A-TREX

Sturmwinde findet man im Lee von praktisch allen Gebirgszügen der Erde. Manche treten so häufig auf, dass sie eigene Namen haben, wie Föhn (Alpen), Bora (Dinarische Alpen), Chinook (Rocky Mountains). Durch die regelmäßige und relativ glatte Form und den starken Höhenabfall von nahezu 3 km ist die Sierra Nevada im westlichen Teil der USA eines der idealsten Gebiete zur Untersuchung solcher Föhnwinde. Luft, die über die Sierra Nevada ins Owens Valley strömt, hat starke Ähnlichkeit mit Wasser, das ein Wehr hinunterstürzt, sich dabei beschleunigt und am Fuß starke Wirbel bildet. Diese Wirbel ("Rotoren") stellen eine große Gefahr für die Fliegerei dar. Besonders über trockenen Gebieten fehlen sichtbare Anzeichen (Wolken), die den Piloten vor der Gefahr warnen könnten. Besonders während des Landens und Startens und ganz generell für kleine Flugzeuge besteht ein hohes Risiko. Eine Boeing 747 verlor ein Triebwerk in einem Rotor im Lee einer Gebirgskette in Alaska. Ein Segelkunstflugzeug zerbrach in der Luft über dem Owens Valley nachdem es in einem Rotor dem geschätzten 14fachen der Erdbeschleunigung ausgesetzt war.
Eine internationales Messprojekt wird die für das Auftreten von Rotoren nötigen Bedingungen und Mechanismen untersuchen. Resultate daraus sollen zur Verbesserung der Vorhersage von solchen Bedingungen verwendet werden. Unser Beitrag, die Austrian contribution to the Terrain-induced Rotor EXperiment (A-TREX), unterstützt Messungen und Auswertungen von diesen Föhnwinden und Rotoren. A-TREX setzt ein instrumentiertes (Miet)auto ("Wetterstation auf Rädern") ein, um die "Fußabdrücke" des Föhns zu messen. Es finnanziert auch den Einsatz eines Dopplerlasergeräts der deutschen Forschungseinrichtung DLR mit. Es kann Windgeschwindigkeit analog zu den Lasergeräten der Polizei für Fahrzeuggeschwindigkeiten messen.
Zum ersten Mal in der Geschichte der Gebirgsmeteorologie werden mehrere Dopplerlasergeräte gleichzeitig die Strömung messen, womit man das komplette Windfeld (nicht nur den Anteil in Richtung des Laserstrahls) bestimmen kann. Unser Projekt wird die dazu nötigen Auswertealgorithmen mitentwickeln.
Wir werden einige der auftretenden Föhnfälle mit allen von der internationalen Forschergemeinde gemessenen Daten näher untersuchen. Diese Daten werden auch für die Feinabstimmung eines Computermodels verwendet, das atmosphärische Strömungen simulieren kann. Diese Simulationen liefern dann Strömungsdetails in den Gebieten und zu den Zeiten, wo keine Messungen gemacht werden konnten. Damit kann man auch die Mechanismen herausfiltern, die für die Föhnstürme und Rotoren wichtig sind.

Leitung: Mayr, Georg

MitarbeiterInnen: Raab, Thomas

Finanziert durch: Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF)

Laufzeit: 2006 - 2009

Kooperationspartner: University of California, San Diego, USA DLR Oberpfaffenhofen, D Desert Research Institute, Reno, USA Arizona State University, USA University Leeds, UK

 


 

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