Freunde Christi nach Karl Rahner SJ

Auf der Suche nach einem tragfähigen Priesterbild innerhalb einer synodalen Kirche

Beschreibung des Projektes

Die Dissertation versucht die Bedeutung der Theologie Karl Rahners für das Verständnis des katholischen Amtspriestertums in einer Kirche, die sich zunehmend als synodale Gemeinschaft versteht, zu untersuchen. Ausgangspunkt dafür sind gegenwärtige kirchliche Transformationsprozesse: sinkende gesellschaftliche Bindungen an die Kirche, veränderte pastorale Strukturen sowie die Frage nach dem Verhältnis von Amt, Gemeinde und gemeinsamer Verantwortung aller Getauften. Besonders im Bereich der Pfarrpastoral zeigt sich, dass traditionelle Rollenbilder des Amtspriesters neu gedacht werden müssen.

Vor diesem Hintergrund setzt sich die Arbeit mit zentralen Texten Rahners zum Amtspriestertum auseinander, insbesondere mit seinen Überlegungen zum Strukturwandel der Kirche und zur priesterlichen Existenz. Rahner verstand die Kirche als Glaubensgemeinschaft, die sich in geschichtlichen Veränderungen immer neu bewähren muss. Seine theologischen Ansätze werden deshalb auf ihre Aktualität für das heutige Priesterbild untersucht.

Die Arbeit verbindet dabei persönliche pastorale Erfahrungen mit systematisch-theologischer Reflexion. Es werden besonders aktuelle Prozesse in der Diözese Feldkirch berücksichtigt. Ziel ist es, ein Verständnis des priesterlichen Dienstes zu entfalten, das den Amtspriester nicht nur als Funktionsträger kirchlicher Strukturen sieht, sondern als geistliche und exemplarische Gestalt innerhalb des Gottesvolkes. Das Leitbild des „Freundes Christi“ dient dabei als spirituelle Perspektive für ein Amtspriestertum, das in einer synodalen Kirche gemeinschaftlich, glaubwürdig und nah an den Menschen gelebt und gestaltet wird.

Karl Rahner SJ

Forschungsanliegen

Christus und Menas

Die Arbeit möchte zentrale Gedanken Karl Rahners zum Amtspriestertum neu erschließen und für die gegenwärtige Situation der Kirche fruchtbar machen. Dabei geht es besonders um die Rolle des Amtspriesters innerhalb einer Kirche, die stärker von gemeinsamer Verantwortung, Beteiligung und Synodalität geprägt ist. Ziel ist es, Perspektiven für ein geistlich verantwortetes und zukunftsfähiges Verständnis des priesterlichen Dienstes zu entwickeln.

Forschungsfragen

  • Welche Impulse bietet Karl Rahners Theologie für das Verständnis des Amtspriestertums in einer synodalen Kirche?
  • Wie verändert sich die Rolle des Priesters im Kontext kirchlicher Transformationsprozesse?
  • Wie kann priesterlicher Dienst heute als geistliche und exemplarische Aufgabe innerhalb des Gottesvolkes verstanden werden?

Forschungsmethode

Die Arbeit verbindet systematisch-theologische Literaturarbeit mit pastoraltheologischer Praxisreflexion. Im Zentrum steht die Analyse ausgewählter Schriften Karl Rahners, insbesondere seiner Beiträge zur Ekklesiologie, zur priesterlichen Existenz und zum Strukturwandel der Kirche. Diese Texte werden im Kontext des Zweiten Vatikanischen Konzils sowie aktueller Diskussionen um Synodalität und kirchliche Reformprozesse interpretiert.

Ergänzt wird die theoretische Auseinandersetzung durch die Reflexion eigener Erfahrungen aus der pastoralen Praxis als Priester in der Diözese Feldkirch. Konkrete Erfahrungen aus Pfarrleben, Sakramentenpastoral und kirchlichen Transformationsprozessen dienen dabei nicht nur als Ausgangspunkt, sondern auch als hermeneutischer Schlüssel für die theologischen Fragestellungen der Arbeit.

Literatur

  • Rahner, Karl, Priesterliche Existenz, in: SW 20, 196–216.
  • Rahner, Karl, Strukturwandel der Kirche als Aufgabe und Chance, in: SW 24/2, 490–579.
  • Rahner, Karl, Zur Frage nach dem Wesen des Priestertums, in: SW 20, 191–195.
  • Vorgrimler, Herbert, Karl Rahner. Zeugnisse seines Lebens und Denkens, Kevelaer 22011

 


Betreuer

Univ.-Prof. i.R. Mag. Dr. Roman A. Siebenrock

Institut für Systemaische Theologie 
an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck

Doktorand

Mag. Jakob Geier

Kontakt

Jakob Geier
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