Fächer & Profil

Was ist systematische Theologie?

Kurz gesagt: Jene theologischen Disziplinen, die besonders die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Voraussetzungen, Inhalten und Folgerungen des christlichen Glaubens und der Gesellschaft reflektieren. 
Dabei werden u.a. Fragen wie diese behandelt: Lässt sich religiöser Glaube rational rechtfertigen und, wenn ja, wie? Was sagen andere Religionen und wie steht das Christentum dazu? Was bedeuten Glaubensaussagen wie „Jesus ist der Sohn Gottes, der die Welt erlöst hat“ und wie hängen sie mit anderen Aussagen zusammen? Was ist der Mensch und wie ist seine Würde zu begründen und zu bewahren? Welche Lebensweisen führen zu einem guten Leben – auch für künftige Generationen? Wie sollten Gesellschaften organisiert sein, um der Würde der Menschen gerecht zu werden? Was sind Glaubenserfahrungen und gibt es Kriterien, um sie zu beurteilen? Können die Hindernisse zwischen verschiedenen christlichen Konfessionen überwunden und eine Einheit in legitimer Vielfalt gelebt werden? Wie sollte das Christentum auf die Herausforderungen der heutigen Zeit – von A wie Atheimus, Armut oder Artificial Intelligence über K wie Klimakrise, Kriegsgefahr bis Z wie Zukunftsangst – im Blick auf seine reiche Tradition und mit Aufmerksamkeit auf neue Ideen reagieren und welche Hoffnungspotentiale kann es einbringen?
Diesen und ähnlichen Fragen gehen bei uns die Fächer Fundamentaltheologie und Religionswissenschaft, Dogmatik, Moraltheologie, christliche Gesellschaftslehre, Spirituelle Theologie und Ökumenische Theologie nach.

Ausgangspunkt des Lehr- und Forschungsbetriebes am Institut für Systematische Theologie mit seinen Fächern „Christliche Gesellschaftslehre“, „Dogmatische Theologie“, „Fundamentaltheologie“, „Moraltheologie“, „Ökumenische Theologie“, „Spirituelle Theologie“ bildet eine Vision der Kirche, die sich aus der programmatischen Zuordnung der beiden Konzilskonstitutionen Lumen gentium und Gaudium et spes ergibt. Die entscheidende methodische Folgerung daraus zielt hin auf die Formulierung systematisch-theologischer und philosophischer Erkenntnis und sich daraus ergebender normativer Lebensorientierung im Kontext der gesellschaftlichen und pastoralen Tatsachen sowie der Interpretation derselben im Zusammenhang mit der Glaubenswahrheit.

Im Gefolge der Ressourcement-Theologie des französischen und englischen Sprachraums orientieren sich einige Mitarbeiter bei der Grundlegung dieser Lebensorientierung am patristischen Prinzip lex orandi – lex credendi, das für die Transformation hellenistischer Naturphilosophie im ersten Jahrtausend grundlegend war und die ökumenische Konzilsgeschichte der ersten 7 ökumenischen Konzilien prägte. Andere vertiefen die heilsgeschichtliche Sicht, die auf dem zweiten Vatikanischen Konzil neu entdeckt wurde, mit Blick auf den Begriff „Heilsdrama“ als umfassendem Rahmen zur Deutung der Gegenwart und der Geschichte. Dieser Rahmen entspringt dem biblischen Glauben, dass Gott durch Christus und den Hl. Geist in der jeweiligen Gegenwart sich selber mitteilt und in einem dramatischen Ringen mit der geschöpflichen Freiheit das Ziel verfolgt, Menschen in der Geschichte zu einer „Menschheitsfamilie“ (GS 1) zu führen und durch den Tod hindurch in der Ewigkeit zu vollenden. Dieser kommunikative, auf die Vollendung der Schöpfung hin ausgerichtete Grundtenor des „Heilsdramas“ verharmlost die konfliktuellen Zuspitzungen, Katastrophen und Brüche des menschlichen Lebens und der Geschichte nicht, sondern thematisiert sie und sieht auch in ihnen das Heilsgeschehen am Werk. Denn in der Menschwerdung seines Wortes ist Gott in Christus in die Eigengesetzlichkeit einer durch Endlichkeit, Versagen und Schuld gekennzeichneten Welt eingetreten und ihr sogar zum Opfer gefallen. Die prophetische Auseinandersetzung um die wahre Gestalt Gottes in der Geschichte – der dramatische Konflikt im Geschick Jesu – und deren Lösung setzen sich fort in der Geschichte des Christentums und in der Auseinandersetzung um die Gestaltung und theologische Beurteilung der Gegenwart.

