Peter Goller – Martin Urmann
Antisemitismus an der Universität Innsbruck. Vom „Waidhofener Prinzip“ zum „Ständestaat“ (1896-1938)

 

  1. Antisemitismus im „Ständestaat“

Für die Jahre des Austrofaschismus 1933-1938 verschwindet der offene akademische Antisemitismus an der Oberfläche aus den Akten des Rektorats und der Fakultäten im Innsbrucker Universitätsarchiv. Emmerich Talos spricht in seinem Buch „Das austrofaschistische Herrschaftssystem.“[1] vom „inoffiziellen Antisemitismus“ oder vom „alltäglichen Antisemitismus“.

Mitchell G. Ash spricht ebenfalls 2013 in einem Beitrag über jüdische WissenschaftlerInnen an der Universität Wien[2] von dem für jüdische Gelehrte im Vergleich zu 1938 „kleinen Einschnitt“ des Jahres 1933/34: Die Enthebung des Sozialdemokraten Julius Tandler war eine politische. Auch die Vertreibung von SozialwissenschaftlerInnen wie Paul Lazarsfeld oder von Marie Jahoda war antisozialistisch motiviert. Und Ash weiter: „systematische Amtsenthebungen“ wegen der Zugehörigkeit zum Judentum gab es an der Universität Wien während des „Ständestaats“ nicht. Ash zitiert aus einem Brief Sigmund Freuds Tage nach der Niederschlagung des Arbeiteraufstandes im Februar 1934: „Die Zukunft ist ungewiss: entweder ein österreichischer Faschismus oder das Hakenkreuz. Im letzteren Falle müssen wir weg: vom heimischen Faschismus wollen wir uns einiges gefallen lassen, da er uns kaum so schlecht behandeln wird wie sein deutscher Vetter. Schön wird er auch nicht sein.“

Die Einschätzungen von Talos und Ash gelten auch für die Universität Innsbruck, wo allerdings schon vor 1933/34 erst gar keine linken politischen Gegner an der Hochschule vorhanden waren. Im Mittelpunkt der Innsbrucker politischen Universitätsakten steht nun ab 1933 der wenig erfolgreiche, und ab der „Juli-Befriedung“ 1936 endgültig nur mehr zögerliche disziplinäre Kampf gegen „illegale“ NS-Professoren und NS-Studenten.[3]

Es blieb dem Rektor des Studienjahrs 1935/36, dem Pharmakognosieprofessor Ludwig Kofler, vorbehalten, seinem Grazer Amtskollegen am 6. Februar 1936 zu antworten: „… beehre ich mich mitzuteilen, dass an der Universität Innsbruck keine jüdische Studentenverbindung besteht, die das Farbenrecht auf akademischen Boden besitzt. Es wurde auch noch nie von Seiten jüdischer Studenten ein diesbezügliches Ansuchen eingebracht. Die Judenfrage ist auf der hiesigen Universität überhaupt nicht aktuell, da der Stand der jüdischen Hörer immer so gering ist, dass sie in keiner Weise hervortreten, und für sie selbst auch zur Organisation keine Veranlassung bzw. kein Bedürfnis besteht. Im vergangenen Wintersemester waren beispielsweise insgesamt nur 5 Juden inskribiert, hievon 3 Ausländer.“[4] Ludwig Kofler, längst federführender „illegaler“ NS-Aktivist, 1938 erster NS-Dozentenbund-Obmann, hatte es nichtsdestotrotz auch unter dem Regime der „Vaterländischen Front“ in das Rektorsamt geschafft.

Die völkische, dann 1938 vom NS-Gauverlag übernommene Innsbrucker „Neueste Zeitung“ klagte am 12. Dezember 1936 schon in offener NS-Sprache darüber, dass die Hochschulstatistik für das Sommersemester 1936 „nicht nach der rassischen, sondern nur nach der konfessionellen Zugehörigkeit zählt“. Und selbst diese Zahlen seien „alles, nur nicht erfreulich“, erkläre sich doch daraus unter anderem die „starke jüdische Überfremdung des Ärztestandes“: „Am judenreinsten ist die Innsbrucker Universität, wo unter 1679 Hörern nur sechs Israeliten gezählt wurden. Bezeichnend ist, dass von den übrigen Hochschulen der Einschlag des Judentums am stärksten an der Welthandelshochschule hervortritt, wo die Zahl der Israeliten fast ein Siebentel der Hörerzahl ausmacht, während zum Beispiel an der Tierärztlichen Hochschule nur zwei Israeliten studierten.“

Der Antisemitismus längst „illegaler“, auch in Dollfuß-Schuschnigg Jahren fest in ihren Lehrstühlen sitzender NS-Professoren spielte im Universitätsalltag schon vor dem „Anschluss“ eine Rolle.

Ein Fall aus „Ständestaats“-Jahren wurde so aktenkundig: 1937 bemühte sich der prekär beschäftigte Innsbrucker Botanik-Dozent Helmut Gams (1893-1976) um einen pflanzengeographischen Lehrauftrag an der Universität Wien. Fritz Knoll, Monate später NS-Rektor der Universität Wien, schrieb als Fachkollege am 25. September 1937 (sic!) an Helmut Gams, dass er sich hierfür verwenden wolle, aber: „Es war mir sehr angenehm, dass Sie in Ihrem Briefe die Frage Ihrer Abstammung erörtert haben. Ich wurde schon öfters (hier und auch im deutschen Reiche) von Kollegen danach befragt, konnte aber nichts darüber aussagen. Um in dieser Hinsicht die richtige Aussage geben zu können, möchte ich Sie ersuchen, mir Ihren Stammbaum bis zu Ihren Urgroßeltern (einschließlich) zu senden. Unter der Angabe der Konfession aller dieser Vorfahren. Wenn ich die Leute darüber aufklären kann, wird es für Sie nur von Nutzen sein.“ Helmut Gams, dem im Herbst 1938 die Dozentur aus „rassischen Gründen“ aberkannt werden sollte, bemühte sich postwendend so etwas wie eine deutsche „Ascendenz“ zu belegen. Knoll, längst notorischer „Rassen-Antisemit“, war damit aber nicht zufrieden, schon am 29. September 1937 antwortet er Gams: „Ihre Mitteilung hinsichtlich der Ahnen habe ich zur Kenntnis genommen. Ich erwarte aber trotzdem noch den von mir im letzten Brief erbetenen Stammbaumausschnitt.“ Am 19. Oktober 1937 erklärte Knoll ohne weitere Begründung, dass Gams’ Wiener Lehrauftrag vorläufig nicht realisierbar sei.[5]

