Maes T., Verheyen J., Senghor B., Mudavanhu A., Schols R., Hellemans B., Geslain E., Volckaert F.A.M., Gante H.F., Huyse T. (2025). First evidence of a genetic basis for thermal adaptation in a schistosome host snail, Ecological Monographs 95(1): e70006. https://doi.org/10.1002/ecm.70006
Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Tim Maes (KU Leuven/Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee, der Universität Innsbruck) hat erstmals eine genetische Grundlage für die Anpassung an Temperaturbedingungen bei der Süßwasserschnecke Bulinus truncatus nachgewiesen – einem wichtigen Zwischenwirt für die urogenitale Schistosomiasis, eine tropische parasitäre Krankheit, die weltweit über 150 Millionen Menschen betrifft.
In der aktuellen Studie, veröffentlicht in Ecological Monographs, wurden zehn Schneckenpopulationen aus drei verschiedenen Ländern entlang eines breiten Temperaturgradienten untersucht. Durch eine Kombination aus phänotypischen, ökologischen und genomischen Analysen stellten die Forschenden fest, dass bestimmte genetische Marker mit Temperatur- und Niederschlagsmustern assoziiert sind. Schnecken aus wärmeren Klimazonen zeigten niedrigere Überlebensraten bei hohen Temperaturen, kompensierten dies jedoch durch eine höhere Reproduktionsrate. Kälteresistenter Ursprung wurde hingegen mit höherem Wachstumstempo und erhöhten Hämoglobin- und Zuckerspiegeln in Verbindung gebracht.
Die Ergebnisse liefern überzeugende Beweise dafür, dass die Fähigkeit von Bulinus truncatus, sich an unterschiedliche Klimabedingungen anzupassen, genetisch verankert ist. Diese Entdeckung hat weitreichende Folgen für die zukünftige Ausbreitung von Schistosomiasis und die Effektivität von Bekämpfungsmaßnahmen unter dem Einfluss des Klimawandels.
Die Studie wurde durch die Forschungsstiftung FWO, die Vlaamse Interuniversitaire Raad, die Royal Belgian Zoological Society (RBZS) und weitere internationale Partner gefördert und ist als Open Access Version zugänglich.