1. Teil: In biblischer Zeit
I) Überblick über die historischen Auseinandersetzungen
| A | B |
|---|---|
| 1209 | Merenptah, 1. Erwähnung von "Israel" als Gruppenbezeichnung |
| 12./11.Jh. | sogenannte "Landnahme" |
| ab ca. 1000 | Reich Davids |
| 8.Jh. | zunehmender assyrischer Druck |
| 720 | Fall Samarias; 701 Belagerung Jerusalems |
| 587 | Einnahme Jerusalems durch das neubabylonische Reich |
| ab 539 | persische Herrschaft |
| ca. 332 | unter Alexander |
| 3.Jh. | unter ptolemäischer Verwaltung |
| ab 198 | Herrschaft der Seleukiden |
| 167 | Makkabäer-Aufstand |
| ab 63 v.Chr. | römischer Einfluß, zusehends abhängig |
| zwei Aufstände (66-70; 132-135) werden niedergeschlagen |
- begrenzte Zeiten der Selbständigkeit
- innerlich nicht homogen
- immer wieder Eingriffe und Interessen von außen
II) Das literarische Ringen um Gebiet und Selbstverständnis
1) Selbstverständnis Israels nach dem Zeugnis des AT
a) Was ist "Israel"?
Im AT fällt dieser Name zum ersten Mal in Gen 32,29, als zweite Benennung für die bis dahin Jakob genannte Gestalt. Der Name bedeutet "Gott wird kämpfen" und symbolisiert die tiefere Dimension dieses Erzvaters, der in seinem Lebensweg und in seinen Gottesbegegnungen Maß für alle nach ihm Bezeichneten werden soll.
b) Wer gehört zu "Israel"?
Über die `Kinder' Jakobs/Israels werden zwölf Stämme/Gruppen zu einer komplexen Einheit zusammengeschlossen. Gegenüber internen Verschiedenheiten überwiegt das Gemeinsame, während vielfach nach außen abgegrenzt wird (Ismael, Moab, Ammon, Edom ...). Eine Sonderrolle kommt 2 1/2 Stämmen im Ostjordanland zu.
2) Vorstellungen von Aneignung und Umfang des Landes
a) Frühe Landnahme als Projektion
Jos 6 historischer Befund: unbesiedelt
v21.24 "Bann": ao Vorstellung in die eigene Vergangenheit übertragen
b) Territorium - zwischen Wunschdenken und Wirklichkeit
Jos 13 "noch nicht eingenommen"
Wechselnde Grenzen des Landes Keel, Orte und Landschaften I, 229-288.
- Das AT spiegelt gesellschaftliche und theologische Positionen und Diskussionen.
- Deutlich ist der Wunsch nach einer inneren, positiven Bestimmung und Einheit.
III) Die Reflexion auf den Krieg
Manche Texte untersagen Kriege, z.B. gegen `Brüder': Dtn 2,1-6 (gegen Edom); 1 Kön 12,23f (Juda nicht gegen das Nordreich).
Einmalig (!) für den AO finden sich Kriegsgesetze, in Dtn 20f; sie verbieten z.B. das Fällen von Nutzholz für Belagerungszwecke, oder das Ausnützen weiblicher Kriegsgefangener.
Zielrichtung der Geschichte ist die friedliche Gemeinschaft aller Völker vor Jahwe auf Zion (Mi 4), mit der Umwandlung sogar der Kriegswaffen in Arbeitsinstrumente.
II. Teil: von 135 n. Chr. bis heute
| A | B |
|---|---|
| 135 - 324 Aelia Capitolina | völlige Romanisierung |
| 324 - 638 Byzanthinische Zeit | zahlreiche Kirchen u. christl. Einr. |
| 638 - 661 Zeit der Kalifen | generell kriegerisch |
| 661 - 750 | Omajjaden Damaskus - Jerusalem |
| 750 - 1071 | Abassiden |
| 1071 - 1291 | Kreuzfahrer / Ajjubiden Jerusalem, Akko etc. |
| 1291 - 1516 | Mamlukken |
| 1517 - 1917 | Osmanen Palästinenser! |
| Seit Ende des 19. Jh. | massiver Zuzug von Juden nach Palästina; |
| 1902 | Gründung des Kibbuz Degania; |
| (1914 - 1918) | (Erster Weltkrieg) |
| 1918 - 1920 | Britische Militärverwaltung |
| 1920 - 1947 | Britisches Palästinamandat Großmufti von Jerusalem |
| 1921, 1929, 1936 - 1939 | arabische Revolten gegen jüdische Zuwanderer; |
| 1947 | UNO-Beschluss zur Teilung Palästinas |
| 1948, am 14. 5. | Proklamation des Staates Israel |
| 1948/49 | Unabhängigkeitskrieg / Befreiungskrieg |
| 1950 | Teilung Jerusalems (Westen Israel, Osten Jordanien) |
| 1953 - 1955 | Guerillakrieg |
| 1956 | Sinaifeldzug |
| 1967 | Sechstagekrieg Palästinensische Flüchtlinge |
| 1973 | Yom-Kippur-Krieg |
| 1978/79 | Camp-David und Friede mit Ägypten |
| 1981 | Libanonfeldzug Besetzung bis im Mai 2000 |
| 1988 - 1992 | Erste Intifada |
| 1993 | Osloer Abkommen / 1. Autonomievertrag |
| 1994 | Friedensvertrag mit Jordanien |
| 1995 | Washingtoner Abkommen am 4.11. Ermordung Rabins |
| 1996 | Stillstand der Verhandlungen nach der Wahl Netanjahus |
| 199 | 61. offizielle Wahlen des palästinensischen Autonomierates |
| 1999 | Ehud Barak: neue Gespräche mit Syrien und den Palästinensern |
| 2000 | Im September Ausbruch der „Al-Aqsa Intifada" |
| 2001 | 12./13. September blutigste Angriffe auf Westbank und Gazastreifen |
| Dezember 2001 | alle autonomen Städte wieder besetzt; Arafat in Ramallah eingesp. |
| Jänner 2002 | amerikanische Vermittlungsversuche scheitern; |
| Februar 2002 | Israelisches Heer muss sich auf internat. Druck aus autonom. Städten zurückziehen; Betlehem und Gaza werden völlig zerstört; |
| März 2002 | Arafat darf Ramallah wieder verlassen |
| Seit Dezember 2001 | kaum ein Tag ohne Zwischenfälle auf einer oder beiden Seiten. |
Zum Thema:
Fakultätstag 19. März 2002: Theologie treiben in Zeiten des Krieges