#international

Zu Gast: Yasemin Karakaşoğlu

Yasemin Karakaşoğlu

UIBK Guest Professorship
März - April 2026

Heimatuniversität / Land
Universität Bremen / Deutschland

Funktion
Dekanin des FB12 - Erziehungs– und Bildungswissenschaften und Leiterin des FB Bildung in der Migrationsgesellschaft   

Forschungsschwerpunkte
Migration und Schule, Migration und Gender, Transnationalität, Geschlecht und Religion

Zu Gast bei 
Erol Yildiz

Institut/Arbeitsbereich
Institut für Erziehungswissenschaft

Gastvortrag
14.04.2026, 18-19:30 Uhr, SR 14, Ágnes-Heller-Haus, Innrain 52a, Innsbruck
"Migration bewegt die Schule"

"Wenn ich hier mit meiner Forschung und der Diskussion und Veröffentlichung ihrer Ergebnisse nicht nur in wissenschaftlichen Kreisen dazu beitragen kann, dass Barrieren aufgebrochen werden und Teilhabe auf Augenhöhe ermöglicht wird, dann kann ich als Wissenschaftlerin gesellschaftlich wirksam sein."

 

Ich bin Gast an der Universität Innsbruck...

...weil mich mein Kollege Erol Yildiz eingeladen hat, im Rahmen der Gastprofessur Teil des Kollegiums am Institut für Erziehungswissenschaft, Arbeitsgruppe Migration und Bildung, zu sein. Die Universität Innsbruck ist in diesem Gebiet seit langem international ausgewiesen und bietet ein spannendes akademisches Umfeld. Ich treffe hier auf viele mit dem Thema befasste Kolleg:innen und kann mich mit interessierten Doktorandinnen, PostDocs und professoralen Kolleg:innen über unsere Forschung austauschen. In dem Wochenendseminar, das ich erteile, mache ich Studierende mit den Ergebnissen meiner Forschung zu Transnationalität und Schulentwicklung in der Migrationsgesellschaft, Inklusiver Elternkommunikation in der Schule sowie Migrant:innenorganisationen in Deutschland vertraut. Die ernsthafte, interessierte und disziplinierte Teilnahme am Seminar hat mich beeindruckt. Auch die kollegiale Atmosphäre, das insgesamt offene Klima und die ästhetischen und technisch hervorragend ausgestatteten Räumlichkeiten machen das Arbeiten hier sehr angenehm.
 

Besonders inspirierend an meiner aktuellen Forschung finde ich, dass ich...

…Einblicke in Arbeitsweisen und Herausforderungen von zivilgesellschaftlichen migrantischen Akteur:innen gewinne, die die Defizite des nationalgesellschaftlich ausgerichteten Bildungssystems mit ihrer Arbeit aufzufangen versuchen. Ich erfahre viel über die ihnen begegnenden strukturellen wie auch individuellen Hindernisse, hier eigenständige Bildungsakzente setzen zu können. Und dies sagt viel aus über die fehlende Offenheit der Gesellschaft für migrationsgesellschaftliche Impulse in der Bildung. Wenn ich hier mit meiner Forschung und der Diskussion und Veröffentlichung ihrer Ergebnisse nicht nur in wissenschaftlichen Kreisen dazu beitragen kann, dass Barrieren aufgebrochen werden und Teilhabe auf Augenhöhe ermöglicht wird, dann kann ich als Wissenschaftlerin gesellschaftlich wirksam sein. Das inspiriert mich zur Identifikation weiterer Forschungslücken in diesem Feld.
 

Zu meinem Forschungsgebiet bin ich gekommen, weil...

…ich mich als erziehungswissenschaftliche Migrationsforscherin für die Diskrepanz zwischen den realen, jahrzehntelangen migrationsgesellschaftlichen Transformationsprozessen der Gesellschaft und medialen wie politischen Zurückweisungen dieser Normalität interessiere und mir dabei das Feld der (schulischen) Bildung wie ein Brennglas für die Identifikation von Problematiken wie auch Lösungen und Handlungsalternativen erscheint. Ich interessiere mich dafür, wie Wissenschaft dazu beitragen kann, die drängenden Probleme der Zeit zu lösen und sehe mich hier als Bildungswissenschaftlerin in der Verantwortung meinen Beitrag zur Herstellung von Bildungsgerechtigkeit zu leisten.
 

Meinen Studierenden gebe ich mit auf den Weg...

...dass sie Engagement und Begeisterung für das Studium mitbringen bzw. im Studium entwickeln und dabei immer auch kritisch hinterfragen sollten, was ihnen vermittelt wird. Das Studium ist eine aufregende Zeit, in der sie spannende Erkenntnisse nicht nur in ihrem Fach, sondern auch über sich selbst gewinnen und neue, andere Menschen kennenlernen können. Die hier gewonnenen Einsichten und Freundschaften begleiten einen ein Leben lang. Leidenschaft und Engagement für das Fach sowie Spaß am Studium sind wichtig, um darin auch wirklich gut sein zu können. Außerdem halte ich es für wichtig, dass sie einen wachen Blick für gesellschaftskritische Perspektiven haben und eigenständige Forschungs- und Praxisperspektiven entwickeln.
 

Herausforderungen in der internationalen akademischen Zusammenarbeit sehe ich vor allem in...

…dem zunehmenden Versuch, nicht nur in autoritären Systemen, sondern durchaus auch in demokratisch verfassten Staaten, politischen Einfluss und Druck auf Universitäten auszuüben und damit die Hochschulautonomie zu gefährden. Das beobachte ich ebenso im Hinblick auf die (Nicht-)Förderung von bestimmten Themen – sowohl in den Naturwissenschaften (Stichwort: Klimawandel, Auswirkungen von KI) wie auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften (Stichwort: Forschung zu Diversität und Rassismus, gesellschaftliche Ungleichheit in Geschichte und Gegenwart), die an Universitäten wissenschaftliche bearbeitet und in die Lehre eingespeist werden, wie auch bezogen auf den Versuch, die dort stattfindenden, (welt-)gesellschaftskritischen Diskurse zu kontrollieren bzw. einzuschränken.

 

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