Unter dem Titel „Kirche als Gesellschafter und Investor – kirchenrechtliche Fragen zu Unternehmensbeteiligungen und Wertpapiertransaktionen“ veranstaltete die Diözese Innsbruck in Kooperation mit dem Fachbereich Kirchenrecht der Universität Innsbruck am 23. und 24. April 2026, das „IV. Symposium zur Vermögensverwaltung in der römisch-katholischen Kirche“, mit dem Ziel, das Tagungsthema sowohl aus kirchenrechtlicher Perspektive als auch aus Sicht der Kapitalanleger zu beleuchten. Tagungsort war das Pontificio Ateneo Sant´Anselmo in Rom.
Nach der inhaltlichen Hinführung durch Rainer Kirchmair (Diözesanökonom Diözese Innsbruck) und der Begrüßung durch Magdalena Bernhard (Kanzlerin Diözese Innsbruck) und Kirchenrechtsprofessorin Sabine Konrad führte der Emeritus Wilhelm Rees mit einer Zusammenfassung der letzten Tagungen ein, gefolgt von Rainer Kirchmair, der Kapitalanlage sowie vermögensrechtliche Fragestellungen in der römisch-katholischen Kirche adressierte. In den Fachvorträgen wurden die Vorgaben und die praktische Umsetzung bestehender Finanzrichtlinien (Reinhard Friesenbichler, rfu resarch GmbH), Veranlagungen im kirchlichen Recht (Andreas Kowatsch) sowie Unternehmensbeteiligungen und Vermögensfragen mit Blick auf die Benediktinischen Kongregationen (P. Laurentius Eschlböck) vertieft.
Ergänzend wurden Best-Practice-Beispiele im Veranlagungsbereich unter Berücksichtigung von Unternehmensbeteiligungen und Private Debt (Klaus Gabriel, Geld & Ethik) vorgestellt, die vermögensrechtlichen Regelungen der österreichischen und deutschen Bischofskonferenz sowie des Partikularrechts ausgewählter österreichischer und deutscher Diözesen erläutert (Magdalena Bernhard) und die kirchliche Vermögensverwaltung zwischen Partikular- und Universalrecht anhand des Generaldekrets der Deutschen Bischofskonferenz von 2023 zu Akten der außerordentlichen Vermögensverwaltung diskutiert (Noach Heckel).
Die Panels unter der Moderation von Marlies Hofer-Perktold (stv. Diözesanökonomin Diözese Innsbruck) richteten den Blick auf die Umsetzung katholischer Vermögensvorgaben in der klassischen Kapitalanlage mit Beiträgen von François Pauly (Aufsichtsratsvorsitzender, IOR), Thomas Homm (Generalbevollmächtigter, BANK IM BISTUM ESSEN eG) und Oliver Böttger (Partner, Lupus Alpha Asset Management AG) sowie auf direkte Unternehmensbeteiligungen glaubensbasierter Investoren im Bereich „Private Equity“ mit Klaus Gabriel, Cornelius Türk (Caritas ED Wien) und Rainer Kirchmair.
Gefördert wurde die Veranstaltung durch großzügige Unterstützung der BIB – BANK IM BISTUM ESSEN und Lupus Alpha Asset Management AG.
Eine besondere Ehre stellte der Empfang in der Österreichischen Botschaft beim Heiligen Stuhl durch Botschafter Marcus Bergmann dar, der den Austausch in würdigem Rahmen abrundete.
Die 42 Teilnehmenden aus Kirchenrecht, kirchlicher Vermögensverwaltung und Finanzwesen schätzten das Symposium als Möglichkeit des fachlichen Austauschs zu einem höchstaktuellen Thema, deren Ergebnisse in einem Tagungsband veröffentlicht werden sollen.
(SK)
