Paläo-Niederschlag aus Fluideinschlüssen in Speläothemen 

Speläotheme (anorganische Karbonatbildungen in Höhlen, auch als Höhlensinter bekannt) enthalten auf einem mikroskopischen Maßstab betrachtet winzige Mengen an Wasser, das während des langsamen Wachstums der Kalzit-Kristalle eingeschlossen wurde. Es sind diese Fluideinschlüsse und deren Isotopen-Zusammensetzung, die die direkte Information über das frühere Klima zulassen. Das vorliegende Forschungsvorhaben zielt auf die Messung der stabilen Wasserstoff-Isotopenzusammensetzung von Fluideinschlüssen in gut charakterisierten alpinen Speläothem-Proben ab. Dabei werden zwei unterschiedliche Methoden zum Einsatz kommen, mechanisches Zerbrechen im Hochvakuum und in-situ Extraktion mit einem Laser. Die erstere Methode wurde vor einigen Jahren in Großbritannien entwickelt, wird aber nur von wenigen Labors weltweit angewandt, da sie zeitaufwendig ist und große Proben verlangt. Die zweite Methode ist eine neuartige Technik und bislang noch nicht an Speläothemen angewandt worden. In Zusammenarbeit mit Prof. Z. Sharp (University of New Mexico, Albuquerque, USA), einem der führenden Wissenschafter auf dem Sektor der in-situ Isotopenanalytik von Geomaterialen, soll ein Laser System am bestehenden Labor für stabile Massenspektrometrie der LFU Innsbruck aufgebaut werden. Diese Methode wird es erstmalig ermöglichen, die stabile Isotopen-Zusammensetzung von vorzeitlichem Grundwasser und damit Paläo-Niederschlag im alpinen Raum direkt zu bestimmen. Da die Zusammenhänge zwischen diesem Parameter und heutigen klimatischen Messgrößen bekannt sind, werden diese Untersuchungsergebnisse wesentlich dazu beitragen, das Klima und seine Änderungen während der vergangenen hunderttausenden Jahren in den Alpen zu quantifizieren.

Leitung: Spötl, Christoph

 

MitarbeiterInnen: Dublyansky, Yuri

Finanziert durch: Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF)

Laufzeit: 2006 - 2009

Kooperationspartner: University of New Mexico, Albuquerque

Weiterführende Informationen: http://www.uibk.ac.at/geologie/staff/speleothems_en.html