Erfahrungsberichte

Hier schildern einige der Mutigen, die gleich beim allerersten Prüfungstermin die Stufe 1 des Tierökologie-Zertifikats geschafft haben, was ihre Motivation war, was es ihnen gebracht hat, und welche Tipps sie anderen Lernenden geben würden.

 

Nathalie Matzat           

Ich war mir anfangs nicht ganz sicher, ob ich mir die Prüfung für das Tierökologie-Zertifikat wirklich zutraue. 250 Arten sind eine ganze Menge. Aber als ich dann in den Steckbriefen zum Beispiel Anthrenus verbasci (Wollkrautblütenkäfer) entdeckt habe, den ich schon öfter gesehen hatte, aber dem ich nie einen Namen zuordnen konnte, war mir klar, dass das eine einmalige Chance ist und hab es durchgezogen.

Also traut euch. Zu wissen, dass man 250 Arten wirklich kennt und die meisten beim Wandern, Spazieren, etc. erkennen kann ist ein wirklich cooles Gefühl und auch ein "must" wenn man sich für Tierökologie/Zoologie interessiert.<

Prof. Steiner meinte mal auf einer Exkursion, dass man im Leben um die 2000 Arten lernen und dauerhaft im Kopf behalten kann. Ich freu mich also schon auf Stufe 2 und 3 des Zertifikats um damit die ersten 750 meiner 2000 Arten zu knacken ;)

Nathalie Matzat

 

Valentin Heimer

Meine Motivation für das Tierökologie-Zertifikat war, dass ich schon immer von Natur und Tieren begeistert war, und an mich selbst als Biologiestudierenden den Anspruch habe, zumindest gewisse Grundkenntnisse von Tier- und Pflanzenarten zu besitzen. Gerade wenn man im Bereich Naturschutz oder als selbstständige*r Gutachter*in arbeiten möchte, sind Artenkenntnisse fast unerlässlich. Da mir dieser Aspekt im Studium aber leider etwas zu kurz kommt, versuche ich, alle Möglichkeiten zu nutzen, mein Wissen neben dem Studium zu erweitern. Und da ist das Tierökologie-Zertifikat eine super Möglichkeit. 

Aus dem Zertifikat habe ich vor allem zwei Dinge mitgenommen: Zum einen das Wiedererkennen von 250 Tierarten – soweit so offensichtlich. Außerdem aber auch definitiv das Kennenlernen von Arten, die mir davor komplett fremd waren und die teils eine faszinierende Ökologie besitzen. Wenn ich mich von allen Arten des Zertifikats für eine entscheiden müsste, die es mir am Meisten angetan hat, wäre es der Biber. Aber das wäre definitiv keine leichte Entscheidung. 

Jedenfalls hat es mir sehr viel Spaß gemacht, mich auf die Prüfung vorzubereiten und ich habe absolut Lust auf Stufe 2 (500 Arten) und 3 (750 Arten) (auch auf 1000 Arten, falls es das je geben sollte, auch wenn ich dann wahrscheinlich nicht mehr an der Uni bin). 

Mein Tipp für alle, die sich für das Zertifikat interessieren: Geht raus und schaut was ihr findet! Einfach nur Vokabeln lernen macht halt keinen Spaß. Und die Texte zur Ökologie durchlesen. Habe ich am Anfang auch nicht gemacht, aber es lohnt sich!

Valentin Heimer

 

Christine Schachner

Als angehende Biologielehrerin möchte ich mit meinen zukünftigen SchülerInnen im Freiland unterwegs sein und ihnen die Artenvielfalt im Wald, im Gewässer und in allen anderen Ökosystemen näherbringen. Der Grundbaustein hierfür ist eine gewisse Artenkenntnis und ein Grundverständnis der Systematik. Durch die vielseitige Gestaltung der Artenliste bekommt man meiner Meinung nach einen recht umfassenden Blick auf verschiedenste Tiergruppen – genau aus diesem Grund habe ich die Prüfung abgelegt. 

Als Lernmaterial wird ein umfassender Steckbrief mit Fotos und diversen Informationen zur Verfügung gestellt. Für die Prüfung reicht es, wenn man die Arten anhand der Fotos erkennen kann – das Lernen geht aber eindeutig leichter, wenn man die einzelnen Arten mit netten, spannenden, besonderen Zusatzinformationen verknüpft. Wenn man sich einigermaßen für die Artenvielfalt in Tirol interessiert und bereit ist dafür etwas Zeit zu investieren, kann man sich ohne Angst an die Prüfung heranwagen! 

Sicher ist, dass man beim Lernen über die enorme Vielfalt und Schönheit der Tierarten in Tirol erstaunt sein wird (wie z.B. durch die Farben und die Größe der Blaugrünen Mosaikjungfer)! Mich persönlich hat das Lernen für die Tierökologie-Zertifikat-Prüfung zudem dazu motiviert ins Freiland zu gehen und dort die Tierarten zu suchen – allein aus diesem Grund hat sich das Lernen schon gelohnt!

Christine Schachner


Daniel Linzbauer    

Eine Motivation, die Prüfung für das zoologische Zertifikat zu absolvieren, war wieder neue, mir noch nicht bekannte Tiere kennenzulernen. Meist ist es ja so, dass nach dem Kennenlernen die Sinne geschärft sind und diese Organismen (das passiert mir bei Pflanzen auch) dann plötzlich öfter angetroffen werden. Und als Biologie-Student der Uni Graz das Zertifikat zu bekommen war natürlich auch kein zu unterschätzendes Motiv. 

