Konservieren – Visualisieren – Präsentieren der Räter:

Vernetzung archäologischer Fundplätze und Museen

Projektlaufzeit: 01.08.2026 – 31.07.2027

Projektbeschreibung:

Das Projekt, das im Rahmen des INTERREG-Programms Bayern-Österreich mit EFRE-Mitteln in Höhe von rund 42.000 EUR gefördert wird, widmet sich den historischen Wurzeln der rätischen Kultur und ihrer Bedeutung für die kulturelle Identität des Alpenraums. Dort kann diese vor ca. 2500 Jahren eigenständige eisenzeitliche Kulturgruppe anhand charakteristischer archäologischer Funde und Befunde, wie Keramik, Trachtzubehör, Brandopferplätzen sowie der Bauweise ihrer Häuser, erfasst werden. Im Zuge der Eroberung durch die Römer während des Alpenfeldzuges 15 v.Chr. fand auch die rätische Kultur ihr Ende. Lange bevor heutige Staatsgrenzen entstanden, waren die Menschen der Region eng miteinander verbunden. Das Projekt möchte dieses gemeinsame kulturelle Erbe sichtbar machen und das Bewusstsein für den Wert einer Kulturlandschaft, die grenzüberschreitende Identität und die historischen Verbindungen zwischen den Menschen in Tirol und Bayern stärken.

Neben dem Institut für Archäologien der Universität Innsbruck als Lead-Partner, fungieren auf bayerischer Seite der Landkreis Garmisch-Partenkirchen mit dem Museum Werdenfels und die Zugspitz Region GmbH als weitere Partner. Im Gebiet der Projektpartner befinden sich Fundstätten und Fundobjekte der Räter, die für die jeweiligen geographischen Räume einen wichtigen Teil der eigenen Geschichte darstellen. Alle besitzen durch z.T. herausragende Fund- und Befundkomplexe ganz eigene Schwerpunkte im Gelände (Siedlung, Opferplatz, Schlachtereignis) sowie zugehörige Funde in Museen.

Schutzdach über dem konservierten Befund und der Rekonstruktion der hölzernen Wände des eisenzeitlichen Hauses X auf der „Hohen Birga“ bei Birgitz

Schutzdach über dem konservierten Befund und der Rekonstruktion der hölzernen Wände des eisenzeitlichen Hauses X auf der „Hohen Birga“ bei Birgitz

Fotorealistische Rekonstruktion des Hauses X auf der „Hohen Birga“ bei Birgitz

Fotorealistische Rekonstruktion des Hauses X auf der „Hohen Birga“ bei Birgitz

Konkret soll im Landkreis Garmisch-Partenkirchen eine Erfassung relevanter rätischer Fundplätze durchgeführt werden. In Tirol steht die „Hohe Birga“ bei Birgitz im Fokus, auf der seit über 15 Jahren in enger Zusammenarbeit mit dem Verein Archäotop Hohe Birga und der Gemeinde Birgitz eine eisenzeitliche Siedlung freigelegt wird. Zwei Gebäude sind dort mittlerweile teilrekonstruiert sowie mit Schutzdächern versehen und das Gelände ist über einen Weg mit Hinweistafeln erschlossen. Ein über das Smartphone nutzbarer Audioguide in Deutsch und Englisch erleichtert die individuelle Besichtigung. Für die in den letzten Jahren freigelegten weiteren Gebäude soll im Rahmen des Projektes ein Konzept zur fachgerechten, modernen und für interessierte Besucherinnen und Besucher attraktiven Präsentation im archäologischen Freigelände entwickelt werden.

Ziel des Projektes ist es, die inhaltliche Verbindung der Fundstellen und Museen aufzuzeigen und ihre Betreiberinnen und Betreiber, wie Gemeinden, Vereine, Forschungseinrichtungen, usw. zu vernetzen. Einheimischen Besucherinnen und Besuchern sollen so „ihre“ Geschichte und „ihr“ Kulturraum nähergebracht werden. Für Touristen wird hingegen ein ganz spezielles kulturelles Angebot ermöglicht, das es in dieser Form ebenfalls nur in diesem konkreten Raum gibt und dort wahrgenommen werden kann. Durch die Präsentation archäologischer Befunde und Funde der Räter kann sich hier in der touristisch relevanten Region ein konkretes Alleinstellungsmerkmal ergeben, das attraktiv zugänglich gemacht, eine qualitative Erweiterung und wichtige Basis für den (Kultur-)Tourismus darstellen kann. Das Gesamtziel ist eine verstärkte Sichtbarmachung der für den geographischen Raum der Projektpartner relevanten rätischen Kultur. Ein spezifischer, im Gebiet der Projektpartner einmaliger Kulturraum soll überhaupt ins Bewusstsein gebracht und der Mehrwert seiner gemeinsamen Erschließung sowohl für Einheimische als auch Touristen herausgearbeitet werden. 

Projektleitung:

assoz.-Prof. Mag. Dr. Florian M. Müller Bakk., Institut für Archäologien, Universität Innsbruck 

Institut für Archäologien, Universität Innsbruck

Dr. Constanze Werner, Museum Werdenfels, Garmisch-Partenkirchen 

Museum Werdenfels

Projektmitarbeiter:

Daniel Haumer BA, Institut für Archäologien, Universität Innsbruck

Fördergeber:

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