Gruppenfoto Trust in the Age of AI

v.l.n.r.: Matteo Baggio, Camilla Quaresimini, Ritsaart Reimann, Federica Malfatti, Giuseppe Primiero, Eleonora Catena, Katherine Dormandy

Kön­nen wir Künst­li­cher Intel­li­genz ver­trau­en?

Am 12. Mai 2026 fand die vom Institut für Christliche Philosophie veranstaltete internationale Konferenz Trust in the Age of AI statt. Sie widmete sich aus interdisziplinärer Perspektive zentralen Fragen rund um Transparenz, Autonomie, Fairness und epistemischem Vertrauen im Umgang mit KI-Systemen. 

Eröffnet wurde die Tagung von Giuseppe Primiero (Mailand), der in seinem Vortrag Formalizing and Verifying Trustworthiness in AI Möglichkeiten aufzeigte, Vertrauenswürdigkeit in KI-Systemen formal zu modellieren und insbesondere Fairness-Eigenschaften technisch überprüfbar zu machen. Katherine Dormandy (Innsbruck) untersuchte anschließend unter dem Titel Digital Whiplash: The Case of Trust die Dynamik digitaler Informationsumgebungen und die Frage, wie sich wiederholte Wechsel zwischen Vertrauen und Misstrauen auf epistemische Praktiken auswirken.

Weitere Beiträge widmeten sich den ethischen und sozialen Auswirkungen KI-gestützter Interaktionen. Ritsaart Reimann (Graz) analysierte in In the Loop, out of Sync Veränderungen moralischer Kognition in Mensch-KI-Interaktionen, während Christiane Elisabeth Ernst und Kathrin Figl (beide Innsbruck) empirische Ergebnisse dazu präsentierten, wie Transparenzhinweise das Vertrauen in KI-generierte Deepfakes im Gesundheitsbereich beeinflussen. Eleonora Catena (Erlangen) diskutierte die Auswirkungen personalisierter KI-Assistenten auf persönliche Autonomie und Entscheidungsfindung.

Zum Abschluss der Konferenz standen grundlegende philosophische Fragen nach Verständnis und Zuschreibung im Zentrum. Camilla Quaresimini (Mailand) thematisierte die Grenzen algorithmischer Geschlechterklassifikation, bevor Matteo Baggio (Turin) und Federica I. Malfatti (Innsbruck) in ihrem Vortrag Can AI understand? der Frage nachgingen, ob und in welchem Sinn KI-Systemen Verständnis zugeschrieben werden kann. Die Diskussionen machten deutlich, dass Vertrauen in KI nicht allein eine technische, sondern vor allem auch eine epistemische und ethische Herausforderung darstellt, die nur im Zusammenspiel philosophischer und empirischer Perspektiven angemessen adressiert werden kann.

(Autorin: Federica I. Malfatti)

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