Studium: Integriertes Diplomstudium der Rechtswissenschaften, Diplomstudium Psychologie, Doktoratsstudium Psychologie, Doktoratsstudium der Rechtswissenschaften
Was hat Sie damals an die Universität Innsbruck gezogen? Zunächst die Nähe zu meiner Heimatstadt Brixen, ich hatte und habe eine sehr enge Verbindung zu meiner Familie. Zudem hat mir Innsbruck gefallen und ich fand die Stadt auch aufgrund ihrer Größe ideal für mich.
Denke ich an Innsbruck, denke ich sofort an... eine der besten Zeiten meines Lebens!
Was war für Sie ein unvergessliches Erlebnis Ihrer Studienzeit? Meine Promotionsfeier. Ich durfte beide Promotionen gleichzeitig „feiern“ und der damalige Rektor Tilmann Märk hat eine so beeindruckende und berührende Rede gehalten, das werde ich nie vergessen.
Gab es Momente oder Personen in Ihrem Studium, die Sie besonders geprägt haben? Ganz sicher viele meiner Kommiliton*innen, die auf der Psychologie-Fakultät so anders als auf der juristischen waren, das hat mich immer beeindruckt! Außerdem einige Professoren, mit denen ich prägende Gespräche oder Erlebnisse hatte, wie Prof. Hartmann Hinterhuber, Prof. Klaus Dubis, ehem. Rektor Prof. Tilmann Märk, Prof. Willi Geser.
Aus meinem Studium habe ich noch... sehr viele Unterlagen, Mitschriften, Skripten, aber auch viele schöne Erinnerungen.
Waren Sie im Ausland? War das für Sie aus heutiger Sicht wichtig? Ich war schon während des Studiums an der LFU relativ viel im Ausland, allerdings eher aufgrund meiner musikalischen Tätigkeiten, ich habe auch parallel am Landeskonservatorium studiert. Diese Aufenthalte waren für mich sicher wichtig und prägend, und zwar für alle meine Tätigkeiten. Außerdem war ich für ein Semester in Mailand, was für mich als Südtirolerin ja nicht Ausland ist, aber dennoch extrem spannend für mich war.
Wie hat sich Ihr Weg vom Studium bis heute entwickelt? Ich würde sagen, der Weg hat unzählige Abzweigungen genommen, und zwar schon während der Studienzeit. Ich wollte ursprünglich in den Bereich der Mediation, weshalb Jura und Psychologie als Doppelstudium richtig erschienen, wobei ich zu Beginn dachte, ich wähle dann, was mir besser gefällt, tatsächlich musste ich mich dann nicht entscheiden. Die Musik war immer schon ein sehr wichtiger Bestandteil, weshalb ich Geige (IGP) und Komposition studiert und immer mehr komponiert habe. Irgendwann konnte ich von den Aufträgen leben. Da mir Jura und Psychologie aber zu wichtig waren, und ich die Befürchtung hatte, dass ich mich damit weniger beschäftigen würde, wenn ich nicht direkt in dem Bereich arbeite, habe ich in beiden Fächern ein Doktorat gemacht. Nach wie vor finde ich meine Dissertationsgebiete hochspannend: Das Urheberrecht für Komponist*innen und Musik und Demenz. Deshalb bin ich wahnsinnig froh, dass ich inzwischen Wege gefunden habe, wo ich alle Tätigkeiten verbinden kann: Ich habe den Lehrstuhl für Musikpädagogik am Konservatorium „Claudio Monteverdi“ in Bozen inne, wo ich neben musikpädagogischen auch Vorlesungen in psychologischen Fächern und Arbeitsrecht halte. Außerdem bin ich die künstlerische Co-Leiterin der Münchener Biennale – Festival für zeitgenössiches Musiktheater – wo es absolut von Vorteil ist, Verträge und Menschen lesen zu können. Auch als Komponistin nutzen mir meine anderen Standbeine, auch für meine Tätigkeiten in Jurys oder Verwaltungsräten. Die wichtigste und wohl schönste „Kurve“, die mein Weg bis heute eingelegt hat, ist aber ganz sicher meine Familie, meine beiden Töchter Marlen und Clara und mein Mann Rainer.
Würden Sie sich aus heutiger Sicht für ein anderes Studium entscheiden? Nein, ich würde nach wie vor auf Vielfalt setzen und mehrere Fächer studieren wollen.
Welche im Studium erworbene Qualifikation hilft Ihnen im heutigen Beruf am meisten? Organisatorische Fähigkeiten, Zeitmanagement, Zusammenhänge herzustellen und mich auch in unbekanntes Terrain hineinzudenken.
Was war bis jetzt Ihr schönstes Erlebnis in Ihrer beruflichen Laufbahn? Da gibt es einige, aber ich wähle eine Uraufführung im Dom von Asiago, wo ein Stück für Chor von mir aufgeführt wurde. Darin habe ich ein altes Volkslied der Region zitiert und in meine Klangsprache verpackt. Es waren 1000 Menschen da, und plötzlich hat der ganze Dom geweint. Das war wunderschön.
Was möchten Sie gerne noch erreichen – beruflich oder privat? Beruflich möchte ich gerne weiterhin an Projekten und mit Menschen arbeiten, die mich interessieren und die mich bereichern. Privat ist mein Wunsch, die Zeit mit meiner Familie noch bewusster genießen zu können. Ansonsten bin ich tatsächlich sehr neugierig darauf, was entsteht, wenn nicht schon alles festgelegt ist. Das war übrigens schon immer so.
Was war zu Studienzeiten Ihr Lieblingsort in Innsbruck/an der Universität? Ich war sehr gern in den Unis, das heißt Alt- und Neubau der LFU am Innrain und Gebäude des Konservatoriums. In den „Zwischenräumen“ war ich besonders gern, also in den Gängen, an den Kaffeeautomaten etc.
Was verbindet Sie heute noch mit der Universität? Viele gute Erinnerungen, aber auch mein Stück „unified“ für Chor, Orchester, Stimme und Bigband, das ich anlässlich des Eröffnungskonzertes zum 350. Jubiläum der Uni Innsbruck für die Uni-Ensembles schreiben durfte.
Studierenden rate ich... über den Tellerrand und über das Curriculum zu schauen!
Ich wollte immer schon einmal... ein Stück für zehn elektrische Zahnbürsten schreiben, das habe ich inzwischen gemacht, also wird es wohl Zeit für zehn Staubsaugerroboter :)
Mein Buch- oder Film-Tipp… Francesca Melandri, „Piedi freddi“ (die deutsche Übersetzung: „Kalte Füße“).
Was würden Sie Ihrem Jüngeren Ich gerne sagen? Freue Dich auf die Zukunft!
Können Sie uns noch eine Lebensweisheit/Zitat mitgeben… Meine Mottos im Studium waren: Frechheit siegt, Mut zur Lücke und die*den Professor*in mindestens einmal zum Lachen bringen. Damit fahre ich nach wie vor ganz gut!
Stand: September 2026