Die Innsbrucker akademischen Gremien wollten nach der „Machtergreifung“ Ende Jänner 1933 aus NS-Deutschland flüchtende jüdische Studierende per numerus clausus fernhalten – verbrämt auch mit antisozialistischen Ressentiments, das jüdisch-sozialistische Feindbild vor sich hertragend. Gegenüber jüdischen Studierenden, die aus NS-Deutschland geflüchtet waren, ging die Universität Innsbruck 1933 mit amtlicher Gehässigkeit vor. Der (krypto-nazistische) Medizinerdekan Karl Meixner wies etwa den Studenten Rolf Günther Meyer aus Remscheid zurück. Meyer klagte erfolglos am 7. Mai 1933 beim Unterrichtsministerium in Wien: „Ende März fragte ich an der Innsbrucker Universität an, ob ich, da ich mosaischer Konfession bin, ohne Schwierigkeiten dort studieren könnte. (…) Als ich mich beim Dekan der med. Fakultät (Prof. Dr. Meixner) meldete, wies er mich ohne triftige Begründung zurück, obgleich sich seine Handlung, wie er selbst sagte, auf kein Gesetz gründete.“[6]

Im Schatten der nazistischen „Machtergreifung“ hatte am 22. April 1933 ein Ausschuss der Universität Innsbruck in Anwesenheit der Dekane der „weltlichen“ Fakultäten und der Studentenschaft über einen politischen Numerus Clausus und über restriktive Inskriptionsbedingungen für jüdische Studierende beraten: „Inländer haben Anspruch [auf Immatrikulation – Anm.], Ausländer nicht; Juden, komm[unistische] u[nd] sozialdemokr[atische] Agitatoren sind unerwünscht.“ Zur Rolle der Studierenden wurde in diesem Rahmen vermerkt: „Studentensch[aft] wird Dekanate nach Möglichkeit unterstützen, insbes[ondere] falsche Angaben über Bekenntnis. Agitatorische Betätigung.“[7]

So konnten im Sommersemester 1938 neben den sieben „aus rassischen Gründen“ entlassenen Lehrenden die wenigen (vier) jüdischen Studierenden rasch ausfindig gemacht werden. Von den nach dem „Anschluss“ 1938 an der Universität Innsbruck aus – in nazistischer Sprache - „rassischen Gründen“ als „nicht den Nürnberger Gesetzen entsprechend“ entlassenen Professoren waren berufen worden: 1) 1915 der seit 1904 als Assistent in Innsbruck tätige experimentelle Pathologe Gustav Bayer, der sich im Wissen um die nahe Verfolgung am 15. März 1938 gemeinsam mit seiner Tochter umbrachte, 2) 1916 der Physiologe Ernst Theodor Brücke, 3) 1921 im Zuge der Auflösung der Universität Czernowitz der Zivilrechtler Karl Wolff und 4) 1928 der Musikwissenschaftler Wilhelm Fischer.[8]

Eigentlich hatte sich die Universität Innsbruck nach 1918 geweigert, jüdische Gelehrte der aufgelösten Czernowitzer Hochschule „unterzubringen“. Abgesehen davon, dass Czernowitzer Professoren „nichtdeutscher Nationalität“ – wie etwa der Kelsen-Schüler Leonid Pitamic („Slawe“) – von vornherein ausgeschlossen wurden, hieß es 1920 in einem Memorandum: „Professoren jüdischen Stammes würden hier wegen der eigenartigen Tiroler Verhältnisse einen sehr schweren Stand haben; sie wären auch im Interesse eines ruhigen und ungestörten Wirkens der Fakultät nicht unbedenklich.“[9]

Das Schuschnigg-Pernter Ministerium versuchte in Innsbruck, das nach Aussage des späteren Innsbrucker NS-Rektors Harold Steinacker neben Graz als „Nazi-Hochburg“ galt,[10] pointiert katholische Nach-Berufungen durchzusetzen, so Arnold Herdlitzcka für das Römische Recht, Hans Bayer für die politische Ökonomie, Hubert Urban für die Psychiatrie und den in Köln entlassenen Kirchenrechtler Godehard Josef Ebers.