Die vom Zweiten Vatikanischen Konzil vorgeschlagene Theologie der „Zeichen der Zeit“ (GS 4) stellt eine methodische Hilfe zur begrifflichen Präzisierung dieses Prozesses dar. „Zeichen der Zeit“ können sowohl im Kontext der kulturellen Strömungen der jeweiligen Gegenwart als auch jener langfristigen Gesetzmäßigkeiten im religiösen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Leben wahrgenommen werden, die das menschliche Leben und Zusammenleben nachhaltig prägen. In diesem Kontext kommt es dann auch zu produktiven Synergien mit Vertretern einer Ressourcementtheologie und -philosophie, die einen besonderen Akzent auf die technisch-kulturellen Herausforderungen der Gegenwart legen und dabei eine trinitarische Technikanthropologie im Anschluss an die augustinische Anthropologie des Mittelalters entwickeln. Im Zeitalter künstlicher Intelligenzen werden kulturelle und politische Umbrüche von technischen Transformationsprozessen entscheidend mitgeprägt. Das hat weitreichende Implikationen nicht nur für das Verständnis von Kirche und Gesellschaft, sondern auch für unser Menschenbild, und konfrontiert die Theologie mit der Frage, was sie mit Blick auf ihre mehr als 2000 Jahre alte philosophisch-theologische Tradition zu den beispiellosen Transformationsprozessen beizutragen hat, mit denen die menschliche Zivilisation als ganze gegenwärtig ringt.

An den folgenden Phänomenen der heutigen Welt und Kirche können unserer Meinung nach paradigmatisch jene Verdichtungen von Heil und Unheil, damit auch jene „Zeichen der Zeit“ abgelesen werden, die für die Gestalt der gegenwärtigen systematischen Theologie von entscheidender Bedeutung sind:

  • Ausgehend von Modellen der Biologie zeichnet sich in allen Bereichen des Wissens, bis hin zur Erkenntnislehre und Wissenschaftstheorie, eine evolutionäre Deutung der Welt ab, es gibt ein neues Paradigma der Weltdeutung.
  • Die bisher getrennten Geschichten vieler Völker wachsen zu einer einzigen Geschichte der Menschheit zusammen (Globalisierung); dieser Prozess wird aber zunehmend auch durch Disruptionen geprägt, die das Globalisierungsparadigma der Nachkriegszeit infrage stellen.
  • Durch die naturwissenschaftlich-industrielle und techno-wissenschaftliche Entwicklung greifen die Menschen immer mehr in das Geschick der ganzen Menschheit ein (künstliche Intelligenzen, Digitale Soziale Netzwerke, Genmanipulation, Nanotechnologie, Möglichkeit der Selbst- und Weltvernichtung, indirekte Veränderung der Menschen durch Transformation der Umwelt, Klimakrise etc.) und beginnen ein Experiment mit sich selber.
  • Die Kommunikation zwischen den Völkern vollzieht sich vor allem durch die globale wirtschaftliche Vernetzung und die elektronischen und sozialen Medien, die auch den politischen, kulturellen und religiösen Bereich in ihren Bann ziehen. Den traditionellen Religionen und Kirchen bietet sich dadurch einerseits eine noch nicht da gewesene Chance der Evangelisierung an; die Eigengesetzlichkeit der medialen Welt nivelliert aber anderseits die Eigenart und die spezifische Motivationskraft dieser Religionen.
  • Im politischen Bereich war der gesellschaftliche Diskurs lange Zeit durch die Orientierung an den Menschenrechten und der Demokratie geprägt. Wenn dieser Diskurs in Rhetorik abzugleiten droht und die kulturell-religiösen Voraussetzungen des liberalen Verfassungsstaates – wie sie das Böckenförde-Paradox formulierte –, überspielt werden, steht jener normative Begriff vom Menschen, der dem fundamentalen Wert der Personwürde, dem Prinzip der Rechtstaatlichkeit und der Demokratie und somit den Menschenrechten zu Grunde liegt, infrage. Es zeichnet sich inzwischen ab, dass wichtige internationale Player wieder auf das Recht des Stärkeren zu setzen scheinen, unterstützt durch die Macht sozialer Medien und künstlicher Intelligenz. Die geschehenen Veränderungen traditioneller Muster, vor allem im Geschlechterverhältnis und des gesellschaftlichen Ortes verschiedener Minderheiten werden einerseits weiter vorangetrieben, andererseits vehement bekämpft, wodurch sich eine zunehmende Polarisierung der Gesellschaft ergibt.
  • Vor dem Hintergrund von zwei schrecklichen Weltkriegen im letzten Jahrhundert schien mit dem Ende des Ost-West-Konfliktes der globale Transformationsprozess weitgehend in friedlichen Bahnen zu verlaufen. Die gewaltfreien Revolutionen in den Ländern des ehemaligen Ostblocks, auf den Philippinen und in Südafrika sind eindrucksvolle und historisch seltene Zeichen einer Absage an den Einsatz von Gewalt als Mittel der Konfliktlösung. Auch der europäische Einigungsprozess ist als ein Friedensprojekt, entstanden aus den Schrecken des Krieges, zu verstehen. Gegenwärtig scheint aber das Pendel in die entgegengesetzte Richtung auszuschlagen: Nicht nur, dass die Welt immer noch im Schatten der Terroranschläge vom 11. September 2001 steht. Der Krieg in der Ukraine droht zu einer Rückkehr der Rüstungsspirale zu führen, die Vokabel der „Kriegstüchtigkeit“ wird wieder salonfähig und die regelbasierte Weltordnung steht in Frage. Nicht zuletzt die Radikalisierung des Konfliktes zwischen Israel und Palästina, die Rückkehr zu einem politischen Denken in Einflusszonen und das vielfache Ignorieren des Völkerrechts zeugen von der massiven Rückkehr der Gewalt ins gesellschaftliche Leben seit dem Beginn des dritten Jahrtausends. Die Friedensappelle von Papst Leo XIV. sind als aus dem Kern der christlichen Religion entspringend zu verstehen.
  • Der öffentliche Diskurs über Religion wird aber allzu oft im Kontext der Problematik dieser Rückkehr der Gewalt geführt. Das Vorurteil „Religion erzeugt Gewalt“ verführt dann zur Reduktion komplexer Konfliktsituationen auf einfache Formeln. Die organisierten Religionsgemeinschaften werden einseitig in die Rolle kultureller Sündenböcke gedrängt, das Bewusstsein vom friedensstiftenden Potenzial der Religion schwindet. Da die Gegenwart auch durch ein weltweites Erstarken religiöser Gemeinschaften geprägt ist, dieses Faktum aber einseitig als Erstarken des Fundamentalismus interpretiert wird, verschärft sich vor diesem Hintergrund die Frage nach dem jeweiligen Verhältnis religiöser Überzeugungen zu Gewalt, und auf diesem Hintergrund nach dem Umgang religiöser Gemeinschaften mit Andersgläubigen. In diesem Zusammenhang sollten all jene Bemühungen nicht übersehen werden, in denen Religionen sich um Frieden und eine gemeinsame Weltverantwortung bemühen. In dieser Welt ist die Kirche, die zu einer Weltkirche geworden ist, trotz aller Sündhaftigkeit und allen Versagens (vgl. UR 3, LG 8) ein Zeichen für das Handeln Gottes.

