Universität Innsbruck

Überblick

Eva Lavric
Von Sehnsucht und Leidenschaft


An ihrer Faszination für Frankreich und die französische Sprache sei gewissermaßen ihr Vater schuld, sagt Eva Lavric. Der ist Franzose, war aber schon früh abwesend im Leben der Tochter. „Ich musste mir mein väterliches Erbe sozusagen selbst erarbeiten. Teil meiner Motivation, das zu tun, war auch immer ein Stück Sehnsucht“, erzählt sie. Vom Kindergarten weg besuchte Lavric das Lycée Français in Wien. Der spanischen Sprache hat sie sich erst später gewidmet – mit 35 Jahren im Rahmen eines langen Forschungsaufenthalts in Madrid. 20 Jahre lang hat Lavric am Institut für romanische Sprachen an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) Wirtschafts-Französisch unterrichtet. Nach ihrer Habilitation nahm sie 2001 eine Gastprofessur an der Universität Innsbruck an, 2003 wechselte sie endgültig nach Innsbruck – wo es ihr auch privat gut gefällt: „Innsbruck ist herrlich. Von meiner Wohnung aus sehe ich hinter mir die Berge und zu meinen Füßen liegt die Stadt. Das ist schon besonders.“

Mag es, Dinge zu organisieren, sich etwas für ein Publikum auszudenken

Auch wenn ihr die Arbeit an der WU Wien gut gefallen und sie auch erfüllt hat, genießt Eva Lavric es jetzt doch, an einem „echten“ Romanistik-Institut zu arbeiten und vor allem zu forschen. Besonders der Austausch mit KollegInnen und interdisziplinäre Projekte lassen ihr Herz höherschlagen. Als Leiterin des Frankreich-Schwerpunkts organisiert Eva Lavric auch zahlreiche Veranstaltungen wie Podiumsdiskussionen und Vorträge – und das tut sie gerne: „Ich mag es, Dinge zu organisieren, mir etwas für ein Publikum auszudenken.“ Außerdem hätte sie bei solchen Veranstaltungen auch immer wieder die Gelegenheit, eine Rede zu halten. „Auch wenn ich kurz davor immer sehr nervös bin“, gibt Eva Lavric zu. Der Frankreich-Schwerpunkt fördert Kooperationen zwischen der Universität Innsbruck und französischen ForscherInnen aus sämtlichen Disziplinen. Diese Vielfalt freut die Leiterin ganz besonders, auch wegen der Veranstaltungen, die sie in Kooperation mit anderen Instituten umsetzen kann: „Zum Beispiel zum Klimawandel, als in Frankreich die COP21 stattfand.“

Analysiert, wie sich Spieler verschiedener Nationen auf dem Fußballfeld verständigen

Ihre Arbeitsweise würde Eva Lavric selbst unter das Motto „Von der Fülle zur Präzision“ stellen. „Zuerst habe ich eine Fülle an Ideen – Menschen, die mit mir etwas organisieren müssen, würden vielleicht sagen zu viele – kann dann aber auch sehr strukturiert und effektiv arbeiten“, sagt sie. In der Forschung interessieren sie die Aspekte von Sprache und Kommunikation, die den Alltag der Menschen berühren, wie zum Beispiel die Sprache der Speisekarten. Ein Forschungsprojekt, das sie sozusagen berühmt gemacht hat, ist eigentlich aus einem Scherz heraus entstanden. In einer Sitzung hat sie mit KollegInnen über mögliche Untersuchungsfelder gesprochen und vorgeschlagen, die Mehrsprachigkeit in Fußballvereinen zu analysieren. Also wie sich Spieler aus verschiedenen Nationen am Fußballfeld verständigen. Eva Lavric hatte diesen Vorschlag nicht zu 100 Prozent ernst gemeint – ihre KollegInnen allerdings schon. Und weil noch niemand vor ihr dieses Thema erforscht hat, fand sie sich bald auf Vorträgen in der ganzen Welt wieder. „Und dabei bin ich die unsportlichste Person der Welt!“

(Autorin: Rebecca Müller)

Steckbrief

Eva LavricFotos: Axel Springer

Name

Univ.-Prof. Mag. Dr. Eva Lavric

Funktion

Professorin für französische und spanische Sprachwissenschaft, Leiterin interdisziplinärer Frankreich-Schwerpunkt

An der Uni seit

2003, zuvor ab 2001 drei Semester als Gastprofessorin

Wohnort

Wien und Innsbruck

Herkunft

Wien

 


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