Wenn der Lebensraum versiegt – Tagung zu Europas bedrohten Kleinfischarten

Gruppenfoto der Konferenzteilnehmer:innen vor dem NHM Wien

Gruppenfoto der Konferenzteilnehmer:innen vor dem NHM Wien

Begrüßungsworte durch Museumsdirektorin K. Vohland

Begrüßungsworte durch Museumsdirektorin K. Vohland

Preis für den besten Vortrag der Nachwuchswissenschaftlerin Y. Stepanyshyna (CZ/UA)

Preis für den besten Vortrag der Nachwuchswissenschaftlerin Y. Stepanyshyna (CZ/UA)

Exkursion in die Donau und Marchauen

Exkursion in die Donau und Marchauen

Vom 23. bis 26. Oktober 2025 fand im Naturhistorischen Museum Wien die internationale wissenschaftliche Tagung „The Fish of Muddy Waters“ statt. 78 Wissenschaftler:innen aus 13 Nationen kamen zusammen, um aktuelle Forschungsergebnisse und Schutzstrategien für gefährdete Kleinfischarten Europas zu diskutieren. Die Tagung wurde vom Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee, der Universität Innsbruck organisiert und durchgeführt.

Im Mittelpunkt standen Arten wie der - gerade zum Fisch des Jahres 2026 gekürte - Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis), der Hundsfisch (Umbra krameri), die Karausche (Carassius carassius) und andere, die durch Lebensraumverlust und den Einfluss invasiver Fischarten (z.B. der Giebel (Carassius gibelio) oder der Blaubandbärbling (Pseudorasbora parva)) zunehmend unter Druck geraten. Diese sogenannten „Fische der trüben Gewässer“ bewohnen Altgewässer, Gräben und langsam fließende Gewässer – Lebensräume, die durch Entwässerung bzw. Zuschütten von Gräben und Altarmen oder durch den Besatz mit fremden Arten vielerorts stark beeinträchtigt werden.

Neben zahlreichen Fachvorträgen und Posterpräsentationen bot die Tagung eine Plattform für den internationalen Austausch über negative Einflüsse auf die Zusammensetzung der Kleinfischfauna in Mitteleuropa. Diskutiert wurden unter anderem Managementstrategien, Schutzmaßnahmen und genetische Untersuchungen, die helfen sollen, das Überleben dieser oft übersehenen, aber ökologisch bedeutsamen Arten zu sichern.

Zum Abschluss der Konferenz fand eine vom Verein Auring gesponserte Exkursion zu Gewässern im Nationalpark Donauauen und in Hohenau an der March statt, in denen noch Rückzugsräume für diese bedrohten Fischarten, vor allem dem Schlammpeitzger  bzw. den Hundsfisch, existieren. Vor Ort wurden ökologische Herausforderungen, aber auch erfolgreiche Schutzprojekte vorgestellt. Das Tagungspublikum bestand aus wissenschaftlichen Fachleuten und Personen, die im Naturschutz tätig sind. In weiterer Folge ist ein Proceedingsband in ARPHA Conference abstracts mit den Abstracts der Tagung und eine wissenschaftliche Publikation in der vom Verlag Pensoft herausgegebenen Zeitschrift Nature Conservation geplant.

The Fish of Muddy Waters 2025
Naturhistorisches Museum Wien
Verein Auring
Swamp: the Specialist Weatherfish Action and Monitoring Partnership

Nach oben scrollen