Nur ein 1938 „aus rassischen Gründen“ Entlassener wurde in den „Ständestaats“-Jahren ernannt bzw. überhaupt in einen Dreiervorschlag aufgenommen: 1933/34 der Zahnheilkundler Wilhelm Bauer, gegen dessen Habilitation Innsbrucker Burschenschaftler 1925 mit aller Härte mobil gemacht hatten. Bauer selbst hatte sich mit der Israelitischen Kultusgemeinde überworfen, da er sich nach deren Ansicht in verräterischer Haltung zum „Deutschtum“ bekannt hatte. Bauer betonte seine Verankertheit im katholischen Milieu, zur „Familie des Cardinal-Erzbischofes Grafen Schönborn“. Bauer verwies auf seine Unterstützung für die „Heimwehr“. Am 19. Jänner 1925 erklärte Bauer gegenüber der „ehrenfesten Kammer der Deutschen Studentenschaft“: „Auch nach dem Umsturz 1918 trat ich sowohl mit Leitartikeln in den ‚Innsbrucker Nachrichten’, als auch in öffentlichen Versammlungen im großen Stadtsaal neben Dr. [Richard] Steidle, [Josef] Swienty u.a. für die völkische Sache ein.“ Wegen Mitgründung eines „Hilfsvereins für Deutschböhmen und die Sudetenländer“ sei ihm bis 1923 von den tschechoslowakischen Behörden die Einreise in die böhmische Heimat verwehrt worden: „Zwanzig Jahre habe ich mich stets national betätigt und nicht nationale Arbeit am ‚grünen Tisch’, sondern im Volke selbst geleistet (…).“ Wilhelm Dannhauser antwortete öffentlich für die Innsbrucker Israelitische Kultusgemeinde: „Dass [Wilhelm Bauer] diese Gelegenheit dazu benützt, in einer zweideutigen Wendung seine ehemaligen Glaubensgenossen als Volksschädlinge hinzustellen, charakterisiert die Mentalität des ängstlichen Renegaten, der, geplagt von ewiger Furcht, erkannt zu werden, hinter einem antisemitischen Ausfall seine Abstammung zu verbergen sucht.“ Die „deutscharischen Studenten“ beider - der nationalen und der katholischen – Fraktion missbilligten ihrerseits davon unberührt am 12. Juni 1925 in den „Innsbrucker Nachrichten“ den Habilitationsbeschluss und erklärten, dass „sie niemals gewillt sind, Dr. Bauer zu hören und werden es ihm persönlich auf die nachdrücklichste Weise zur Kenntnis bringen.“[11]

 

  1. Vorgeschichte I: Akademischer Antisemitismus in Innsbruck nach 1918. Die antisemitische Protestflut (1918-1923)

Der Anteil jüdischer Studierender war in Innsbruck immer sehr gering. Er überschritt nur ausnahmsweise einen relativen Anteil von 1 Prozent in Richtung 1,5 bis 2 Prozent, sodass von einem „Antisemitismus [fast] ohne Juden“ gesprochen werden kann. In einer 1923 von der Universitätsquästur für den Rektor zwecks Beratung antijüdischer Maßnahmen aufbereiteten „Statistik Israelitischer Hörer“ seit dem Studienjahr 1900 wurde dieser geringe Studierendenanteil Semester für Semester ausgewiesen. In „Ständestaats“-Jahren sank die Frequenz israelitisch mosaischer Hörer deutlich Richtung weniger als 0,5%.[12] Jährlich meldete die Universität die jüdischen Studierenden auch dem Rabbinat für Tirol und Vorarlberg.[13]

Das oft bemühte akademische „Berufs-Konkurrenz-Argument“ war nur irrational hetzerisch an so genannten objektiven Fakten orientiert. Schon am 4. Dezember 1918 hatte ein „deutschtirolischer“ Ärzteausschuss wegen einer „Überflutung der deutschen Lande durch nicht völkische Ärzte (Nichtarier, Nichtdeutsche)“ gefordert: „Ärzte nichtdeutscher Nationalität, welche derzeit in den Universitätsinstituten bzw. Kliniken angestellt oder zu ihrer weiteren Ausbildung tätig sind, wären daher sofort zu entfernen.“

Am 3. März 1919 verlangte ein Verein der Hochschulassistenten in Innsbruck vom Professorenkollegium der Medizinischen Fakultät, „Assistentenstellen nicht mit volks- oder rassenfremden Personen zu besetzen“. [14]

Im Februar 1920 hat eine Vorlesung von Karl Kraus in den Innsbrucker Stadtsälen massive Störversuche ausgelöst. Ein Ausschuss der Innsbrucker Studentenschaft, dem „deutsch-freiheitliche“ und „katholisch-deutsche“ Studenten angehörten, protestierte in einer Eingabe an den akademischen Senat gegen den „Juden Karl Kraus“ und gegen den sich mit Kraus solidarisierenden Philosophieordinarius Alfred Kastil: „Professor Dr. Kastil hat es gewagt, nicht nur in der Vorlesung, sondern auch öffentlich das Vorgehen der Studentenschaft zu verurteilen. (...) Die Studentenschaft erhebt gegen das Benehmen des Prof. Dr. Kastil feierlichen Einspruch, denn es wurde dadurch nicht nur das Ansehen unserer Alma mater schwer geschädigt, sondern auch ein Eingriff in die Rechte der Studentenschaft vorgenommen. Die Studentenschaft der Universität Innsbruck erklärt, dass im Falle einer Wiederholung einer derartigen Kritik gegen Prof. Dr. Kastil mit den schärfsten Mitteln vorgegangen wird.“ Diese Drohung wurde vom Akademischen Senat nicht zurückgewiesen, vielmehr wurde einstimmig beschlossen, sie Kastil zur Kenntnis zu bringen. Kastil verzichtete dann 1933 vorzeitig aus Protest gegen die „braune Flut“ an der Universität Innsbruck auf seine Lehrkanzel.[15]

Vergeblich wurde etwa am 18. Juli 1920 vom Wiener Unterrichtsministerium die Wahlordnung für einen allgemeinen Studentenausschuss der Universität Innsbruck zurückgewiesen, da es „untunlich“ wäre, „dass der in Aussicht genommene Hochschulausschuss einerseits die Bezeichnung eines allgemeinen Studentenausschusses führt und berechtigt sein soll, von jedem Studierenden einen Semesterbeitrag einzuheben, andererseits das aktive und passive Wahlrecht auf Studierende deutsch-arischer Abstammung und deutscher Muttersprache beschränkt sein soll“.[16]

