Gastvortrag im Rahmen der Lehrveranstaltung „Sorge(-Arbeit) in der Literatur“
„Körper – Kunst – Komik: Irmgard Keuns Das kunstseidene Mädchen (1932)“
Gastvortrag von Marilisa Reisert (München)
Montag, 20. April 2026
15:30-17:00 Uhr
Forschungsinstitut Brenner-Archiv, Josef-Hirn-Str. 5-7, 10. Stock
Es ist keine Anmeldung erforderlich.
„Körper – Kunst – Komik: Irmgard Keuns Das kunstseidene Mädchen (1932)“
Irmgard Keuns Roman Das kunstseidene Mädchen (1932) gehört zu den wichtigsten literarischen Werken der späten Weimarer Republik. In Keuns Text verdichten sich auf besondere Weise gesellschaftliche, geschlechtliche und poetische Fragen: Die autodiegetische Erzählerin Doris macht mit ihrem ‚naiven‘ Blick nicht nur Selbstverständlichkeiten ihrer Welt als solche kenntlich, sondern der Kontrast von naiver Erzählstimme und nicht-naiver Rezeptionshaltung generiert auch wiederholt komische Effekte.
Der Vortrag beleuchtet – ausgehend vom thematischen Hintergrund des Proseminars Sorge(-Arbeit) in der Literatur – wie Das kunstseidene Mädchen die Arbeit am und mit dem Körper verhandelt und wie der Roman, sowohl auf Ebene der histoire als auch in seiner poetischen Form, das Verhältnis von künstlerischer Könnerschaft und naiver Unfähigkeit auslotet. Grundlegend wird dabei stets die Frage sein, welche Rolle Komik für das Erzählverfahren spielt.
Marilisa Reisert studierte germanistische Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte in München und Cambridge. Seit 2023 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ludwig-Maximilians-Universität München und promoviert zu „Kalkulierter Naivität in der klassischen Moderne“. In ihrer Dissertation interessiert sie sich dafür, wie autodiegetische Texte des frühen 20. Jahrhunderts Naivität als komische Erzählstrategie nutzen. Sie ist Mitglied im DFG-Netzwerk „Comic Literacies – Kulturtechniken des Komischen“ am KWI Essen.
Veranstalter: Forschungsinstitut Brenner-Archiv
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