Rund 900 Besucher:innen haben am 24.04.2026 das Angebot zu Wissenschaft, Forschung und Innovation im Forschungsinstitut für Limnologie in Mondsee genutzt und konnten bei den 30 Stationen bei der Langen Nacht der Forschung Spannendes entdecken – und vor allem selbst ausprobieren.
Am Freitag, den 24. April 2026, öffnete das Forschungsinstitut für Limnologie der Universität Innsbruck bereits zum vierten Mal seine Türen für die Lange Nacht der Forschung. Zwischen 17:00 und 23:00 Uhr erwartete Besucherinnen und Besucher eine einzigartige Gelegenheit, Wissenschaft hautnah zu erleben – direkt am Ufer des Mondsees.
Das Institut bot sowohl im Gebäude als auch im Außenbereich eine breite Vielfalt an Mitmach-Stationen für alle Altersstufen. Interaktive Experimente, überraschende Einblicke in aktuelle Forschung und viele Mitmachangebote sorgten für einen abwechslungsreichen Abend.
Einige Stationen des Forschungsinstituts waren:
- Welche Kleinstlebewesen filtern Algen und Bakterien aus Seewasser: Besucher:innen konnten in die faszinierende Welt der Mikroorganismen eintauchen und im Mikroskop winzige Lebewesen, die das Ökosystem Mondsee erst lebendig machen, entdecken.
- Was sind Neobioten und warum können sie für unsere Gewässer zum Problem werden: Die Problematik der standortfremden Tiere und Pflanzen (Neobioten), die durch zunehmende Temperaturen und den Einfluss des Menschen (Einsetzen) in unseren Seen immer mehr werden und die Gewässerökosysteme belasten, stand an dieser Station im Vordergrund.
- Welche Lichtsignale der Erde sieht ein Satellit: An dieser Station wurde man informiert wie Satelliten für die Beobachtung von Seen und die Erhaltung von Seen als natürliche Ressource zum Einsatz kommen und man Veränderungen der Wasserqualität online beobachten kann.
- Wie reisen Wasserflöhe durch die Zeit: Hier konnten Besucher:innen erforschen welche Rolle winzige Kleinkrebse, die Wasserflöhe, im und für das Nahrungsnetz spielen und ob und wie sie sich an verändernde Umweltbedingung anpassen können. Diese Planktonorganismen kontrollieren in Seen unter anderem das Algenwachstum und dienen Fischen als wichtige Nahrung.
- Wie reagieren Schnecken auf Hitzewellen: Die Auswirkung der zunehmenden Hitzewellen auf Süßwassertiere wurde an dieser Station vermittelt. Die Reaktionen von Schnecken auf Hitze und die daraus folgenden Effekte, je nach Merkmal, sind Teil der Forschung in Mondsee, damit man die komplexen Auswirkungen von Klimaextremen auf Organismen besser verstehen kann.
Außerdem luden die Organisator:innen wieder Institutionen und Akteur:innen der Region ein, die ihre Forschung und Aktivitäten im MINT-Bereich präsentierten.
Hier ein Überblick ausgewählter Stationen:
- Kinder programmieren die Zukunft: In kindgerechten Robotik-Stationen konnten bereits die Kleinsten spielerisch lernen, einfache Roboter selbst zu programmieren – ein erster Schritt in die Welt der Technologie und Innovation. Auch für ältere Kinder und Jugendliche gab es Codingstationen, die teilweise im peer-learning von Schüler:innen betreut wurden (Werkschulheim Felbertal, bits4kids, Spürnasenecke, Klimabündnis OÖ)
- Erste Hilfe zum Anfassen und ein Tag im Körper eines älteren Menschen: Unter fachkundiger Anleitung konnten Gäste verschiedene Erste-Hilfe-Maßnahmen selbst ausprobieren und mit dem Altersanzug typische Einschränkungen des Alters selbst kennenlernen. (Rotes Kreuz OÖ und Jugendrotkreuz Mondsee).
- Welche Geschichten verbergen sich auf dem Grund unserer Seen: An dieser Station erfuhren die Besucher:innen welche jahrtausendealten Siedlungen verborgen unter der Seeoberfläche liegen und warum fünf von ihnen Teil des UNESCO-Welterbes Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen sind (Kuratorium Pfahlbauten).
- Wann gibt es Polarlichter in Österreich: mit dem Sternenpark Attersee-Traunsee lernten Besucher:innen die Planeten und astronomische Phänomene kennen (Astronomischer Arbeitskreis Salzkammergut).
- Wie beeinflusst das Zusammenwirken von Lichtquellen und Dunkelheit nächtlicher Aktivität von Tieren und Pflanzen: Durch Beobachtungen und Experimente in verschiedenen nächtlichen Lebensräumen wurde gezeigt wie stark unterschiedliche Lichtverhältnisse das Verhalten von Insekten, Vögeln und Säugetieren beeinflussen (Naturpark Bauernland).
- Exkursion zur Fischwanderung: gemeinsam mit einem Experten ging es zur Zeller Ache um die Wanderung der Perlfische im NATURA 2000 Schutzgebiet mit zu erleben (blattfisch).
- Auf Forschungstour am Mondsee: Besucher:innen konnten an Bord eines Forschungsbootes erleben wie Fische mithilfe modernster Echolottechnologie aufgespürt werden – ein Blick hinter die Kulissen professioneller Fischereiforschung (Bundesamt für Wasserwirtschaft).
Die Lange Nacht der Forschung lud dazu ein, den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über die Schulter zu schauen, neue Technik auszuprobieren, Einblick in die Probleme des Klimawandels zu erhalten und Lösungsansätze zu erfahren, Fragen zu stellen und selbst aktiv zu werden.
Das Technologiezentrum Mondseeland als Koordinator und das Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee, freuen sich, dass wieder so viele Gäste einen Abend voller Erkenntnisse, Überraschungen und inspirierender Begegnungen erleben konnten.
Fotos der Veranstaltung sind unter https://www.cityfoto.at/content/de/fotogalerie/18056/ abrufbar. Verwendung ausschließlich mit Angabe des copyrights: © Cityfoto / Sabine Aichberger.
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