Im November 1922 beantragte der Vorstand der „Deutschen Studentenschaft Innsbruck“ in einer Eingabe an den akademischen Senat die Einführung eines Numerus clausus für jüdische Dozenten und Hörer: „Der Akademische Senat möge beschließen, dass 1. nur Professoren deutscher Abstammung und Muttersprache zu Rektoren, Dekanen und sonstigen Amtswaltern der akademischen Behörden gewählt werden können, 2. einen Numerus clausus, nach dem nur 5% der gesamten Anzahl der Lehrenden jüdischer Abstammung sein können, 3. endlich den Numerus clausus, nach dem nur 5% der Gesamtzahl der Studierenden jüdischer Abstammung sein können.“[17]

Im Herbst 1923 – die Universität Innsbruck zählte im Wintersemester 1923/24 insgesamt 1565 Studierende - eskalierte diese Vorgangsweise. Rektor Hans Haberer, Professor der Chirurgie, trug den vier Dekanen folgenden „internen“ (!) Senatsbeschluss vom Juli 1923 vor: „Der akademische Senat stellt fest, dass kein Ausländer ein Recht auf Immatrikulation oder sonstige Aufnahme an einer inländischen Universität hat. Es steht daher den Dekanen frei, die Aufnahme von Ausländern ohne Angabe von Gründen abzulehnen. Er empfiehlt den Dekanen auch im Interesse der Aufrechterhaltung der Ruhe an der Universität auf das Nachdrücklichste, jüdische Ausländer, soweit als nur durchführbar weiterhin nicht mehr zu immatrikulieren. Dies gilt in besonderen Maße von den sog. Ostjuden (aus Polen, Ukraine, Rumänien, Russland, Ungarn und der Tschechoslowakei) und von den Juden aus anderen Staaten, die einen numerus clausus für jüdische Studenten einführen. Auch die Neuaufnahme jüdischer Inländer wäre nach Möglichkeit zu vermeiden.“ Vorgeschlagen wurden stille administrative Maßnahmen in Form verschärfter Überprüfung von Personalunterlagen im Zug der Immatrikulation.

Der Senatsbeschluss beruhte auf einem ns-rassistische Überlegungen vorwegnehmendem Ausschussbericht vom Sommersemester 1923: „Was die Zahl jüdischer Hörer anbelangt, können für eine Statistik nur jene in Betracht gezogen werden, die im Nationale sich zum jüdischen Glauben bekennen. Da eine Kontrolle nicht geübt wird, sind die für die Statistik herangezogenen jedenfalls das Mindestausmaß jüdischer Hörer an unserer Hochschule. Da zeigt sich nun, dass die Zahl jüdischer Hörer an unserer Universität in keinem Semester einen nennenswerten Hundertsatz ausmachte. An der juristischen Fakultät spielt sie überhaupt keine Rolle, Jahre hindurch zählten wir keinen oder 1-2 Israeliten. Stärker war bisher der Besuch der medizinischen Fakultät. Die höchste Ziffer ergab an allen drei weltlichen Fakultäten das Wintersemester 1922/23 mit 22, dem sofort das Wintersemester 1921/22 mit 21 folgt. Hievon entfallen in dieser Zeit auf die medizinische Fakultät 13 bzw. 10 Studenten jüdischen Bekenntnisses. Im laufenden Sommersemester zählen wir 20 solcher Hörer, wovon 12 die medizinische Fakultät besuchen. Mithin etwa 1½% der Hörerschaft überhaupt. Dies würde an sich keinen Anlass zur Beunruhigung geben, wenn nicht von diesen 20 Hörern 12 in die Gruppe der so genannten Ostjuden fielen, wovon 11 der medizinischen Fakultät zugehören. Bedenkt man weiter, dass gerade in diesen Staaten mehrfach ein numerus clausus für jüdische Studenten besteht, dass namentlich auch in Wien und Graz diese Elemente bei der Aufnahme Schwierigkeiten finden werden, so wäre es nicht ausgeschlossen, dass wir in Innsbruck, wo man bisher Ostjuden fallweise aufnahm, einen größeren Zuzug dieser Leute zu erwarten haben. Bedenkt man weiter, dass diese Kreise sofort hier Wohnungen zu erlangen wissen und sie so unseren einheimischen Studenten wegnehmen, dass der Raummangel in den Instituten und Kliniken in erster Linie uns wesensfremde Elemente, deren Vorbildung oft in Frage steht, zurückdrängen soll, so ist es auch aus diesem Grunde am Platze, der Aufnahme der Ostjuden, die nicht einmal in ihrer Heimat ankommen, Einhalt zu tun. Andererseits wäre es höchst unklug, diese Politik der Tat an die große Glocke zu hängen. Innsbruck ist ohnehin schon wegen antisemitischer Tendenzen im In- und Auslande oft schlecht beschrieben, die Zuwendungen aus Amerika, die unseren Instituten vielfach erst den Weiterbestand ermöglichten, unseren Studenten in der mensa academica und in anderen Belangen Erleichterung bringen, sind daran gebunden, dass kein Unterschied in Nationalität und Staatsangehörigkeit oder Religion gemacht wird. Der Hochschultag in Wien hat zwar beschlossen, dass Ostjuden in Österreich überhaupt nicht inskribiert werden sollen. Die Rektoren haben sich diesem Beschlusse nicht vollinhaltlich anschließen können und nur betont, dass sie sich bemühen werden, ihn nach besten Kräften zur Durchführung zu bringen.“[18]

 

  1. Vorgeschichte II: Der studentische Antisemitismus in Innsbruck seit dem „Waidhofener Prinzip“, seit der „Badeni-Krise“ (1896/97)

