Stefanie Mössler

Zwischen Tricks und Theorie

Stefanie Mössler

Mitarbeiter:innenporträt Stefanie Mössler

(07.04.2026)

Manchmal sind es Zufälle, die den Weg vorzeichnen. Dass Stefanie Mössler Geografie studierte, war so einer. Auch dass die Kärntnerin für ihr Masterstudium nach Innsbruck zog – und schließlich blieb. Und schon viel früher spielte der Zufall eine Rolle, als sie ihre Leidenschaft für Ski-Freestyle entdeckte. Rückblickend greifen all diese Fügungen erstaunlich gut ineinander. Fast so, als wäre alles von Anfang an genau so geplant gewesen.

Der Beginn einer Leidenschaft

Als Mössler 2015 für ihr Masterstudium nach Innsbruck zog, wurde ihr schnell klar, was ihrer früheren Wahlheimat Wien fehlte: Natur direkt vor der Haustür. Der Skisport begleitet die heute 34-Jährige nämlich schon seit ihrer Jugend. „Ein Freund hat mich einmal zu einer Wasserschanze mitgenommen, auf der man Sprünge mit Skiern üben kann“, erinnert sie sich an ihre ersten Berührungspunkte mit der Szene. Ganz wohl fühlte sich Mössler anfangs allerdings noch nicht – denn die Freestyle-Community war damals stark männerdominiert. Die Faszination war jedoch sofort da. „Ich hatte das Glück, dass mich eine Gruppe von Jungs immer mitgenommen hat. So bin ich in den Sport hineingewachsen.“

Zwischen Hörsaal und Snowpark

Während ihres Bachelorstudiums „Umwelt- und Bioressourcenmanagement“ in Wien wurde aus dem Hobby nach und nach mehr. Die Freestylerin pendelte regelmäßig zwischen Hörsaal und Snowpark – und schon bald folgten erste Sponsorings. „Das war mir eine große Stütze, da der Sport sehr kostenintensiv ist“, merkt sie an. 2015 folgte der nächste große Schritt: Zum ersten Mal startete sie bei einem FIS-Wettkampf – und landete prompt auf dem Podest. Weitere gute Platzierungen folgten. Schließlich schaffte die Sportlerin den Sprung in den ÖSV-Kader und sicherte sich gleich zwei Mal den Vizestaatsmeistertitel im Slopestyle.

Gleichzeitig engagierte sie sich dafür, mehr Frauen für den Freestyle-Sport zu begeistern. „Ich habe Coachings für Mädchen mitorganisiert und auch selbst geleitet – ganz im Sinne von Empowerment und gemeinsamer Zeit im Schnee“, erklärt die Geografin. So versuchte sie, andere mitzunehmen und zu zeigen, dass Freestyle längst keine reine Männersache ist.

Karriere auf zwei Wegen

Trotz sportlicher Erfolge war für Stefanie Mössler früh klar, dass der Leistungssport nicht ihr einziger Weg bleiben würde. Mit dem Geografiestudium hat sie sich ein zweites Standbein aufgebaut und ihren Traumberuf entdeckt. Dabei kam die Entscheidung für dieses Fach eher unerwartet: Als Kind wollte sie Tierärztin, Bäuerin oder Pilotin werden. „Bei meiner jetzigen Tätigkeit im Projekt ‚Beat the Beetle ‘ bin ich tatsächlich Drohnenpilotin – so weit entfernt ist das also gar nicht“, sagt die Wissenschaftlerin lachend.

Dass sie einmal dauerhaft in Innsbruck bleiben würde, war ursprünglich auch nicht geplant. „Eigentlich wollte ich einen internationalen Master machen – ein Jahr in Bozen, ein Jahr in Innsbruck“, erzählt sie. Für den Freestyle-Sport erwies sich Innsbruck als Standort vorübergehend als sinnvoll. Also schrieb sie sich an der Universität Innsbruck für den Master „Globaler Wandel und Nachhaltigkeit“ ein – zunächst mit dem Gedanken, sich später Lehrveranstaltungen in Bozen anrechnen zu lassen.

Doch dazu kam es nicht mehr. „Innsbruck und das Studium haben mir so gut gefallen, dass ich hier hängengeblieben bin“, meint die Geografin. Besonders Naturgefahren sowie die Beziehung zwischen Menschen und Umwelt hätten sie schon lange fasziniert. Dass die Universität Innsbruck dafür eine eigene Vertiefung in Naturgefahrenforschung und Regionalentwicklung bietet, passte schließlich perfekt.

Die Berge als Konstante

2017 kam dann ein großer Einschnitt: Bei einem Training stürzte Mössler und brach sich den mehrere Mittelhandknochen. Obwohl die Verletzung glimpflich verlief, entschied sie sich, ihre professionelle Freestyle-Karriere zu beenden. Ein kompletter Abschied von den Skiern kam jedoch nie in Frage. „Ich war schon immer jemand, dem eine Sache allein zu wenig ist“, fügt sie hinzu.

So wirkte sie an verschiedenen Filmprojekten mit, darunter beim ersten vollständig von Frauen produzierten Skifilm. Außerdem war sie an der Entwicklung des Konzepts für „Bucket Clips“ beteiligt – ein Projekt, das sich inzwischen zu einer jährlich stattfindenden, internationalen Filminitiative von Rosina Friedel und Ludwig Hagelstein entwickelt hat. Ziel dabei ist es, Frauen im Freestyle-Skiing zu vernetzen und ihnen mehr Sichtbarkeit zu geben. Auch als Coach ist sie weiterhin aktiv und genießt ihre Freizeit bei klassischen Skitagen oder auf Touren im Gelände – ganz ohne Wettkampfdruck.

(Autorin: Anna Füreder)

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Steckbrief

Mitarbeiter:innenporträt Stefanie Mössler

Name

Stefanie Mössler

Funktion

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geografie

An der Uni seit

2017

Wohnort

Innsbruck

Herkunft

Kärnten

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