Rund H., Kurmayer R., Dobrovolny S., Luger M., Wanzenböck J. (2025). Application of eDNA metabarcoding to assess spatial distribution and habitat use by freshwater fish in a peri-alpine lake, Ecological Indicators 174: 113459, https://doi.org/10.1016/j.ecolind.2025.113459
Ein Forschungsteam der Universität Innsbruck am Mondsee in Kooperation mit der AGES und dem Bundesamt für Wasserwirtschaft in Scharfling hat mit moderner Umwelt-DNA (eDNA)-Analyse die Verteilung und die Lebensräume von Fischen im oberösterreichischen Mondsee untersucht. Statt die Tiere wie bisher mit Netzen oder Strom zu fangen, analysierten die Forschenden im Labor die DNA-Spuren, die Fische ins Wasser abgeben – etwa durch Hautzellen oder Ausscheidungen.
Die Studie zeigt, dass die Lebensraumpräferenzen verschiedener Fischarten - einige bevorzugen flache Uferbereiche, andere leben in der Tiefe oder in der Nähe von Zuflüssen - mit den räumlichen Mustern der DNA-Nachweise übereinstimmen. So wurde die DNA von Reinanken und Seesaiblingen vor allem in den tieferen Bereichen des Sees gefunden, während die DNA von Aiteln und Brachsen überwiegend in den Uferbereichen nachgewiesen wurde. Besonders effizient erwies sich das Sammeln von Wasserproben entlang der Uferlinie: Schon mit wenigen Proben konnte ein Großteil der Arten nachgewiesen werden. Die Zahl der nachgewiesenen Arten nahm mit zunehmender Beprobungstiefe deutlich ab. Insgesamt wurden 25 Fischarten identifiziert, darunter auch der im Mondsee geschützte Perlfisch (Rutilus meidingeri). Es gelang sogar der Nachweis von drei Arten, die bei der herkömmlichen Befischung nicht erfasst wurden.
Diese Methode schont die Tiere, spart Aufwand und liefert trotzdem sehr präzise Daten über die Fischbestände. Bereits mit einer relativ kleinen Anzahl horizontal integrierter Proben können die im See vorkommenden Fischarten nachgewiesen werden. Die Methode könnte zukünftig ermöglichen, ein möglichst vollständiges Arteninventar im Rahmen des ökologischen Monitorings von Seen zu erhalten. Das spielt eine noch größere Rolle, wenn man berücksichtigt, dass sich die Lebensräume im Wasser durch den Klimawandel zunehmend verändern.
Diese Publikation ist Teil der Doktorarbeit von Hans Rund, der seine Dissertation im Rahmen des Interreg Projekts Eco-AlpsWater und mit der Betreuung von FG Leiter Josef Wanzenböck und Projektleiter Rainer Kurmayer absolviert.
Medienberichte:
https://www.derstandard.at/story/3000000270137/...
https://www.salzburg24.at/news/salzburg/...
https://ooe.orf.at/stories/3305628/