Der Innsbrucker akademische Antisemitismus konnte in der Ersten Republik ungebrochen an die militant „völkisch“ „alldeutschen“ Hetz-Kampagnen der 1890er-Jahre, insbesondere seit der Formulierung des „Waidhofener Prinzips“ (1896), bzw. seit den „Badeni-Krawallen“ (1897) anschließen: Florian Albrecht, Burschenschaft „Germania“, ein fanatischer „Schönerianer“, war in Wien vom Medizin-Studium ausgeschlossen worden. Er kam im Sommersemester 1896 mit ähnlich Gesinnten zum Studium nach Innsbruck. Albrecht hatte das „Waidhofener-Prinzip“: „Ist der Jude satisfaktionsfähig oder nicht?“ formuliert. Am 20. März 1896 erklärten Vertreter der Burschenschaften „Germania“, „Brixia“ und der „Pappenheimer“ in der Innsbrucker Rektoratskanzlei, dass Zeitungsmeldungen, wonach sie „den Juden die Satisfaction versagen“, zutreffend sind. Parallel brach in den 1890er Jahren die medizinische Studenten-Frequenz ein. Das „Konkurrenzdenken“ wurde folglich von einem Diskurs über die „Überfüllung“ der Ärzteberufe begleitet.[19]

Seit Mitte der 1890er Jahre folgte – neben einiger anti-slawischer Agitation und neben den in Innsbruck besonders massiven, dann 1904 in den „Fatti di Innsbruck“ eskalierenden anti-italienischen Demonstrationen - ein antisemitischer studentischer Protest dem nächsten, so etwa im Mai/Juni 1900 gegen die Ernennung des Prager Mediziners Richard Fuchs zum Assistenten bei der Pathologie: „Sie (gemeint ist Prof. Moritz Loewit – Anm.) haben einen jüdischen Assistenten aufgenommen, die ganze deutsche Studentenschaft Innsbruck ist dadurch beleidigt, Entlassung desselben, ein Lärm von Stöcken, Klopfen u(nd) Stimmen machte es unmöglich, deutlich zu verstehen. (...) - Neuerlicher Lärm, Entlassen, jüdische Rasse etc.“[20]

Die Ernennung des experimentellen Pathologen Löwit selbst war 1886/87 als eine der letzten noch – im Zeichen von „1867“ und von begrenzt wirksam werdender bürgerlich-liberaler Assimilation - ohne antisemitische Nebentöne oder gar Proteste über die Bühne gegangen, so wie die Berufungen der „Israeliten“ Ludwig Mauthner und Isidor Schnabel (beide für Augenheilkunde, 1869 bzw. 1877), des neukantianisch ausgerichteten Philosophen Carl Sigmund Barach-Rappaport 1871, des Medizinischen Chemikers Wilhelm Franz Loebisch 1878 oder jene des Dermatologen Eduard Lang 1873.[21]

Gleichzeitig protestierten Ende Mai 1900 deutschnationale Verbindungen gegen die Berufung des Augenheilkundlers Stefan Bernheimer: „Die deutsche Studentenschaft hat es von jeher nicht nur als ihr Recht, sondern vielmehr als ihre Pflicht betrachtet, in Dingen, die ihre Hochschule näher berühren oder die geeignet sind, den deutschen Charakter derselben zu schädigen, ihrer Meinung frei und offen Ausdruck zu verleihen. In Ausübung dieser Pflicht ergreift sie auch heute das Wort, um gegen die zunehmende Verjudung des Lehrkörpers der Innsbrucker Universität entschiedenen Protest einzulegen. Sie vermag nicht einzusehen, warum an einer Hochschule, an der unter 900 Hörern sich nur ein Jude befindet, eine jüdische Lehrkraft nach der anderen berufen wird. (...) Wir (...) bedauern die leider schon erfolgte Ernennung des jüdischen Professors für Augenheilkunde Dr. Bernheimer. Die Thatsache ist vollzogen und es wird sich schwerlich noch eine Änderung erreichen lassen. Für die Zukunft aber erwartet die deutsche Studentenschaft von ihren Professoren, dass sie als deutsche Männer entschlossen sein werden, die drohende Verjudung des Lehrkörpers hintanzuhalten und einer eventuellen neuerlichen Ernennung eines jüdischen Professors oder Assistenten mit aller Energie und allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln entgegenzutreten.“[22]

 

  1. Vorgeschichte III: Antisemitisch überlagerte Berufungsverfahren an der Universität Innsbruck seit 1900

In Berufungsfragen findet sich seit der Jahrhundertwende 1900 in den Innsbrucker Hochschulakten offen formulierter „rassischer“ Antisemitismus: Zwar wurden gelegentlich auch weiter Dozenten unter Hintanstellung rassistisch bzw. religiös motivierter Diskriminierung nach Innsbruck berufen, oft genug wiesen aber die Fakultätskollegien offen („kommt als Jude für Innsbruck nicht in Frage“) oder verdeckt („kommt aus lokalen Gründen nicht in Frage“) Kandidaten in antisemitischer Form zurück: 1902 den Wiener Chemiker Josef Herzig, 1904 den Wiener Juristen Armin Ehrenzweig, 1909 den Prager Philosophen Oskar Kraus oder 1910 den Wiener Meteorologen Victor Conrad.[23]

Josef Herzig war 1902 mit dem Grazer Chemiker Friedrich Emich primo et aequo loco genannt worden. In der Sitzung der philosophischen Fakultät wurde der Dekan am 10. Juli 1902 aber beauftragt, den Berufungsvorschlag mit folgendem Zusatzvermerk dem Unterrichtsministerium vorzulegen: „Ferner wurde das gefertigte Decanat von der Facultät beauftragt, zum Ausdrucke zu bringen, dass nach ihrer Ansicht im Falle der Ernennung J. Herzig’s, welcher seiner wissenschaftlichen Qualification nach unter den ersten gereiht werden musste, nach den an der medicinischen Facultät in einem ähnlichen Falle gemachten Erfahrungen voraussichtlich die Ruhe an der Universität Störungen ausgesetzt sein dürfte.“[24] Diese auf den Augenheilkundler Bernheimer Bezug nehmende Ergänzung wurde einstimmig bei zwei Enthaltungen angenommen.

