Obwohl digitale Transformation die Berufsbildung verändert und Curricula sowie Digitalisierungsdiskurse breit verhandelt werden, ist empirisch bislang nur unzureichend geklärt, wie kaufmännische Berufsschullehrkräfte diese Veränderungen curricular interpretieren und welche Deutungsmuster ihre produktive Lehrplanrezeption steuern.
Die Dissertation untersucht daher, wie Lehrkräfte an österreichischen kaufmännischen Berufsschulen Lehrpläne im Lichte digitaler Transformation interpretieren, adaptieren oder kritisch reflektieren. Theoretisch ist das Projekt im Spannungsfeld von Curriculumtheorie (insbesondere der produktiven Lehrplanrezeption nach Sloane) und innovativem Arbeitsverhalten verortet, das als analytische Perspektive die Übersetzung curricularer Vorgaben in transformationsbezogene Unterrichtspraktiken erschließt. Ziel ist es, Mechanismen curricularer Interpretationsleistung unter Bedingungen dynamischen technologischen Wandels empirisch zu rekonstruieren und damit curriculumtheoretische Konzepte für „VET 4.0“ weiterzuentwickeln.