Zu den neueren Ereignissen in der Kirche selbst, von denen her wir die gegenwärtige Geschichte der Menschheit deuten wollen, gehören vor allem:

  • Das Zweite Vatikanische Konzil: Es bekennt sich zur Religionsfreiheit (DH), bietet eine inkarnatorische Sicht der menschlichen Geschichte an (DV), versteht die Kirche als Sakrament für die Vereinigung (aller) Menschen mit Gott und untereinander (LG 1) und stellt ein Wechselverhältnis her zwischen der dogmatischen Innensicht der Kirche (LG) und der pastoralen Sicht auf die ganze Welt (GS).
  • Die seit dem Konzil stattfindende kontinuierliche Deutung der christlichen Mission durch das kirchliche Lehramt in den Kategorien des Dialogs und des Einsatzes für Gerechtigkeit und Menschenrechte.
  • Die von Papst Johannes Paul II. initiierten Gebetstreffen, die seit 1986 in Assisi stattfanden und bei denen sich zum ersten Mal in der Geschichte führende Vertreter verschiedenster Religionen zum Gebet um den Frieden getroffen haben. Auch wenn die Form und der Inhalt der Gebete in den Religionen der Menschheit verschieden sind und diese der Versuchung einer relativistischen Nivellierung zur Einheitsreligion widerstehen müssen, verdichtet sich im interreligiösen Dialog und im interreligiösen Handeln – gerade hinsichtlich der Suche nach Frieden – der Glaube an das Handeln Gottes in unserer Gegenwart.
  • Das Schuldbekenntnis und die Vergebungsbitten der Katholischen Kirche von Papst Johannes Paul II. zu Beginn des dritten Jahrtausends am ersten Fastensonntag (12. März) 2000. Mit diesem Gottesdienst nahm die Kirche Abstand von der Versuchung der Tabuisierung kirchlicher Schuld, sie präzisierte die Auffassung des 2. Vatikanischen Konzils von der Heiligkeit der Kirche gerade im „dramatischen Kontext“ der Auseinandersetzung um die Wirklichkeit des Heils in unserer Welt und rückte das genuin theologische Verständnis der Sünde in den Vordergrund, das die Sünde nicht im Kontext einer Anschuldigung, sondern der vergebenden Gnade zu bekennen vermag. Auf diesem Hintergrund ist das Versagen der Kirche in der Prävention und Aufarbeitung sexuellen und geistlichen Missbrauchs besonders schmerzhaft. Dennoch darf nicht übersehen werden, dass auch hier Fortschritte gemacht wurden. Die theologische Arbeit an einer Kirche, die in der Nachfolge der Apostel Petrus und Paulus eigene Schuldvergangenheit nicht verleugnet oder vertuscht, sondern als Anlass zu Bekehrung und Neuaufbruch nimmt, ist eine Herausforderung.
  • Die 2019 von Papst Franziskus und dem Kairoer Großimam Ahmad Mohammad Al-Tayyeb gemeinsam unterzeichnete Erklärung zur Geschwisterlichkeit aller Menschen, in der der gemeinsame Schöpfungsglaube als Basis für das gemeinsame Bemühen um eine friedliche, gerechte und das Leben fördernde Weltgemeinschaft bekräftigt wird.
  • Schließlich ist der Weg zu einer mehr und mehr synodalen Kirche, wie ihn Papst Franziskus eingeschlagen hat, und die durch ihn erfolgte zentrale Berücksichtigung der Ökologie theologisch zu begleiten, einzuholen und fortzuführen.

