Politische Parteianhänger sind sich häufig über grundlegende politische Fakten uneinig, doch bleibt unklar, ob diese Meinungsverschiedenheiten auf aufrichtigen Überzeugungen beruhen oder lediglich Ausdruck eines bestimmten Verhaltens sind. In einem Umfrageexperiment mit 888 US-Teilnehmern untersuchte Hannon, wie sich Anreize zur korrekten Beantwortung auf die Antworten auf politische Sachfragen auswirken. Er stellte fest, dass Anreize die parteipolitischen Unterschiede bei der sachlichen Berichterstattung verringerten, wobei dieser Effekt fast ausschließlich von Republikaner:innen getragen wurde. Demokrat:innen und Parteilose zeigten kaum Veränderungen in ihren Antworten, wenn ihnen Anreize angeboten wurden. Wenn Republikaner:innen Anreize erhielten, antworteten sie auf Fragen, die Demokrat:innen favorisierten, genauer, bei Fragen, die ihre eigene Partei favorisierte, jedoch weniger genau, ohne dass sich die Genauigkeit insgesamt verbesserte. Würden Anreize die Befragten lediglich dazu veranlassen, intensiver nachzudenken, würden wir eine allgemeine Verbesserung der Genauigkeit erwarten, was jedoch nicht der Fall war. Diese Muster stehen vielmehr im Einklang mit expressiven Antworten, sind aber auch mit strategischen Antworten vereinbar, bei denen die Teilnehmer ihre Antworten an die wahrgenommenen Erwartungen der Forscher:innen anpassen. Unsere Ergebnisse deuten auch darauf hin, dass eine allgemeine Verringerung der Polarisierung unter Anreizbedingungen wichtige Asymmetrien zwischen den Parteigruppen und den Fragetypen verschleiern kann, was es erschwert, aus anreizbasierten Versuchsdesigns Rückschlüsse darauf zu ziehen, was die Bürger:innen tatsächlich glauben.
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