Universität Innsbruck

Überblick


Gabriela Kompatscher
Ein Herz für Latein und für Tiere


Gabriela Kompatscher liebt lateinische Literatur und Tiere – und das merkt man auch sofort, wenn man ihr Büro im Atrium betritt: In den Regalen teilen sich unzählige Werke über antike und mittelalterliche Autoren den Platz mit Büchern zu Human-Animal-Studies, und an den Wänden hängen große Schwarz-Weiß-Bilder von Katzen und Hunden. Die Fotos hat sie alle selbst gemacht. „Ein Freund von mir fotografiert viel, und da habe ich mir irgendwann seine Kamera ausgeliehen und gemerkt, wie spannend das ist“, erzählt sie. Sie könne sich stundenlang damit beschäftigen. Eine besondere Herausforderung sei dabei, dass ihre Lieblingsmotive – Tiere und Kinder – meist schon nach ein paar Minuten zu zappeln anfangen und die Fotos daher innerhalb kürzester Zeit im Kasten sein müssen.

Geblieben

Die Wissenschaftlerin kommt aus Südtirol und wollte eigentlich nach der Uni auch wieder dorthin zurückkehren, um Latein und Geschichte zu unterrichten. „Aber ich habe mich sofort zuhause gefühlt in der Stadt Innsbruck und wollte deshalb unbedingt hierbleiben. Zum Glück hat es sich dann auch so ergeben, dass ich an der Universität Innsbruck eine akademische Laufbahn einschlagen konnte“, sagt Gabriela Kompatscher. Nach dem Studium hat sie zuerst in der Handschriftenabteilung der Universitätsbibliothek gearbeitet, dann kam der Wechsel an das Institut für Sprachen und Literaturen (Bereich Latinistik und Gräzistik).

Human-Animal-Studies

Besonders freut die Südtirolerin, dass sie an der Universität ihre Begeisterung für die lateinische Sprache und ihre Tierliebe verbinden kann. Sie ist Teil eines kleinen Innsbrucker Forscherteams, das sich seit 2012 mit den Human-Animal-Studies beschäftigt und die Mensch-Tier-Beziehung aus verschiedenen Blickwinkeln untersucht; der zentrale Grundsatz ist dabei, dass Tiere als Individuen mit eigenen Bedürfnissen, Gefühlen, Wahrnehmungen, Erfahrungen, Vorlieben und Interessen anerkannt werden. Die Latinistin verfolgt hier einen literaturwissenschaftlichen Ansatz: „Es gibt sehr viele lateinische Texte über liebevolle Beziehungen zwischen Menschen und Tieren, und schon die griechischen Philosophen haben unter anderem darüber diskutiert, ob man Tiere essen darf oder nicht“, erzählt sie. Das gebe nicht nur einen spannenden Einblick in das antike Leben, sondern auch in die historische Entwicklung unseres Verhältnisses zu Tieren. Darüber hinaus untersucht sie, wie Literatur unsere Beziehungen zu Tieren verbessern kann.

Aktiv für Tierwohl

Neben dieser theoretischen Auseinandersetzung engagiert sich Gabriela Kompatscher auch privat für das Wohl der Tiere: Sie hat selbst zwei gerettete Katzen adoptiert, ist gesellschaftspolitisch aktiv, indem sie z.B. öffentliche Vorträge zum Thema Mensch-Tier-Beziehungen hält, und verzichtet seit Jahren komplett auf tierische Lebensmittel – um zu zeigen, dass man auch ohne Fleisch, Milch und Co. gut essen kann, hat sie vor ein paar Jahren sogar eine Broschüre mit veganen Rezepten veröffentlicht.

(Autorin: Lisa-Maria Schwarzenauer)

 

Steckbrief

Gabriela Kompatscher
Fotos: Axel Springer

Name

A. Univ.-Prof. Mag. Dr. Gabriela Kompatscher

Funktion

Leiterin des Instituts für Sprachen und Literaturen

An der Uni seit

1994

Wohnort

Innsbruck

Herkunft

Südtirol

 


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