Indexikalität im Korpus. Eine Analyse von situativem Kontext deutscher Kommunikationsverben

Anna-Lena Randermann

 

Indexikalität beschreibt das Potenzial sprachlicher Äußerungen, welches Lesenden und Hörenden das Ziehen von Rückschlüssen ermöglicht, die über den Inhalt der sprachlichen Äußerungen hinaus gehen (Gerwinski 2025). Gemäß dem gebrauchsbasierten Ansatz entsteht Indexikalität als Lernprodukt aus wiederholtem Sprachgebrauch (Schmid 2020: 23), wobei nicht nur die einzelnen Gebrauchsereignisse, sondern ebenso die situativen Merkmale wie die Rolle und die Beziehung zwischen den sprechenden Personen sowie das Medium und die Funktion der Kommunikation (Bybee 2010: Kap. 3; Schmid 2020: 93) gespeichert werden.

Diese Dissertation findet im Rahmen des FWF-geförderten IndeKS-Projekt (Projekt‑DOI: 10.55776/PAT2027724) statt. Es wird am Beispiel des metalinguistischen Lexikons deutscher Kommunikationsverben (Harras et al. 2004; Harras/Proost/Winkler 2007) analysiert, inwiefern situativer Kontext indiziert wird, welche Merkmale des situativen Kontexts sich in gegenwärtigem Sprachgebrauch abbilden lassen und welche methodischen Entscheidungen hierfür relevant sind. Dafür werden im Konkreten zuerst Typen von Indizierungspotenzialen gebildet und die Granularität von gebrauchs­basierter Indexikalität untersucht. Anschließend wird die Beziehung zwischen Indizierungspotenzialen und Form-Funktions-Zuordnungen analysiert, indem wiederkehrende Eigenschaften von Kotext und Kontext, die ein bestimmtes indexikalisches Gebrauchspotenzial repräsentieren, extrahiert werden. Zuletzt wird eine Vorhersage von Ähnlichkeiten zwischen Arten kommunikativer Konstellationen anhand von Profilen gebrauchsbasierter Indexikalität vorgenommen. Ziel ist es, die Theorie der gebrauchsbasierten Indexikalität erstmals systematisch empirisch anhand eines strukturierten Gesamtinventars von Ausdrucksmitteln zu überprüfen.

 

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