und der Gewalt zu Trägerinnen von Stimme und Agency werden und wie sich dabei die Grenzen zwischen Viktimisierung und Handlungsmacht, Sichtbarkeit und Abwesenheit sowie Begehren und Gewalt verschieben.
Theoretisch verbindet die Arbeit Ansätze aus den Gender Studies, der feministischen Filmtheorie, Genre- und Figurenanalyse, Raumtheorie sowie der Serienforschung. Der Thriller wird dabei als hybride Genreform verstanden, die sich mit Crime, Giallo, Noir, Mafiafilm und psychologischem Drama überschneidet. Das Corpus umfasst rund dreißig italienische Filme und Serien aus dem Zeitraum 2000 bis 2026. Mittels vergleichender Analyse und fokussierter Close Readings werden Blickregime, Körper- und Rauminszenierungen, Gewaltästhetiken sowie Formen ambivalenter Agency untersucht.
Das Projekt versteht weibliche Agency nicht als lineare Emanzipationsgeschichte, sondern als instabile und häufig widersprüchliche Form von Handlungsmacht. Es möchte damit zeigen, wie der zeitgenössische italienische Thriller Geschlechterverhältnisse nicht nur repräsentiert, sondern über seine narrativen und ästhetischen Strukturen aktiv mitproduziert und transformiert.
Forschungsinteressen
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italienischen Literatur- und Kulturwissenschaft
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Filmwissenschaft
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Gender Studies
Publikationen
Bianco, Natasha (2025): „Stille und schreiende Umbrüche. LGBTQ+-Revolutionen der italienischen Gesellschaft im Spiegel von Kino und Filmfestivals der 1960er, 70er und 80er Jahre“. In: José Manuel Blanco Mayor / Julia Dettke / Joris Lehnert (Hgg.): Romanistisch, politisch? Potenziale für die Gegenwartsanalyse. Bielefeld: transcript, S. 223-240. Open Access.
Bianco, Natasha / Salmeri, Antonio / Schrader, Sabine (Hgg.) (2024): Aufbruch und Gewalt. Klassiker der Romania der 1960 und 1970er Jahre. Marburg: Schüren.
Bianco, Natasha / Salmeri, Antonio / Schrader, Sabine (2024): "Einleitung: Aufbruch und Gewalt Klassiker der Romania der 1960er- und 1970er-Jahre auf dem Weg zum Kino der Moderne". In.: Natasha Bianco/Antonio Salmeri/Sabine Schrader (Hgg.): Aufbruch und Gewalt. Klassiker der Romania der 1960 und 1970er Jahre. Marburg: Schüren, S. 11-35.
Bianco, Natasha / Schrader, Sabine (2024): "Göttliche Aufbrüche in Teorema (1968) von Pier Paolo Pasolini". In: Natasha Bianco/Antonio Salmeri/Sabine Schrader (Hgg.): Aufbruch und Gewalt. Klassiker der Romania der 1960 und 1970er Jahre. Marburg: Schüren, S. 59-78.
Bianco, Natasha (2021): «Il paese è dei paesani». Die neapolitanischen rioni in La paranza dei bambini. In: Zibaldone. Zeitschrift für italienische Kultur der Gegenwart 72: Neapel als intermediale Bühne, S. 119–128.
Lehre
Wintersemester 2026/2027 | Literarische Texte und andere Medien. Von der Lektüre zur Analyse – Italianistik (Institut für Romanistik – Universität Innsbruck)
Sommersemester 2026 | Begleitung zur literaturwissenschaftlichen Leseliste: Italienisch (Institut für Romanistik – Universität Innsbruck)
Sommersemester 2025 | Hören/Sprechen 2 (B1+): Italienisch; Übersetzung in die Fremdsprache (C1): Italienisch (Institut für Romanistik – Universität Innsbruck)
Wintersemester 2021 - 2025 | Die italienische Literatur von den Anfängen bis zum Seicento (Institut für Romanistik – Universität Innsbruck)
Sommersemester 2023 | Literaturwissenschaft: Lektürekurs (Italienisch) (Institut für Romanistik – Paris Lodron Universität Salzburg)
Sommersemester 2022 | Sprachkompetenz Italienisch mündlich (Institut für Romanistik – Universität Innsbruck)
Sommersemester 2022 | Literaturwissenschaft: Lektürekurs (Italienisch) (Institut für Romanistik – Paris Lodron Universität Salzburg)