Der spätere Direktor des „Instituts für Österreichische Geschichtsforschung“ in Wien Emil von Ottenthal hatte 1897, als in Innsbruck eine Professur für österreichische Geschichte vakant war, geäußert: „Für die definitive Nachfolge würde doch wohl in erster Linie [Alphons] Dopsch in Frage kommen, da die beiden Juden trotz aller Tüchtigkeit hier wirklich unmöglich wären.“ Gemeint waren der Czernowitzer Ordinarius für allgemeine Geschichte Sigmund Herzberg-Fränkel und der Wiener Dozent Alfred Pribram.[25]

Der Einwurf, dass Oskar Kraus „als Jude“ für Innsbruck nicht in Frage komme, wurde 1909 von einem Gelehrten aus fortschrittlich-bürgerlichem Umfeld formuliert und in eigener Handschrift als Fakultätsreferent niedergeschrieben: vom Brentano-, Hering- und Mach-Schüler Franz Hillebrand etwa![26]

Der 1905 in Wien habilitierte Emil Goldmann (1872-1942, 1938 als Professor der Universität Wien entlassen, Emigration nach Cambridge) wurde am 1. Juli 1908 so aus einem Vorschlag der Juristenfakultät für ein „Extraordinariat für deutsches Recht und österreichische Reichsgeschichte“ von vornherein ausgeschlossen: „Aus den schon des öfteren von der Fakultät namhaft gemachten Gründen erscheint es als untunlich, in diesem Vorschlage den Wiener Privatdozenten Dr. E. Goldmann zu berücksichtigen.“[27]

Der 1912 nach Graz berufene Konrad Zwierzina wollte im Mai 1912 für seine Innsbrucker Nachfolge auf der Lehrkanzel für deutsche Sprache und Literatur eigentlich auch die Germanisten Max Hermann Jellinek (Wien) und Samuel Singer (Bern) vorschlagen. Zwierzina verzichtete aber auf eine nähere Begründung mit dem Argument: „Es ist in diesem Falle ein großer Nachteil für die Innsbrucker philosophische Fakultät, dass sie nach mir bekannter Tradition aus Zweckmäßigkeitsgründen, die die wissenschaftlichen Qualitäten in den Schatten rücken, Gelehrte jüdischer Konfession zur Ernennung nicht vorschlägt.“[28]

 

  1. Ausblick auf die Jahre nach der Befreiung 1945[29]

Die alltägliche antisemitische Rede war längst tief im „normalen“ akademischen Diskurs eingebrannt, so die Rede von „Teiljuden“ oder von „¼ Juden“. Im bürgerlich katholisch-nationalen Universitätsmilieu war es 1938 schon seit Jahrzehnten selbstverständlich von „Juden“ und „Teiljuden“ zu sprechen, sodass etwa die Philosophen Theodor Erismann und Franziska Mayer-Hillebrand als „Teiljude“ bzw. als „1/4 Jüdin“ markiert werden konnten. Die bürgerliche Universität übernahm die „Nürnberger Rassegesetze“ – schon lange vor 1938 – in ihre eigene Denkwelt. Der universitäre „Arier“-Diskurs führte dazu, dass großdeutsche und „völkisch alldeutsche“ Professoren wie Burghard Breitner und Karl Meixner sich nach 1938 wegen ihrer „Abstammung“ innerhalb ihres eigenen nazistisch bürgerlichen Hochschulmilieus rechtfertigen mussten.

So wie andere reaktionäre Grundhaltungen blieb auch der Antisemitismus über 1945 hinaus virulent. Der soeben „entnazifizierte“, „national-katholische“ Geographieordinarius Hans Kinzl äußerte etwa aus Anlass der Neubesetzung der nach der Berufung von Albin Lesky nach Wien im Jahr 1949 vakanten Innsbrucker Lehrkanzel für Klassische Philologie in der Philosophischen Fakultät, dass man keine „Jüdin“ auf einer Innsbrucker Professur haben wolle, gemeint war Gertrud Herzog-Hauser.[30]

Nur fünf Jahre nach der Befreiung kam es zu einer ersten antisemitischen Affäre aus dem Umfeld des sich wieder organisierenden deutschnational „freiheitlichen“ Studentenlagers an der Universität Innsbruck, einer im Dezember 1950 von einem „Bund Unabhängiger Studenten (BUS)“ verdeckt organisierten Störung eines Filmabends der Israelitischen Kultusgemeinde in einem Universitätshörsaal. Gegen die Aufführung der Anti-NS-Filme „Der Prozess“ und das „Duell mit dem Tod“ zirkulierten am Universitäts- und Klinikgelände antisemitische Flugzettel: „Studenten, Studentinnen! In den Räumen unserer Universität wird Propaganda getrieben! Die Filme ‚Der Prozess’ und ‚Duell mit dem Tod’ sind gerade noch gut genug, nachdem sie in der Öffentlichkeit schlechte Erfolge hatten, auf akademischem Boden aufgeführt zu werden. In Berlin demonstrieren jüdische DP gegen hochwertiges Künstlertum des Wiener Burgtheaters! Und wir sollen hier Propaganda zulassen? Studenten, Studentinnen! Sammelt Euch heute abend (12. Dezember 1950 – Anm.) um 1945 Uhr in der Universität, um diese Aufführungen zu verhindern.“ Der volle akademische Rehabilitation einfordernde BUS-Vorstand erklärte die Störung zur privat spontanen „Entrüstungs“-Aktion.

