Universität Innsbruck

Überblick

Christian Kössler
Der Mann fürs Makabere


Christian Kössler sitzt im Magazin der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol, dem größten Medienspeicher des Landes, umringt von alten Büchern und erzählt von seiner Liebe zum gedruckten Wort. Hier hat er vor 14 Jahren angefangen zu arbeiten, nachdem er sich entschlossen hatte, seine Anstellung als Sportartikelverkäufer an den Nagel zu hängen und sich beruflich komplett neu zu orientieren. Als Kind wollte er eigentlich Pfarrer werden, weil ihm die Erhabenheit des Amtes und die Hostienverteilung so gut gefiel. Auch Ritter wäre ein Wunschberuf von Kössler gewesen, diese Wahl hat sich dann aber als wenig zeitgemäß herausgestellt. „Dass ich schlussendlich an der Bibliothek lande, hätte ich mir nicht gedacht. Aber dadurch, dass ich immer schon gerne gelesen habe, hat sich die Liebe zum Buch schon früh abgezeichnet“, verrät Kössler schmunzelnd.

Fasziniert vom Schaurigen und Abseitigen

Bücher bestimmen auch abseits seiner Beschäftigung in der Bibliothek das Leben von Christian Kössler. Im Jahr 2006 nimmt er an einem Sagenwettbewerb in Südtirol teil und entdeckt seine Begabung für das Schreiben. Seitdem hat Kössler vier Bände mit Kurzgeschichten, zwei Romane und mehrere Textbeiträge, unter anderem für regionale und internationale Literaturmagazine verfasst. Im Zentrum seiner Bücher stehen das Unheimliche und Makabere. Sie tragen Titel wie „Innsbrucker Totentanz“, „Tiroler Sensenmann-Blues“ und „Sie wird dich holen“. Das Schaurige und Abseitige faszinieren Kössler seit seiner Kindheit. Seine Vampir-Geschichte „Grenzgänger“ wurde 2017 von den beiden Regisseuren Felix Gorbach und Moritz Neumayr als Kurzfilm umgesetzt, mit zwei Tiroler Publikumspreisen ausgezeichnet und war darüber hinaus beim Filmfest München für den „Shocking Shorts Award“ nominiert. Langweilig wird dem Schriftsteller in seinem Brotberuf als Bibliothekar aber nie. Die Universitäts- und Landesbibliothek ist für ihn nicht nur Arbeitsort, sondern auch Inspirationsquelle. „Als Autor ist die Arbeit in der Bibliothek unter anderem auch deshalb interessant, weil man bei der Recherche für neue Geschichten auf den gesamten Bestand der Bibliothek zurückgreifen kann“, erzählt Kössler.

Verbindung aus Fußball und Literatur

Christian Kössler setzt sich auch in seiner Freizeit für den Tiroler Kunst- und Literaturbetrieb ein. Er ist Vorstandsmitglied der Interessensgemeinschaft Autoren Tirol und Torhüter der österreichischen Fußball-Literaten-Mannschaft, mit der er ganz Europa bereist, um sich dort mit anderen Schriftstellerteams zu messen. „Wir bestreiten regelmäßig Freundschaftsspiele gegeneinander, die meist auch von einem Kulturevent, wie zum Beispiel einer Lesung oder einer Stadtführung begleitet werden. Dabei überschreiten wir auch im übertragenen Sinne Grenzen. Man lernt neue Leute kennen, spielt Fußball, amüsiert sich und tut auch ein wenig Gutes für den Kulturbetrieb“, erklärt Kössler.

(Autor: Daniel Schreier)

Steckbrief

Christian Kössler
Fotos: Axel Springer

Name

Christian Kössler

Funktion

Bibliothekar an der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol

An der Uni seit

2004

Wohnort

Innsbruck

Herkunft

Innsbruck

 


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