Seit John Locke wird Personsein über selbstbezügliche Aktivitäten definiert. Da nach der kirchlichen Lehre Jesus Christus zwei Naturen mit zwei Weisen des Wollens und Erkennens besitzt, hätte er dem zufolge auch zwei unterschiedliche Weisen, auf sich selbst Bezug zu nehmen. Kann man unter diesen Umständen aber noch von ein und derselben Person sprechen? Im Beitrag wird in Auseinandersetzung mit aktuellen Positionen aus der Philosophie des Geistes die Frage diskutiert, ob unterschiedliche Weisen des Selbstbezugs in Jesus Christus die Einheit seiner Person gefährden. Es wird gezeigt, dass eine aktualisierte Version der thomistischen Leib-Seele-Bestimmung tatsächlich eine Möglichkeit eröffnet, wie trotz der Verschiedenheit selbstbezüglicher Aktivitäten noch von der Einheit der Person Christi gesprochen werden kann.
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