Auf dem Hintergrund solcher Entwicklungen und Ereignisse fokussiert der Lehr- und Forschungsbetrieb am Institut für Systematische Theologie die Frage nach der Identität des christlichen Glaubens im Kontext katholischer Kirchlichkeit. Entgegen den Versuchungen, diese in Form der Extreme zu behandeln – den Katholizismus mit einer verengten fundamentalistischen Reaktion auf die gegenwärtige Welt oder aber der relativistisch nivellierenden Weite einer Anpassung an die herrschenden Trends zu identifizieren – wird im Institut der Aspekt des Ringens um eine solche Identität in den Vordergrund gerückt. Religion gehört zum unverzichtbaren Integrationsfaktor des gesellschaftlichen Lebens, ihre inhaltliche Gestalt muss in einem dauernden Auseinandersetzungsprozess – zu dem die theoretische Reflexion unverzichtbar gehört – gewonnen werden. Auch wenn der Ausgang des Ringens offen ist, so steht doch die heilsgeschichtliche Sicht für das Zeugnis eines grundsätzlichen Sieges über das Böse in Christus und für eine zumindest ansatzweise geglückte, weil gelebte und erlittene kirchliche Identität. Diese schlägt sich nieder u.a. in der rationalen Rechenschaft des Glaubens, der dogmatischen und spirituellen Tradition und der Moral- und Soziallehre der Kirche, auf der die Gebiete der am Institut vertretenen Fächer aufbauen.

Die am Institut vertretenen Fächer

Die Menschheit steht inmitten enormer Herausforderungen: Auswirkungen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung, des Anthropozäns wie Klimawandel und Artensterben, technische Disruption, weltpolitische Verwerfungen. All diese Prozesse sind zumindest menschlich mitverursacht. Die Frage der ethischen Verantwortung stellt sich daher dringlicher denn je nicht nur für die Gestaltung des individuellen Nahbereichs, sondern auch für die Gestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens von der regionalen bis hin zur globalen Ebene. Handlungsorientierung setzt aber Wahrnehmung der Wirklichkeit und deren Beurteilung vor dem Hintergrund eines sinnstiftenden Weltbildes voraus. Christlicher Gesellschaftslehre geht es ausgehend vom biblischen Glauben um die Ausformulierung menschlicher Weltverantwortung hier und heute. Dabei sind Haltungen und Spiritualität der Einzelnen untrennbar mit den strukturell vermittelten Beziehungen in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Technik verflochten. Auch wenn in der Suche nach Orientierung der Dialog mit Philosophie, Human-, Sozial- und Naturwissenschaften unverzichtbar ist, verstehen wir Christliche Gesellschaftslehre als theologische Disziplin, die ein unverzichtbares Instrument der Glaubensverkündigung darstellt (Centesimus annus 54). Verkündigung ist dabei in Begegnung mit anderen Konfessionen und Religionen und in Auseinandersetzung mit der Gesamtgesellschaft als Angebot zum Gespräch und zur Kooperation zu verstehen, so dass die katholische Kirche am Aufbau einer nachhaltigen Gesellschaftsordnung, die mitunter eine „mutige kulturelle Revolution“ (Laudato si 114) erfordert, mitarbeitet, ohne diesen bestimmen zu können oder zu wollen.

Während das kirchliche Lehramt in seiner langen Geschichte v.a. zu einzelnen Fragen Stellung bezogen hat, geht es in der Dogmatischen Theologie darum, vom biblischen Fundament her eine Gesamtschau der kirchlichen Lehre darzulegen (dies entspricht dem Wunsch des Zweiten Vatikanischen Konzils – Optatam totius 16 – die Dogmatische Theologie primär als „Heilsgeschichtliche Dogmatik“ zu betreiben). Dabei stellen sich Fragen, wie die einzelnen kirchlichen Aussagen sich wechselseitig ergänzen oder kritisch eingrenzen, und ob es im Laufe der Geschichte zu Brüchen und Reinterpretationen gekommen ist. Durch die kirchliche Lehre hindurch soll für die Studierenden das christliche Glaubensgeheimnis des trinitarischen Gottes in seiner faszinierenden Kraft aufleuchten und es soll die innere Einheit des Handelns Gottes in Christus, in der Kirche, in anderen Religionen und in der Welt einsichtig werden. Dabei ist es zugleich Aufgabe der Dogmatischen Theologie, die christliche und kirchliche Lehre mit den kulturellen und gesellschaftlichen Grundvorstellungen unserer Zeit zu konfrontieren, um einerseits Ideologien und Mächte, die einen götzenhaften Charakter haben, zu kritisieren, anderseits aber auch zu fragen, wie die überlieferte Lehre im veränderten Kontext glaubwürdig ausgesagt werden kann. Da zu diesen Veränderungen einerseits auch die zu Beginn des dritten Jahrtausends deutlich feststellbare „Rückkehr der Gewalt“ ins gesellschaftliche Leben zählt, anderseits die verstärkte Präsenz Gläubiger anderer Religionen, v.a. der Muslime, im Einzugsgebiet der Landesuniversität, ist der dramatische, auf eine qualitative Toleranz hin ausgerichtete Dialog mit anderen großen Religionen der Welt (gerade unter der Perspektive Religion–Gewalt) unumgänglich. Zu dieser umfassenden Aufgabe leistet auch die Dogmatische Theologie ihren Beitrag, indem sie die dogmatischen Wahrheiten im Kontext der Frage nach Gewaltüberwindung und jener Religionsfreiheit, die im Geschick Jesu sichtbar wurde, interpretiert.

„Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt“
(1 Petr 3,15)

Dies markiert den Kernauftrag von Fundamentaltheologie. Sie ist eine Wissenschaft, die den ganzen Menschen existenziell herausfordert, ein permanenter Drahtseilakt (vgl. John Henry Newman). Dieser Drahtseilakt ist unumgänglich, um je neu nach der rationalen Verantwortbarkeit des Glaubens zu fragen und die Zeichen der Zeit im Licht des Evangeliums zu deuten.

Fundamentaltheologie ist ein Grund- und Brückenfach, öffentliche Theologie, die die Grundlagen des Glaubens rational reflektiert und in beständigem Gespräch mit der Vielzahl an theologischen und nicht-theologischen wissenschaftlichen Disziplinen je neu kritisch auf die Probe stellt und begründet Zeugnis ablegt für die christliche Hoffnung in der Welt von heute. Erkenntnistheoretisch fußt dieser Zugang auf einer Relecture der Loci-Lehre.

Fundamentaltheologie muss die Quellen des Glaubens je neu erschließen. Was Menschen – konkret: Christinnen und Christen – glauben, beten und tun, ist vielfältig miteinander verschränkt. Lex credendi, lex orandi und lex vivendi sind untrennbar verbunden. Theologie als rational verantwortete Glaubensreflexion kann nur in Auseinandersetzung mit dem Handeln des Menschen in der Welt von heute und ihren religiösen Vollzügen erfolgen. Dazu gehört auch das Gespräch mit jenen, die Glauben radikal ablehnen, auf „Gott“ mit völliger Apathie reagieren oder „Gott“ gebrauchen und sich verfügbar machen für ihre je eigenen Herrschaftsprojekte. Die kriteriologische Unterscheidung erweist sich damit als eine Kernaufgabe. Wo ist Gottes Gegenwart wirklich erfahrbar, wirksam und wo wird ein Götze als „Gott“ postuliert und gegen Gott und Mensch ausgespielt?

Religionswissenschaft als moderne akademische Disziplin ist von Beginn an mit der Theologie in enger Beziehung und doch methodisch klar zu differenzieren. Beide Wissenschaften haben ihren je autonomen Forschungsbereich, teilen aber wesentliche Brennpunkte ihres Forschungsinteresses. Für das Theologiestudium hat Religionswissenschaft in ihrer methodischen Eigenständigkeit eine unverzichtbare Bedeutung. Sie ist der Fundamentaltheologie verbunden, weil dieses Fach die vernunftgeleitete Argumentation der Theologie ausbildet und systematisch die Grundlagen der christlichen Theologie der Religionen und des interreligiösen Dialogs in der Gegenwart entfaltet. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei Judentum, Christentum und Islam in ihren diachronen und synchronen Verflechtungen.

Die Moraltheologie reflektiert das christliche Handeln. Im Dialog mit der philosophischen Ethik und den übrigen Wissenschaften erörtert die Moraltheologie die normativen Grundlagen des christlichen Handelns. In theologischer Hinsicht spielen hierbei die Transzendenzverwiesenheit des Menschen, seine Gotteserfahrung und die Beziehung zu Jesus Christus eine große Rolle. Ihre Ausrichtung auf die christliche Heilsgeschichte verdankt die Moraltheologie der Gnadentheologie; sie schließt an eine Tradition an, in der Philosophie, Dogma und Moral zusammen bedacht wurden. Das II. Vatikanische Konzil war auch für die Moraltheologie ein Meilenstein in der Wiederentdeckung der Heiligen Schrift als Grundlage des christlichen Lebens: In Optatam Totius heißt es: „Besondere Sorge verwende man auf die Vervollkommnung der Moraltheologie, die, reicher genährt aus der Lehre der Schrift, in wissenschaftlicher Darlegung die Erhabenheit der Berufung der Gläubigen in Christus und ihre Verpflichtung, in der Liebe Frucht zu tragen für das Leben der Welt, erhellen soll.“ (OT Art. 16). Die Moraltheologie folgt dem II. Vatikanischen Konzil nicht nur in der Verbindung von Dogma und Moral sowie von Moral und Bibel, sondern auch in der Verbindung von spiritueller Theologie bzw. Spiritualität (vgl. DV 8).

Ökumenische Theologie gehört als Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) zu den verpflichtenden Fächern des Theologiestudiums. Im Ökumenismusdekret Unitatis redintegratio (UR) legt das Konzil Wert auf die Kenntnis des Denkens und der Kultur der getrennten Brüder und Schwestern. „Dazu bedarf es notwendig des Studiums, das der Wahrheit gemäß und in wohlwollender Gesinnung durchzuführen ist.“ (UR 9) Diese Bestimmung wurde im „Direktorium zur Ausführung der Prinzipien und Normen über den Ökumenismus“ (1993) näher entfaltet. Einerseits soll die ökumenische Dimension alle theologischen Fächer durchdringen, andererseits ist es wichtig, dass es einen eigenen Kurs für Ökumene gibt, der verpflichtend ist (vgl. Nr. 72, 79–81). Ökumenische Theologie ist keine neue Theologie, sondern bietet eine Perspektive auf die gesamte Theologie, auch in ihren unterschiedlichen konfessionellen Ausprägungen. Diese Perspektive ist geprägt durch die Suche nach Wahrheit, sie wurzelt in den Quellen und Ursprüngen des christlichen Glaubens, hat die Gemeinschaft aller christgläubigen Menschen zum Ziel und ist in der Liebe verwurzelt und gegründet. In der Liebe und in der Wahrheit können Wunden heilen und Ökumene nicht als Einbahnstraße, sondern als gegenseitiger Lernprozess hin zum dreifaltigen Gott erfahren werden.

