ForscherInnen hautnah

Am 7. März 2019 startet die zwölfteilige Vortragsreihe „ForscherInnen hautnah“. Veranstaltet wird sie vom Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik, einem in Dornbirn ansässigen Institut der Universität Innsbruck. Anlass ist der 350. Geburtstag der Vorarlberger Landesuniversität.

2.300 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger studieren in Innsbruck. Nicht zuletzt deswegen gilt die 1669 gegründete Leopold-Franzens-Universität auch als Landesuniversität für Vorarlberg. Darüber hinaus ist sie mit zwei Instituten in Vorarlberg vertreten: dem Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik sowie dem Institut für Atemgasanalytik, beide in Dornbirn.

Zum 350. Geburtstag präsentiert sich die Universität Innsbruck in Vorarlberg mit der Veranstaltungsreihe „ForscherInnen hautnah“. Professorinnen und Professoren referieren und diskutieren über Forschungsergebnisse mit Vorarlbergbezug. 


Ohne Industrie kein Wohlstand – Vorarlberg im globalen Vergleich

Vortrag von o. Univ.-Prof. i.R. Dr. Franz Mathis,
Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie

Franz Mathis
Foto: Mathis


Zeit: 23.05.2019, 19:00 Uhr
Ort: Publikumsstudio, ORF Vorarlberg, Rundfunkplatz 1, 6850 Dornbirn, https://vorarlberg.orf.at/

Angesichts der Tatsache, dass heute ein nur noch sehr kleiner Teil aller Erwerbstätigen in der Industrie beschäftigt ist, scheint es gewagt, den modernen Wohlstand unserer Gesellschaften allein oder zumindest vornehmlich auf die Industrie zurückzuführen. Da der Industrie aber gerade in einem Land wie Vorarlberg nach wie vor eine überdurchschnittlich große Bedeutung zukommt, liegt es nahe, im ersten Teil des Vortrages die zentrale Rolle herauszuarbeiten, die der seit über 200 Jahren anhaltenden Produktivitätssteigerung in der Industrie für die Entwicklung der gesamten Wirtschaft zukommt. Im zweiten Teil des Vortrages geht es um die zwar schon oft gestellte, hier aber völlig neu beantwortete Frage, warum der Prozess der Industrialisierung in manchen Regionen der Welt früher einsetzte und ein größeres Ausmaß erreichte als in anderen, warum manche Regionen bis heute davon nur unzureichend erfasst wurden und ob das Beispiel Vorarlberg die neue Theorie der Industrialisierung zu stützen vermag. Da diese sehr stark auf die Rolle von Großstädten mit mehreren hundert Tausend bis über eine Million Einwohnern abhebt, scheint das großstadtfreie, aber dennoch schon früh industrialisierte Vorarlberg dieser Theorie vorerst zu widersprechen. Und doch lässt sich – wie der Vortrag zeigen soll – auch die Entwicklung der Industrie in Vorarlberg trotz spezifisch lokaler Voraussetzungen letztlich nur mit der Entstehung von Großstädten in anderen Teilen Europas erklären.

 


Beruf: Wissenschaftlerin

Ein Gespräch mit
assoz. Prof. Mag. Dr. Marie-Luisa FrickInstitut für Philosophie
Univ.-Prof. Mag. Dr. Kristina Stoeckl, MA, Institut für Soziologie und
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konstanze Zwintz, Institut für Astro- und Teilchenphysik


Zeit: 28.05.2019, 19:00 Uhr
Ort: Frauenmuseum Hittisau, Platz 501, 6952 Hittisau, http://www.frauenmuseum.at/

Konstanze Zwintz
Foto: Foto Bechyna
Kristina Stoeckl
Foto: privat
Marie-Luisa Frick
Foto: Andreas Friedle

Die Leiterin des Frauenmuseums Hittisau, Stefania Pittscheider-Soraperra im Gespräch mit der Astrophysikerin Konstanze Zwintz, der Philosophin Marie-Luisa Frick und der Soziologin Kristina Stoeckl. Sie alle lehren und forschen an der Universität Innsbruck. 

Was treibt die drei Wissenschaftlerinnen an, was fasziniert sie an ihrem Fachgebiet und wie denken Menschen, die sich der Wissenschaft verschrieben haben? Bei dem Gespräch im Frauenmuseum Hittisau wird es um persönliche und gesellschaftliche Herausforderungen gehen, aber auch darum, wie Frauen ihren Alltag als Wissenschaftlerin organisieren und welche Bedeutung Geschlechterrollen in der Wissenschaft haben.