Wie zu erwarten, war der größte persönliche Gewinn nach der bestandenen Prüfung, der Einblick in für mich ganz oder zumindest teilweise neue Tiergruppen. 

Eine Lieblingsart hab ich nicht, aber sehr angetan haben es mir die zwei Schlupfwespenarten Rhyssa persuasoria und Agriotypus armatus sowie Xenos vesparum und der Eisvogel Alcedo atthis

Ich hab auch sehr Lust, die anderen Stufen zu absolvieren und bin auch sehr gespannt, welche Tierarten diesmal dabei sein werden. Die Auswahl ist ja selbst für 750 fast grenzenlos.

Um mich für das Zertifikat vorzubereiten, habe ich auf meine bewährte Anki-Karten Methode zurückgegriffen. Ich benutze Anki seit fast Beginn des Studiums und dieses spielerhafte Lernen ist zur Zeit für mich die Beste und schönste Art mich mit auch umfangreichen Themengebieten auseinanderzusetzen. Ein weiterer wenig überraschender Tipp ist einfach früh anzufangen und sich alles in kleinen Häppchen einzuverleiben. Vor allem, wenn man wie ich keine Vorkenntnisse in Latein hat. Einzelne Namen musste ich Buchstaben für Buchstaben auswendig lernen.    

Daniel Linzbauer

 

Katharina Stonig

Ich habe voller Faszination die „Gschichtln“, die bei jeder Art dabeistehen, gelesen und bin vor allem vom Alpensalamander, der nur zwei Junge lebendgebärt und das in hohen Lagen auch nur alle vier Jahre, extrem beeindruckt. Es gibt zu jeder der 250 Arten im Tierökologie-Zertifikat interessante Fakten zu lesen und dann vor der eigenen Haustür diese Tiere zu entdecken und auch zu erkennen, macht mir Freude.

Ich werde auch noch die weiteren Stufen machen, da ich mehr einheimische Tierarten erkennen möchte und die Steckbriefe die wichtigsten und vor allem die interessanten Informationen jeder Art schon zusammengefasst haben.

Katharina Stonig

 

 

Alexander Ulbrich

Unter vielen BiologInnen herrscht die Befürchtung, dass Freilandkenntnisse im Studium immer weiter in den Hintergrund treten. Das Tierökologiezertifikat wirkt dem entgegen. Mir hat besonders gefallen, dass es Detailwissen zu bekannten Arten wie z. B. dem Maulwurf liefert, aber auch wenig bekannte Tiere wie Fliegen und Weberknechte behandelt.  Dadurch kann wohl jeder etwas Neues daraus lernen. Ein paar der Arten, die ich erst durch das Zertifikat kennen gelernt habe, sind mir seit der Prüfung auch im Freien begegnet. Am besten gefallen hat mir aber die Waffenfliege Clitellaria ephippium mit ihrer schönen Färbung und dem rätselhaften Lebenszyklus.

Alexander Ulbrich

 
 

K.V.

Die Prüfung zum Tierökologie-Zertifikat habe ich gemacht, weil ich mich besser mit den Tieren auskennen wollte, die direkt vor der Haustür vorkommen. Schon der erste Blick auf die Steckbriefe hat gezeigt, dass ich von vielen Arten vorher noch nie etwas gehört habe. Zum Lernen hieß es dann also viele Fotos anschauen und Artnamen merken.

Damit das Tierökologie-Zertifikat aber nicht „nur“ eine weitere theoretische Prüfung wird, war es sehr hilfreich rauszugehen und draußen nach den Tieren Ausschau zu halten und sie in ihrem Lebensraum zu beobachten. Die Feststellung, dass viele der Arten wirklich gut zu finden sind, wenn man die Augen nach ihnen aufhält, war nochmal eine zusätzliche Motivation. Besonders begeistert haben mich die Platanen-Netzwanze mit ihrem gitterartig aussehendem Vorderkörper und der Eisvogel, wegen seiner auffälligen leuchtend-blauen Körperoberseite.

Jetzt nach der Prüfung macht es einfach Spaß, wenn man draußen ein Tier von den 250 Arten sieht und es tatsächlich einer Art zuordnen kann oder auch zu rätseln, um welche Art es sich handeln könnte.


K.V.

 
 

Michael Meusburger

Warum habe ich diese Prüfung abgeschlossen? Als begeisterter Biologie-Student und „Hobby-Zoologe“ bin ich selbstverständlich an allerlei Tieren interessiert. Meine Favoriten sind jedoch Vögel und Insekten, vor allem Ameisen.

Um Tiere zu beobachten und deren Verhalten zu studieren, bin ich gerne in der Natur und finde somit auch zahlreiche andere interessante Tierarten. Darum ist das Tierökologie-Zertifikat genau das richtige für mich gewesen, um meine Artenkenntnisse zu erweitern und spannende Dinge über diese zu erfahren. 

Das Zertifikat ist mit viel Liebe aufgebaut worden und super zum Lernen geeignet. Wer sich selbst prüfen möchte, kann dies bei einem online Selbsttest jederzeit und so oft er möchte machen. 

Ich persönlich bin sehr froh, diese Prüfung gemacht zu haben und werde die verdiente Urkunde mit Stolz in meinem Büro platzieren.

Michael Meusburger

 
 
 
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