In den Jahren um 1960 kam es wiederholt zu antisemitischen Pöbeleien aus dem rechten Studierendenmilieu. Anfang 1961 wurde der aus den USA stammende Medizinstudent Irvin Lichtenstein in der Innsbrucker Innenstadt von Mitstudierenden „mit Ausdrücken wie ‚Saujude’, ‚Scheißjude’ etc. bedacht.“

Höhepunkt war die Schändung des jüdischen Friedhofs im November 1961 durch zwei Studierende, der eine seit Frühjahr laut Polizeibericht Mitglied der Burschenschaft „Brixia“, der andere war im Mai 1961 „wegen vereinsinterner Streitigkeiten“ aus der Burschenschaft „Suevia“ ausgetreten. Die Polizei fand bei ihm ein neonazistisches Hetzgedicht: „Dann werdet auch Ihr, trotz Aktiven-Allüren, / das Feuer von Auschwitz behüten und schüren. / Wir werden, wenn auch ohne Mütze und Band, / Die Gasöfen füllen bis ganz an den Rand. / So werdet Ihr einstens bestimmt noch erkennen: / Man kann sie auch ohne Couleur ‚Freunde’ nennen. / Nach diesem prophetisch-versöhnlichen Schluss / erheb’ ich, wie üblich, die Rechte zum Gruß / und verbleibe, obwohl ich das Band nicht mehr habe, / trotzdem Euer [Vorname], ehemals Schwabe.“

Angesichts der nahen Olympischen Spiele von 1964 fürchtete die Innsbrucker Universität um ihr internationales „Ansehen“. Man war bemüht, die Vorfälle als Taten von (zum Teil alkoholisierten) Einzeltätern darzustellen. Politisch möglich waren sie auf der Basis restaurativ rückwärtsgewandter, weitgehend undemokratischer Rahmenbedingungen an der Universität, die ein Weiterwirken alltags-faschistischer und auch ns-propagandistischer Vorstellungen ermöglichten.[31]

 

Literaturverzeichnis

ACHRAINER, Martin, Jüdisches Leben in Tirol und Vorarlberg von 1867 bis 1918, in: Albrich, Thomas (Hg.): Jüdisches Leben im historischen Tirol. Band 2: Von der bayerischen Zeit bis zum Ende der Monarchie 1918, Innsbruck 2013, 193-397. (=ACHRAINER 2013)

ASH, Mitchell G., Jüdische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Universität Wien von der Monarchie bis nach 1945. Stand der Forschung und offene Fragen, in:  Rathkolb, Oliver (Hg.): Der lange Schatten des Antisemitismus. Kritische Auseinandersetzungen mit der Geschichte der Universität Wien im 19. und 20. Jahrhundert, Wien 2013, 93-122. (=ASH 2013)

BÖSCHE, Andreas, Zwischen Kaiser Franz Joseph I. und Schönerer. Die Innsbrucker Universität und ihre Studentenverbindungen, Innsbruck 2008. (=BÖSCHE 2008)

CESCUTTI, Eva,  Gertrud Herzog-Hauser und die Klassische Philologie, in: Korotin Ilse/Schrodt Heide (Hg.): Gertrud Herzog-Hauser (1894-1953), Klassische Philologin, Universitätsdozentin und Schuldirektorin, Wien 2009, 17-25. (=CESCUTTI 2009)

FREIBERGER, Alexander, Die Universität Innsbruck im Austrofaschismus 1933-1938. Am Beispiel der Disziplinarverfahren gegen NS-Studierende, phil. Diplomarbeit, Innsbruck 2014. (=FREIBERGER 2014)

GEHLER, Michael, Studenten und Politik. Der Kampf um die Vorherrschaft an der Universität Innsbruck 1918-1938, Innsbruck 1990. (=GEHLER 1990)

GOLLER, Peter, Die Lehrkanzeln für Philosophie an der Philosophischen Fakultät der Universität Innsbruck (1848-1945), Innsbruck 1989. (=GOLLER 1989)

GOLLER, Peter, Medizinstudenten an der Universität Innsbruck (1869-1900), in: Die Matrikel der Universität Innsbruck. Abteilung: Medizinische Fakultät. 1. Band 1869-1900, Innsbruck 1995, 9-61. (=GOLLER 1995)

GOLLER, Peter/OBERKOFLER, Gerhard, Emmerich Übleis (1912-1942). Kommunistischer Student der Universität Innsbruck – Antifaschist – Spanienkämpfer – Sowjetpartisan, Angerberg 2000.  (=GOLLER/OBERKOFLER 2000)

GOLLER, Peter/TIDL, Georg, Jubel ohne Ende. Die Universität Innsbruck im März 1938, Wien 2012. (=GOLLER/TIDL 2012)

LICHTENBERGER-FENZ, Brigitte, „… Deutscher Abstammung und Muttersprache.“ Österreichische Hochschulpolitik in der Ersten Republik, Wien-Salzburg 1990. (=LICHTENBERGER-FENZ 1990)

OBERKOFLER, Gerhard, Bericht über die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Innsbruck, in: Zeitgeschichte 8 (1981), 142-149. (=OBERKOFLER 1981)

OBERKOFLER, Gerhard, Der „Fall Kastil“. Akademischer Antisemitismus und die Innsbrucker Kraus-Vorlesungen, in: Kraus-Hefte 21 (1982), 2-6. (=OBERKOFLER 1982)

OBERKOFLER, Gerhard, Studien zur Geschichte der österreichischen Rechtswissenschaft, Frankfurt 1984. (=OBERKOFLER 1984)

