Hochwasserprognose für den Inn

Hauptziel des Projekts ist die Entwicklung eines hybriden Hochwasserprognosesystems für den Inn. Aus weiterverarbeiteten meteorologischen Mess-und Prognosedaten berechnen hydrologische Modelle auf der Basis des HQsim-Ansatzes die Reaktion der einzelnen Teileinzugsgebiete auf den Niederschlag. Die so ermittelten Ganglinien werden als Zuflussdaten für ein hydraulisches 1D­ Modell übernommen, mit dem der Wellenablauf im Inn berechnet wird. Das hybride System bietet sich an, da einerseits für den Flusslauf des Inn entsprechend gute Daten in hoher räumlicher Dichte für die hydraulische Modellierung zur Verfügung stehen, andererseits hydrologische Ansätze zur Berechnung des Wellenablaufes Eingriffe in das Abflussgeschehen durch Laufkraftwerke nicht berücksichtigen können. Die verwendete hydraulische Software FluxDSS/DESIGNER mit dem Kern FLO-RIS2000 bietet die Möglichkeit, den Betrieb von Laufkraftwerken und Wehranlagen mit Hilfe eines integrierten PID (Proportional-Integral-Differential) - Reglers abzubilden. Dies erlaubt die vorausschauende Berücksichtigung der Regelungsvorschriften für Wehranlagen im Prognosemodell und bietet damit die Möglichkeit einer besseren Vorbereitung für die Kraftwerksbetreiber. Dies betrifft einerseits betriebliche Maßnahmen wie z.B. Stauspiegellegungen und andererseits Maßnahmen zur Minimierung von Hochwasserschäden im Stauraum sowie flussabwärts der Wehranlage. Modellkalibrierung und –Verifizierung erfolgen mit vorhandenen, von der TIWAG erhobenen und aufbereiteten Beobachtungsdaten. Die Weiterentwicklung von HQsim erfolgt in Gemeinschaftsarbeit von der TU Wien und Dr. Hannes Kleindienst auf der Basis der GPL- Die Modellberechnungen liefern für jeden spezifischen Ereignistyp die Wassertiefen und Überflutungsgrenzen, die Fliesswege, Geschwindigkeiten und den zeitlichen Ablauf des Hochwasserereignisses und stellen diese Ergebnisse dar. Damit stehen Gefahren- und Risikokarten für den Hochwasserschutz zur Verfügung. Somit dient das Modell als Werkzeug für die Analyse und Synthese von historischen Hochwasserereignissen, für die Simulation von Hochwasser-Szenarien als Planungsgrundlage für z.B. Gefahrenzonenpläne, Flussverbauungsmaßnahmen etc. und für die Erstellung von aktuellen kurz- und mittelfristigen Prognosen (bis einige Stunden) der Abflussverhältnisse an beliebig wählbaren Stellen des Tiroler Inn während Hochwasserereignissen als Entscheidungshilfe für die Gefahrenbeurteilung und evt. für die Durchführung von Sicherungs- bzw. Evakuierungsmaßnahmen.

Leitung: Schöberl, Friedrich

Finanziert durch: Zentrum für Naturgefahren Management GmbH (alpS)

Laufzeit: 2004 - 2006

Kooperationspartner: Amt der Tiroler Landesregierung, Technische Universität Wien (TU Wien), Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG), i.n.n. gmbH & Co KG

Weiterführende Informationen: http://www.alp-s.at/v2/www/projekte/A2.1.php