DVA PROKURORA / ZWEI STAATSANWÄLTE, Regie: Sergei Loznitsa
In der Zeit des großen Terrors 1936-38 werden in der Sowjetunion Hunderttausende Menschen aus politischen Gründen verhaftet, erschossen oder in die sibirischen Arbeitslager geschickt. Sie werden für Taten angeklagt und verurteilt, die sie nie begangen haben. Im Film von Sergei Loznitsa versucht ein junger, idealistischer Staatsanwalt, die Unschuldsvermutung zu verteidigen – und muss natürlich scheitern. Mit der geradlinigen und auf wenige Szenen konzentrierten Handlung regt der international vielfach gewürdigte Regisseur Sergei Loznitsa mit seinem neuesten Spielfilm zur Reflexion über die sowjetische Geschichte an. Gleichzeitig können wir den Film als Mahnung und Aufruf verstehen, für die Unabhängigkeit der Justiz und den Rechtsstaat in unserer unmittelbaren Gegenwart einzustehen.
F / D / NL u.a. 2025; Regie & Buch: Sergei Loznitsa; Kamera: Oleg Mutu, Darsteller:innen: Aleksander Kuznetsov (Aleksander Kornev), Anatolii Belyi (Andrei Vyshinskii), Aleksander Filippenko (Stepniak / Invalide im Zug) u.a. (DCP; 117min; russische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
DVA PROKURORA läuft ab 19.02. regulär im Programm des Leokinos. Infos und Online Reservierung unter https://leokino.at.
Das Filmgespräch zwischen Eva Binder und Kurt Scharr findet im Rahmen der aktuellen Veranstaltungsreihe „Vergangenheit verhandeln in Literatur und Film“ des Networks of Areas (Osteuropa) der Universität Innsbruck statt.