Die Spirituelle Theologie reflektiert die Gottesbeziehung der Christgläubigen. Sie hilft, theologische Kriterien für die eigene Gottesbeziehung zu entwickeln, sowie Fähigkeiten zur Beurteilung geistlicher Erfahrungen in der geistlichen Begleitung zu erwerben. Dabei werden die gemeinschaftlichen und gesellschaftlichen Bezüge der Gottesbeziehung besonders beachtet. Jesus Christus wird als Mitte des christlichen Glaubens erkannt und als das Kriterium zur Beurteilung gegenwärtiger spiritueller Phänomene und Bewegungen innerhalb und außerhalb der Katholischen Kirche gesehen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Ignatianische Spiritualität und die Tradition der großen Mystikerinnen und Mystiker des Christentums gelegt.

Natürlich ist die Spirituelle Theologie ein Fach, das alle theologischen Disziplinen durchdringen soll, vergleichbar auch einem „Unterrichtsprinzip“. Deshalb ist sie in der Tradition verschiedenen theologischen Fächern zugeordnet worden (z.B. Moraltheologie, Dogmatik oder auch Pastoraltheologie).

Strategische Ziele

Fächerübergreifende Forschung am Institut 

Ausgehend von der Verbindung von dogmatischer Wahrheit und pastoraler bzw. gesellschaftlicher Realität werden in gemeinsamen Forschungsprojekten jene Problemstellungen formuliert und aufgearbeitet, die eine Brückenfunktion zwischen einer ausformulierten theologischen Dogmatik und den stärker die philosophischen, human- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen einbeziehenden Fächern der philosophischen Anthropologie, Moraltheologie und Gesellschaftslehre innehaben. Die Bündelung der Forschungsarbeit und die internationale Vernetzung des Instituts erfolgt wesentlich im Rahmen des institutsübergreifenden Forschungszentrums „Religion-Gewalt-Kommunikation-Weltordnung“ (RGKW), das dem universitären Forschungsschwerpunkt Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte zugeordnet ist. Teil des RGKW ist außerdem die am Institut beheimatete, aber darüber hinausgehende Forschungsgruppe Dramatische Theologie. Ebenso verbunden sind das internationale und interdisziplinäre Colloquium on Violence & Religion. Einzelne Institutsmitglieder sind darüber hinaus auch in andere Forschungskontexte eingebunden: in das DiSC (Digital Science Center), den Forschungsschwerpunkt „Geschlechterforschung – Identitäten – Diskurse – Transformationen“, die internationale Forschungsgruppe „Film & Theologie“, und das Forschungszentrum „Synagoge und Kirchen“). Das Institut betreut das Raymund-Schwager-Archiv. Zu den gemeinsamen Forschungsprojekten zählt auch die Herausgabe und Betreuung der Publikationsreihe „Beiträge zur mimetischen Theorie“.

Im Grenzbereich von Forschung und Lehre findet die Betreuung der zahlreichen Doktorierenden aus aller Welt statt. In der Ausbildung junger Wissenschaftstreibender in Zusammenarbeit mit dem Collegium Canisianum, dem Sophia Institute Innsbruck und anderen Fördereinrichtungen für Doktoratsstudierende aus dem globalen Süden sehen wir einen wertvollen Beitrag zur Vertiefung der theologischen Forschung einerseits und zur fundierten Ausbildung künftiger theologischer Experten und Expertinnen andererseits. Zu diesem Zweck wirken wir auch am Doktoratskolleg Catholic Theology in a Globalised World mit, das zurzeit von einem Mitglied unseres Instituts geleitet wird.

Forschung im Kontext einzelner Fächer

Fundamentaltheologie

Die Wegmarkierungen des Zweiten Vatikanischen Konzils sind für die Fundamentaltheologie eine bleibend verbindliche Orientierung, deren Vertiefung ein beständiger Weg ist. In der Verschränkung von lex orandi – lex credendi – lex vivendi gilt es im Gespräch mit den Loci Theologici Proprii und Alieni je neu die Grundlagen christlichen Glaubens zu erkunden und diesen zu rechtfertigen. Im Plural der Herausforderungen, denen die Theologie nicht ausweichen darf, widmet sich die Fundamentaltheologie in Innsbruck insbesondere der theologischen Erkenntnislehre, der Frage nach der epistemischen Autorität von Vernunft und Offenbarung und der Rolle von Religion und Glaube in Transformationsprozessen. Transformative Konzeptionen und Praktiken von Macht, Autorität und Ordnungen rücken in den Fokus. Philosophie, Theologie, Sozialwissenschaft und das Geschehen an den Brennpunkten des Lebens müssen dabei zueinander in Beziehung gesetzt werden.

