Sekundäranalyse zu Ratings, Elizitation und Pile-Sorting: Methodeneffekte und Itemstruktur bei Indexikalitätsurteilen
zu deutschen Kommunikationsverben

Janina Deilke

 

Das Dissertationsprojekt untersucht die domänenbezogene Indexikalität deutscher Kommunikationsverben und zielt auf die Entwicklung eines empirisch fundierten Messmodells für entsprechende Sprecher*innenurteile. Im Zentrum steht die Frage, wie sich die Assoziation von Kommunikationsverben mit privaten, institutionellen und öffentlichen Kontextdomänen reliabel und valide erfassen lässt und in welchem Verhältnis unterschiedliche Erhebungsverfahren zueinander stehen. Das Vorhaben ist in das FWF-Projekt IndeKS am Institut für Germanistik eingebettet und verbindet die Erhebung von Sprecherwissensdaten mit einer eigenständigen psychometrischen und methodologischen Sekundäranalyse.

Die empirische Grundlage bilden Ratingdaten, freie Assoziationen, Elizitationsdaten sowie Pile-Sorting-Aufgaben zu deutschen Kommunikationsverben. Analysiert werden erstens die latente Struktur der Domänenurteile, zweitens die psychometrische Qualität einzelner Items und grammatischer Formen und drittens die Konvergenzen und Divergenzen zwischen den eingesetzten Methoden. Ein weiterer Fokus liegt zudem auf der Granularitätsfrage, also darauf, ob konkrete grammatische Formen gegenüber der Lexemebene einen zusätzlichen analytischen Mehrwert für die Modellierung indexikalischer Information bieten.

Methodisch stützt sich die Arbeit auf Faktorenanalysen, Item-Response-Theorie, Messinvarianztests und multimethodische Vergleichsverfahren. Die Dissertation leistet damit einen Beitrag zur empirischen Pragmatik, zur gebrauchsasierten Kognitionslinguistik und zur methodischen Präzisierung der Erfassung sprachlichen Wissens.

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