Call for Papers – Spielerfahrung
Studierendentagung der Ludobande vom 11. bis 14. März 2027 in Innsbruck
Die Ludobande, ein interdisziplinäres Netzwerk für Nachwuchswissenschafter:innen in den Game Studies, und die Forschungsgruppe Game Studies der Universität Innsbruck laden im März 2027 zur Tagung Spielerfahrung nach Innsbruck ein. Dafür suchen wir Beiträge von Studierenden und Promovierenden aller Fachrichtungen, die sich wissenschaftlich mit digitalen und/oder analogen Spielen sowie deren Entwicklungs- und Rezeptionskultur auseinandersetzen und ihre wissenschaftlichen Arbeiten, Projekte oder Experimente teilen möchten. Die Tagung findet vor Ort in Innsbruck statt und wird hybrid gestreamt.
Spiele sind komplexe Erfahrungen in und zwischen Körper, Raum, Narration und Community, die durch Immersion und deren Brüche, durch Kommunikation, Gemeinschaft oder das Schaffen neuer Räume entstehen können. Der Begriff Spielerfahrung beinhaltet einerseits das Vorwissen über Spielmechaniken und Narrative, andererseits das individuelle Erleben eines Spiels während des Rezeptionsprozesses. Die Wahrnehmung von Spielerfolgen, Handlungsmacht oder emotionaler Involvierung ist stark subjektiv geprägt, bedarf jedoch auch eines kollektiven Grundverständnisses. Dieses gemeinsame Verständnis beruht auf einem Gerüst aus festen Elementen, das den Zugang zu einem Spiel ermöglicht und die Grundlage für Quantifizierung und wissenschaftliche Erforschung von Spielerfahrung liefert. Das Verständnis und die Kompetenzen, die Spieler:innen in Form von Spielerfahrung sammeln, schlagen sich im Begriff der Game Literacy nieder: die Fähigkeit, ein Spiel zu verstehen, navigieren, interpretieren und entsprechende Spielhandlungen vorzunehmen.
Auch bei gleicher Ausgangssituation können individuelle Spielerfahrungen zu einem diversen Erleben und somit zu einem breiten Spektrum an Forschungspotential führen. Wir laden daher Beiträge aus allen Disziplinen und Fachrichtungen ein, die sich mit Spielerfahrung auseinandersetzen. Mögliche Themenfelder umfassen, aber beschränken sich nicht ausschließlich auf:
- Rezeption & Spieler:innenkultur: Welche Interaktionen finden zwischen Spieler:innen statt? Wie bilden sich durch miteinander geteilte Spielerfahrung Communities? Wie wird sich innerhalb dieser Communities über Spielerfahrung ausgetauscht?
- Spielentscheidungen: Wie beeinflusst die Spielerfahrung die Herangehensweise von Spieler:innen an ein Spiel? Wie wirkt sie sich auf Entscheidungen und Verhaltensweisen im Spiel aus?
- (Spiel‑)Raum: Wie gestaltet sich die Spielumgebung inner- und außerhalb des Spiels? Welchen Einfluss hat sie auf die Spielerfahrung?
- Repräsentation: Wie werden Identität und Sichtbarkeit im Spiel verhandelt? Wie können Rezeptionsprozesse wie Identifikation oder Empathie eine emotionale Spielerfahrung auslösen?
- Inter- und Transmedialität: Wie werden transmediale Referenzen erkannt und mit intermedialen Verknüpfungen umgegangen? Wie verändert sich die Spielerfahrung durch die Rezeption anderer Medien innerhalb desselben Franchise?
- Game Literacy: Wie setzt das Spiel einen gewissen Erfahrungsstand voraus? Wie holt ein Spiel Spieler:innen mit unterschiedlichem Erfahrungsschatz ab?
- UX & Game Design: Welche Auswirkungen von Spielerfahrung werden im Game Design sichtbar? Wie interagieren Spieler:innen mit dem Spiel und was löst die Interaktion in den Spieler:innen aus?
- Spielen (er)lernen: Wie bildet sich Spielerfahrung? Wie wird Spielerfahrung durch Scheitern und Erfolg modifiziert? Wie wird Erfahrung übermittelt und weitergegeben?
- Transzendenz der Erfahrung: Metaphysik, Religion, Grenzen – Was liegt jenseits der Erfahrung? Wie fordern Spielwelten das Verständnis der bekannten Welt heraus?
Wir möchten einen safer space für den Austausch des wissenschaftlichen Nachwuchses der Game Studies schaffen, in dem Ideen frei präsentiert, diskutiert und Menschen sich miteinander vernetzen können. Daher sind Erstvorträge, Work-inProgress-Projekte und interdisziplinäre Perspektiven ausdrücklich willkommen.
Format und Einreichung
Die Tagung findet vom 11. bis 14. März 2027 an der Universität Innsbruck statt. Dieser Call for Papers richtet sich explizit an Studierende (Bachelor, Master) und Doktorand:innen. Abstracts von max. 300 Wörtern und Kurzbiografie können bis zum 01. September 2026 unter dieludobande@gmail.com eingereicht werden; Paneleinreichungen von maximal drei Vorträgen sind ebenfalls möglich. Rückmeldungen erfolgen bis Anfang Oktober 2026. Eine (teilweise) Übernahme der Reise- und Übernachtungskosten ist vorgesehen. Eine Publikation von Beiträgen in einem Sammelband in deutscher und englischer Sprache ist geplant.