Als besondere Schwerpunkte seien aktuell genannt:

  • Politische Theologie, insbesondere die vorpolitischen Grundlagen einer auf universaler Menschenwürde basierenden demokratischen Ordnung
  • Interreligiöser Dialog und Theologie der Religionen in besonderer Kooperation mit dem HEST-Cluster „Christian-Muslim Relations“ der europäischen Jesuitenfakultäten (https://kirchernetwork.org/groups/hest-group-christian-muslim-relations/), der internationalen Forschungsplattform „PLURIEL“ (https://pluriel.fuce.eu) sowie der Fokolarbewegung
  • Theologie, Arbeit, Gerechtigkeit, Menschenwürde im Kapitalozän in Kooperation mit dem Netzwerk „Religion and Justice“ (Prof. Jörg Rieger, Vanderbilt University; https://www.religionandjustice.org/)

Dogmatische Theologie

Die Forschung in der Dogmatischen Theologie findet einerseits weiterhin im Kontext des Modells der „Dramatischen Theologie“ statt. Hierbei wird besonderes Augenmerk auf eine dramatische Kairologie gelegt, die biblische Texte zur unterscheidenden Wahrnehmung gegenwärtiger Gnadenereignisse und Zeichen der Zeit neu deutet und so zentrale dogmatische Themen wie Gnade und Freiheit, Handeln Gottes, Sünde und Erbsünde für gesellschaftliche Transformation, christliche Spiritualität und die Ökumene mit pfingstlich-charismatischen sowie evangelikalen Strömungen fruchtbar macht. Der Zusammenhang von Gewaltmechanismen und religiösen Phänomenen in Zusammenarbeit mit dem Colloquium on Violence and Religion und die transformierende Kraft eines biblisch fundierten Christentums in diesem Zusammenhang bleiben nach wie vor Foci der dogmatischen Forschung. Anderseits tritt verstärkt das Interesse an einer kritischen Anthropologie im heraufziehenden Zeitalter der KI in den Vordergrund. Der starke Akzent auf die Diskussion über „Selbst-Technologien“ im Kontext der anthropologischen und technikphilosophischen Debatte der Gegenwart erlaubt dabei zugleich einen Brückenschlag zwischen spiritueller Theologie und philosophischer Anthropologie, Technikphilosophie und wertebasierter Technologieentwicklung. Grundlage hierzu ist das im Kontext der christlichen Trinitätstheologie zu verortende, auf Augustinus zurückgehende Konzept „trintarischer Technikanthropologie“ (TTA)

Moraltheologie

Die moraltheologische Forschung setzt derzeit die Schwerpunkte Allgemeine Moraltheologie, medizinische Ethik, Friedensethik, Spiritualität und Genderforschung. Die Menschenrechte und das Naturrecht gelangten nach dem Zweiten Weltkrieg zu neuer Bedeutung; seither wurden sie sowohl kreativ weiterentwickelt als auch heftig bestritten. Unsere moraltheologische Forschung diskutiert aktuelle Begründungsfragen und die Relevanz von Naturrecht und Menschenrechten in pluralen Gesellschaften. In der medizinischen Ethik geht es um Fragen der Ethik am Lebensanfang und am Lebensende sowie um die Frage nach dem Gewissen im Gesundheitswesen. Der Schwerpunkt der Genderforschung liegt auf den Herausforderungen der traditionellen Ehe durch die dramatischen Veränderungen unserer Lebensbedingungen und -formen.

Gesellschaftslehre

Die Forschung in der Gesellschaftslehre kann als theologischer Beitrag zur Nachhaltigkeitsforschung verstanden werden. Grundlage dafür bietet die im Rahmen des Ansatzes Dramatischer Theologie erarbeitete Anthropologie. Das biblische Menschen- Welt- und Gottesbild wird in seiner Bedeutung für und in seinen Auswirkungen auf gesellschaftlich relevante Fragen entfaltet. Derzeit stehen dabei die Bereiche Umwelt, Wirtschaft und Technik im Fokus des Interesses. Die Fragen von Friede und Gerechtigkeit sind dabei in Kooperation mit den anderen am Institut vertretenen Fächer stets mit zu bedenken.

Ökumenische Theologie

Im Zentrum der Forschung in der Ökumenischen Theologie steht das Bemühen, Wege zu einem Fortschritt zur Einheit bzw. Gemeinschaft der Kirchen zu finden und zu fördern. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Beziehungen mit den Ostkirchen (Orthodoxe Kirche, Orientalisch-Orthodoxe Kirchen, Assyrische Kirche des Ostens).

Spirituelle Theologie

Die Spirituelle Theologie knüpft an die jesuitische Tradition der Fakultät an und trägt diese weiter. Wichtige Themen unserer Forschung sind dementsprechend: die Spiritualität der ignatianischen Exerzitien, die Thematik der religiösen Erfahrung, Unterscheidung der Geister und Theologie der Berufung, Mystik und Theologie des Gebetes. Weitere wertvolle Akzente stellen die Theologie John H. Newmans, die dramatische Kairologie und der Versuch eines Brückenschlags zwischen Spiritualität und aktuellen gesellschaftlichen Themen (moderne Medien, Ökologie, Friedensethik) dar.