 


Tag der offenen Tür & Studienberatung

Zeit: 12.04.2019, 10:00–16:00 Uhr
Ort: Institut für Textilchemie und Textilphysik, Rundfunkplatz 4, 6850 Dornbirn, https://www.uibk.ac.at/textilchemie/

ForscherInnen hautnahInteressierte Besucherinnen und Besucher erhalten am Freitag, den 12. April von 10:00 bis 16:00 Uhr eine Führung durch das Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik (Rundfunkplatz 4) und können erfahren, wie Forschung stattfindet und was für Aufgaben WissenschafterInnen erledigen. Im Gespräch erklären ForscherInnen ihre Arbeiten.

Im Seminarraum des Instituts kann von 10:00 bis 12:30 Uhr die Vorlesung „Technische Textilien und Verbundwerkstoffe“ in Innsbruck von Prof. Tung Pham über die e-learning-Einrichtung in Dornbirn live mitverfolgt werden.

Das Team der Zentralen Studienberatung bietet an diesem seine Dienste in Dornbirn an. Fragen zu Studienbeginn, Studienwahl, Aufnahmeverfahren und Organisation eines Studiums werden beantwortet. Studieninteressierte aller Altersstufen sind herzlich willkommen.

Das Institut für Textilchemie und Textilphysik hat durch die enge Kooperation mit der Vorarlberger Textilindustrie nationale und auch internationale Leitbetriebe bei der Erforschung und Umsetzung von neuen innovativen Produkten, Verfahren und Dienstleistungen erfolgreich unterstützt. Das betrifft die Bereiche der Fasermodifikation, textilen Färbungsprozesse, technischen Textilien, Funktionsbekleidung ebenso wie die Nachhaltigkeit und das Recycling dieser Materialien. Um die Kooperation zu intensivieren, wurde 2018 das Textile Competence Center Vorarlberg (tccv) gegründet.

Die Gründung des Instituts erfolgte 1982 in Kooperation von Land, Bundesministerien und Textilindustrie. 1989 bezog es den Standort in der Textil-HTL. 2018 eröffnete mit dem tccv ein zweiter Standort. Das Institut hält über 30 Patente. In der Lehre steuert es an der Uni Innsbruck die Textil- und Polymerchemie bei. Über 20 Mitarbeiter haben im vergangenen Jahr unter anderem fast 400 Publikationen veröffentlicht.


Insgesamt finden zwölf Veranstaltungen in Vorarlberg statt. Weitere Termine folgen in Kürze!

Bisherige Veranstaltungen »

Zwischen Stundenplan und Rabaukentum – Studenten an der Universität Innsbruck in der Frühen Neuzeit

Vortrag von ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Margret Friedrich,
Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie

Margret Friedrich
Foto: Mario Rabensteiner
Zeit: 07.03.2019, 19:00 Uhr
Ort: Jakob-Jonas-Saal, Jonas Schlössle, Junker-Jonas-Platz 1, 6840 Götzis,
https://goetzis.at/kultur-freizeit-sport/kulturbuehne-ambach/jonas-schloessle


Von der Gründung der Universität Innsbruck erhofften sich die Stände eine kostengünstige Ausbildung der jungen Männer Tirols vor Ort und die Stadt Innsbruck eine Steigerung ihrer Wirtschaftskraft. Was man vielleicht zu wenig bedacht hatte, war das Unruhepotenzial, das mit den Studenten, von denen bei weitem nicht alle unter einer unmittelbaren hausväterlichen Aufsicht standen, in die Stadt kam. Ging es in den ersten Jahrzehnten um körperliche Auseinandersetzungen mit Handwerkern, Soldaten, Jägern, Nachtwächtern, so nahm diese Form der Gewaltbereitschaft in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts ab. Doch bald begann man ein anderes Unruhepotenzial zu fürchten: Ideen der Aufklärung, der Französischen Revolution. Das Verhalten der Studenten wird an anschaulichen Quellenbeispielen ebenso gezeigt, wie die Maßnahmen der Obrigkeit, die auch vor den Professoren nicht haltmachten. In einem zweiten Teil werden die (theoretisch) strikt vorgeschriebene Gestaltung des Studienalltags, einige wesentliche Veränderungen im Lehrprogramm im Lauf des 18. Jahrhunderts und die steigende Bedeutung von Abschlüssen kurz skizziert.