OBERKOFLER, Gerhard/GOLLER, Peter (Hg.), Alfons Huber. Briefe 1859-1898. Ein Beitrag zur Geschichte der Innsbrucker Historischen Schule um Julius Ficker und Alfons Huber, Wien 1995. (=OBERKOFLER/GOLLER 1995)

RATHKOLB, Oliver, Gewalt und Antisemitismus an der Universität Wien und die Badeni-Krise 1897. Davor und danach, in: Rathkolb, Oliver (Hg.): Der lange Schatten des Antisemitismus. Kritische Auseinandersetzungen mit der Geschichte der Universität Wien im 19. und 20. Jahrhundert, Wien 2013, 69-92. (=RATHKOLB 2013)

SCHEICHL, Sigurd Paul, 150 Jahre Germanistik in Innsbruck. Streiflichter zu Geschichte und Gegenwart des Instituts für Germanistik, Innsbruck 2009.  (=SCHEICHL 2009)

SCHISSLING, Christine; Die Geschichte der Klassischen Philologie an der Universität Innsbruck von 1816 bis 1964, phil. Diplomarbeit, Innsbruck 2014. (=SCHISSLING 2014)

TALOS, Emmerich, Das austrofaschistische Herrschaftssystem. Österreich 1933-1938, 2. Auflage, Wien 2013. (=TALOS 2013)

URMANN, Martin E., Isolierte Aufklärung, marginaler Liberalismus? Überlegungen zur intellektuell-ideologischen Geschichte der Universität Innsbruck im „langen” 19. Jahrhundert, in: Nachklänge der Aufklärung im 19. und 20. Jahrhundert, Innsbruck 2008, 151-164. (=URMANN 2008)

 


[1] Talos (2013), 474, 477, 487.

[2] Ash (2013), 109f. Zur isolierten Lage der politischen Linken an der Universität Innsbruck vgl. Goller/Oberkofler (2000).

[3] Vgl. Freiberger (2014).

[4] Universitätsarchiv Innsbruck (=UAI), Akten des Rektorats (=R) 1284 aus 1935/36.

[5] UAI, Nachlass Helmut Gams, Karton 1.

[6] UAI, R 2086 aus 1932/33.

[7] UAI, R 1557 aus 1932/33.

[8] Vgl. Oberkofler (1981), 142-149.

[9] UAI, Karton „Salzburger Universitätsfrage nach 1918“.

[10] So ein Konzept von Rektor Harold Steinacker zur Stellung der Universität Innsbruck für den stellvertretenden Gauleiter vom August 1941, UAI, Nachlass Harold Steinacker, Karton 1.

[11] UAI, Medizinische Habilitationsakten 1869-1945, Akt „W. Bauer“.

[12] Vgl. Gehler (1990), 93-98 und 526f., sowie die Arbeiten über die Innsbrucker Studierenden Melanie Adler, Munisch Heuer, Irene Link, Käthe Frankl oder über Lydia Weiskopf, verfasst von Renate Erhart und Ingrid Böhler für die Online-Reihe „Vertriebene Wissenschaft“ auf www.uibk.ac.at.

[13] Vgl. die entsprechenden Namenslisten über viele Studiensemester im Universitätsarchiv Innsbruck, z.B. UAI R 1532 aus 1924/25, R 3526 aus 1924/25, R 1127 aus 1926/27, R 1195 aus 1927/28, R 1246 aus 1928/29 oder R 1000 aus 1932/33.

[14] UAI, R 182 und 484 aus 1918/19 und Akten der Medizinischen Fakultät 228 aus 1918/19.

[15] UAI, R 379 und 446 aus 1919/20. Dazu Karl Kraus, in: Die Fackel Nr. 531-543 (Mai 1920, XXII. Jahr), 141-144. Vgl. Oberkofler (1982), 2-6.

[16] UAI, R 644 aus 1919/20. Zu dieser frühen Innsbrucker Vorwegnahme der „rassen“-antisemitischen „Gleispach’schen“ Studenten-Wahlordnung von Ende der 1920er Jahre vgl. Lichtenberger-Fenz (1990).

[17] UAI, R 200 aus 1922/23.

[18] UAI, R 20 aus 1923/24.

[19] UAI, R 917 aus 1895/96. - Vgl. Goller (1995), 9-61. Zur „völkisch“ antisemitischen Militarisierung in den Jahren 1896/97, bzw. zum Ende des 1867er-Verfassungsliberalismus an den Universitäten vgl. Rathkolb (2013), 69-92, sowie Urmann (2008), 151-164.

[20] UAI, R 870 aus 1899/1900.

[21] Nach Achrainer (2013), 223-227 und 328-330. Vgl. auch Bösche (2008).

[22] UAI, Reihe „Disziplinarakten 1848ff.“, Akt „Demonstrationen wegen Farbenverbots in der Aula und Resolutionen anlässlich der Ernennung des Herrn Prof. Dr. Bernheimer – 1900.“

[23] Nach Oberkofler (1984), 413-423.

[24] UAI, Akten der Philosophischen Fakultät 639 aus 1901/02.

[25] Vgl. Oberkofler/Goller (1995), 59f.

[26] UAI, Akten der Philosophischen Fakultät 932 aus 1908/09. Vgl. Goller (1989), 123f.

[27] UAI, Akten der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät 697 aus 1908/09.

[28] Vgl. Scheichl (2009), 13-15.

[29] Die brutale Vertreibung jüdischer Wissenschaftler und Studierender der Universität Innsbruck ist gesondert beschrieben in Goller/Tidl (2012).

[30] Vgl. Cescutti (2009) und Schissling (2014), 72-75, 220-223.

[31] UAI, Karton „Disziplinarfälle nach 1945“.

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