Aktuelle Lehre im Rahmen des ganzen Instituts 

Im Rahmen der geltenden Studienpläne lehrt das Institut in allen von der Fakultät angebotenen Studienrichtungen. Dabei wird großes Augenmerk auf die Kooperation der einzelnen Fächer gelegt. Über das Pflichtangebot hinaus bietet das Institut auch Lehrveranstaltungen zu den am Institut betriebenen Forschungsschwerpunkten und beteiligt sich an der Durchführung der kooperativen Lehrveranstaltungen mit anderen theologischen und philosophischen Fachbereichen und nichttheologischer Disziplinen. Weiters sind Angehörige des Instituts mit der Lehre an Studienrichtungen anderer Fakultäten und Universitäten (Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Informatik, Geisteswissenschaften) sowie dem European Joint Master Study Programme Digital Society, Social Innovation and Global Citizenship betraut oder bieten dort regelmäßige Lehrveranstaltungen an.

Lehre in den einzelnen Fächern

Fundamentaltheologie und Religionswissenschaft

Zwei Grundorientierungen sind für die Lehre wesentlich: Einerseits die Erarbeitung einer festen fachlich-theologischen Grundlage mit den Studierenden, andererseits die Eröffnung einer interdisziplinären, pluralitätssensiblen Diskursfähigkeit. Fundamentaltheologie befähigt Studierende, die Grundlagen des Glaubens rational zu reflektieren und im beständigen Gespräch mit der Vielzahl an theologischen und nicht-theologischen Disziplinen und den Zeichen der Zeit zu erhellen. Besondere Bedeutung kommt in Innsbruck dem Gespräch mit den Religionen und den Sozialwissenschaften zu.

Die Vorlesungen führen ein in die Grundlagen beider Fächer (Fundamentaltheologie und Religionswissenschaft), prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen (Seminare, Übungen) vertiefen diese und suchen forschungsgeleitet gegenwärtige Herausforderungen und Problemstellungen zu bearbeiten. Die Theologie der Religionen und politische Theologie(n) bilden Schwerpunkte in den Vertiefungsveranstaltungen.

Dogmatische Theologie

Die Dogmatische Theologie ist in den theologischen Studien fest verankert. Im Studium der Fachtheologie werden klassische dogmatische Traktate im Hinblick auf die Herausforderungen der Zeit unterrichtet. Im Studium der Religionspädagogik und im Lehramtsstudium katholische Religion wird die gesamte Dogmatik zunächst überblicksartig unter Berücksichtigung pädagogischer Erfordernisse angeboten, und dann ausgewählte Themen in einzelnen Lehrveranstaltungen vertieft.

Moraltheologie

Die „Moraltheologie“ führt im Basisstudium mit zwei Vorlesungen (Fundamentalmoral und Beziehungsethik) in die „Allgemeine Moraltheologie“ ein. Das Vertiefungsstudium behandelt die je aktuellen Themen der speziellen Moraltheologie (Medizinethik, Ethik am Lebensanfang und am Lebensende, Friedensethik etc.).

Gesellschaftslehre

Die Lehrveranstaltungen im Fachgebiet „Christliche Gesellschaftslehre“ führen in die lehramtliche Tradition der Katholischen Soziallehre ein. Darüber hinaus bieten sie Vertiefungsmöglichkeiten zu Fragen der Wirtschafts-, Umwelt- und Technikethik, sowie der Friedensethik und politischen Ethik. All diese Bereiche reflektieren aus einer christlichen Perspektive das Bemühen um nachhaltige Entwicklung von Mensch und Gesellschaft.

Ökumenische Theologie

Die Ökumenische Theologie wird in allen Studienrichtungen an der Fakultät gelehrt. Ziel ist es, ein Bewusstsein für die Bedeutung der Ökumene zu schaffen und die Grundlagen der ökumenischen Theologie zu vermitteln. Darüber hinaus finden aktuelle Fragen in der Ökumenischen Bewegung ihren Platz in der Lehre.

Spirituelle Theologie

In Vorlesungen und Seminaren wird die existentielle Bedeutung der Botschaft Jesu Christi für die Gläubigen erschlossen und die spirituelle Praxis von Kirche und Gemeinden kritisch beleuchtet und reflektiert. Ziel ist die Befähigung der Studierenden: verschiedene spirituelle Traditionen zu kennen und würdigen zu lernen, den eigenen geistlichen Weg in produktivem Dialog mit anderen Glaubenden zu reflektieren und besondere Ausprägungen der christlichen Spiritualität kritisch bewerten zu können.

Der Wissenstransfer erfolgt verstärkt über die Social Media Initiative der theologischen Fakultät. Weiterhin bleiben aber wichtig die Mitarbeit und Teilnahme des Instituts an:

  • Mitgestaltung und Planung der „Theologischen Sommertage“ der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck
  • Lehre im Rahmen des „Theologischen Fernkurses“
  • Mitarbeit European Joint Master Study Programme Digital Society, Social Innovation and Global Citizenship
  • Angebote im Bereich der LehrerInnenfortbildung
  • Angebote im Bereich der SeelsorgerInnenfortbildung
  • Angebote im Bereich der Krankenhausseelsorge
  • Mitherausgabe der „Ignatianischen Impulse“ (Echter Verlag)
  • Einbringen der Ergebnisse ins Colloquium on Violence and Religion

Außerdem ist das Institut auch wesentlich an der Konzeption und Weiterentwicklung des virtuellen „Innsbrucker Theologischen Leseraums“ der Fakultät beteiligt.

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