Mitanand? Der Beitrag interreligiöser Bildung zu einer bunten Gesellschaft

Vortrag von Univ.-Prof. Mag. Mag. Dr. Martina Kraml,
Institut für Praktische Theologie

Martina Kraml
Foto: Christian Wucherer

Zeit: 13.03.2019, 19:00 Uhr
Ort: Pädagogische Hochschule, Liechtensteinerstraße 33–37, 6800 Feldkirch, https://www.ph-vorarlberg.ac.at/

Gesellschaftliche und religiöse Pluralität und Heterogenität sind aktuelle Herausforderungen für Bildungsinstitutionen sowie Religionsgemeinschaften. Ein Miteinander in aller Vielfältigkeit und Differenzierung ist ein Gebot der Stunde, dem die Universität Innsbruck mit ihrem Bekenntnis zur Existenz vielfältiger Identitäten und zur Förderung eines vorurteilsfreien und friedlichen Umgangs nachkommt. Interreligiöse Bildung leistet dazu einen wesentlichen Beitrag. In diesem Vortrag sollen zentrale Erkenntnisse über interreligiöse Lernprozesse und Begegnungsdynamiken aus der Zusammenarbeit von islamischer und katholischer Religionspädagogik vorgestellt, Kommunikationsmuster beleuchtet und Schlüsse für eine zukunftsfähige interreligiöse Bildung in einer fragilen Gemengelage gezogen werden.

 


Tourismus am Limit? – Blickwinkel auf die Tourismus–entwicklung in den Alpen

Vortrag von Univ.-Prof. Mag. Dr. Mike Peters,
Institut für Strategisches Management, Marketing und Tourismus

Mike Peters
Foto: Universität Innsbruck


Zeit: 02.04.2019, 19:00 Uhr
Ort: Propstei St. Gerold, Hausnummer 29, 6722 St. Gerold, https://www.propstei-stgerold.at/home.html

Der Tourismus in den Alpen ist eine Erfolgsgeschichte. Tourismus bringt Beschäftigung und Wohlstand. Dennoch mehrt sich die Kritik, die in dem Schlagwort „Overtourism“ gipfelt. In einigen Regionen wächst der Widerstand gegen Tourismusinitiativen oder Mega-Events und die Tourismusgesinnung scheint im Sinken begriffen zu sein. Wie wird sich der Tourismus weiter entwickeln und welche Konsequenzen sind zu erwarten? Gibt es eigentlich die sogenannte „sanfte Tourismusentwicklung“? Und welche Herausforderungen und Chancen bringt diese mit sich? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Vortrag von Mike Peters, der als Sprecher des Forschungszentrums Tourismus & Freizeit an der Universität Innsbruck aufzeigt, dass wir mehr interdisziplinäre Forschung und Zusammenarbeit brauchen, um diese Herausforderungen in den Alpen zu bewältigen!

 


Limnologische Forschung an Seen im Alpenraum – neue Herausforderungen im Zuge des Klimawandels

Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Thomas Weisse,
Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee

Thomas Weisse
Foto: Weisse


Zeit: 23.04.2019, 19:00 Uhr
Ort: Wolf-Dietrich-Saal, Schloss Hofen, Hofer Straße 26, 6911 Lochau, https://www.schlosshofen.at/

Der Klimawandel führt zu erheblichen Veränderungen der physikalischen, chemischen und ökologischen Prozesse in den Seen des Alpenraumes. Dabei spielen sowohl die anhaltende längerfristige Erwärmung als auch die kurzfristige Zunahme meteorologischer Extremereignisse wie Starkregen und Hitzeperioden mit einhergehenden starken Schwankungen des Wasserspiegels eine Rolle. Der Vortrag gibt einen Überblick über die klimatisch bedingten Veränderungen im Bodensee und anderen Alpenseen, vor allem im Hinblick auf die ökologischen Auswirkungen. Der Bodensee hat als der am intensivsten erforschte und überwachte See Vorbildcharakter für andere Seen nördlich und südlich des Alpenhauptkamms. Weiters vermittelt der Vortrag einen Einblick in die aktuelle limnologische Forschung, die sich weltweit verstärkt mit den Auswirkungen des Klimawandels befasst.

 


Kontakt

Univ.-Prof. Mag. Dr. Thomas Bechtold
Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik
Universität Innsbruck
Tel.: +43 512 507- 55003
E-Mail: Thomas.Bechtold@uibk.ac.at

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